Gerolzhofen

Ausbau der B 286: Gerolzhofen muss warten

Die zwei Gerolzhöfer Anschlussstellen auf der Bundesstraße 286 wurden in den vergangenen Wochen saniert. Zusätzliche Fahrspuren gab es nicht. Die Baumaschinen sind wieder weg.
Weihnachtliche Ruhe auf der B 286 am Freitagvormittag: Der Bau von Entflechtungsspuren zwischen den Anschlussstellen Gerolzhofen-Nord und - Süd ist in weite Ferne gerückt. Foto: Johannes Vogt

In den vergangenen Wochen wurden die Auf- und Abfahrten an den Anschlussstellen auf der Bundesstraße 286 bei Gerolzhofen-Nord und -Süd saniert. Die Arbeiten konnten bis auf kleinere Restarbeiten noch vor Weihnachten abgeschlossen werden. Wer nun aber gedacht hatte, es gehe jetzt gleich - wie früher ursprünglich mal geplant - mit dem Bau von Verflechtungsstreifen zwischen den beiden Anschlussstellen weiter, sah sich getäuscht. Die Baumaschinen sind wieder abgerückt. 

Wir erinnern uns: Der damalige Leiter des Staatlichen Bauamts Schweinfurt, der inzwischen in den Ruhestand verabschiedete Holger Bothe, hatte im April 2013 in einer Sitzung des Gerolzhöfer Stadtrats die Planungen auf der B 286 zwischen den Autobahnen A 70 und der A 3 vorgestellt. Nachdem der Verkehr auf der einst als "Schnellstraße" bezeichneten Bundesstraße sprunghaft angestiegen sei und sich insbesondere der Schwerlastverkehr innerhalb von zehn Jahren verdoppelt habe, müsse das Staatliche Bauamt reagieren. Man habe auf der Bundesstraße heutzutage zumeist nur Kolonnen-Kriechverkehr bei einem Durchschnittstempo von 60 bis 70 Stundenkilometern. Riskantes Überholen ungeduldiger Verkehrsteilnehmer verursache immer wieder Unfälle.

2019 sollte alles fertig sein

Bis zum Ende des Jahres 2019, so die damalige Planung, hätte die B 286 in insgesamt neun Bauabschnitten komplett ertüchtigt sein sollen. Neben dem vierspurigen Ausbau von Schwebheim bis zur A 70 waren insgesamt acht wechselseitige Überholstreifen geplant, davon fünf im Landkreis Schweinfurt, drei auf dem Gebiet des Landkreises Kitzingen.

Doch inzwischen hinkt man mit den Ausführungen schon Jahre hinter den ursprünglichen Plänen hinterher. Mehrere - aber längst nicht alle - der von Holger Bothe damals vorgestellten Projekte sind umgesetzt beziehungsweise begonnen. Dazu gehören der derzeit laufende vierspurige Ausbau bei Schwebheim und der Bau von drei Überholstreifen bei Unterspiesheim, bei Alitzheim und bei Schallfeld. Der Rest fehlt.

Keine Kraftfahrstraße

Im April 2013 hatte Bothe im Gerolzhöfer Stadtrat aber auch Pläne für so genannte  "Verflechtungsstreifen" zwischen den Anschlussstellen Gerolzhofen-Süd und -Nord vorgestellt. Das wären Fahrspuren neben der B 286 gewesen, die nicht als Kraftfahrstraße ausgeschildert gewesen wären und deswegen auch vom landwirtschaftlichen Verkehr hätte genutzt werden können.

Gedacht waren der oder die Verflechtungsstreifen, um den lokalen Verkehr aufzunehmen, der aus Richtung Süden (Dingolshausen/Oberschwarzach/Schallfeld) in Richtung Norden (nach Donnersdorf und zu den Gewerbegebieten und Einkaufsmärkten in Rügshofen) fließt, sich heutzutage aber noch oft genug durch die Dingolshäuser Straße und Östliche Allee zwängt. Um den westlichen Verflechtungsstreifen anzuschließen, war sogar der Bau eines Verkehrskreisels auf Höhe der Abfahrt GEO-Nord/Gärtnerei Greb/Autohaus Buck in der Diskussion.

Neue zeitliche Abfolge

Der Bau der Verflechtungsstreifen könne recht zeitnah erfolgen, er könne nämlich vorgezogen werden, hieß es damals im Jahr 2013. Denn der Bau der geplanten Überholstreifen zwischen Unterspiesheim und Schwebheim mache erst dann Sinn, wenn der vierspurige Ausbau bei Schwebheim schon abgeschlossen sei, machte Bothe dem Gerolzhöfer Stadtrat deutlich. Doch inzwischen hat sich die zeitliche Abfolge der Baumaßnahmen beim Staatlichen Bauamt geändert, ist einer Auskunft von Nina Löhner, Pressesprecherin des Bauamts in Schweinfurt zu entnehmen.

Derzeit laufe noch vierstreifige Ausbau zwischen Schweinfurt und Schwebheim, teilt Nina Löhner auf Anfrage dieser Redaktion mit. Nach dem Neubau der zusätzlichen Fahrbahn und der Verkehrsumlegung auf die neue Straße in diesem Jahr, stehen für 2020 dort dann der Abbruch und Neubau der bestehenden alten Brücken sowie der Ausbau der alten Fahrbahn an. "Der Verkehr kann dann voraussichtlich Ende 2020 vierstreifig zwischen Schweinfurt und Schwebheim laufen."

Danach kommt aber nicht der Verflechtungsstreifen zwischen den Anschlussstellen Gerolzhofen-Süd und -Nord an die Reihe. Statt dessen ist geplant, erst den Streckenabschnitt zwischen Schwebheim und Oberspiesheim zu sanieren und dort mehrere Überholfahrstreifen anzubauen. Eine Maßnahme bei Gerolzhofen Nord-Süd stehe frühestens nach Abschluss dieser Bauarbeiten an, sagt Nina Löhner.

Prüfung der Notwendigkeit

Konkret auf den Bau eines Verflechtungsstreifens festlegen will sich das Staatliche Bauamt heutzutage aber nicht mehr. Es gelte dann erst zu überprüfen, "ob und inwieweit sich gegebenenfalls die Rahmenbedingungen für den Bereich Gerolzhofen Nord-Süd geändert haben", schreibt die Pressesprecherin.

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