Schweinfurt

Ausbildung: Falscher Job, nicht der richtige Betrieb?

Drei Monate nach Ausbildungsbeginn hat so mancher Azubi gemerkt, dass die Berufswahl nicht die richtige war. Wechseln oder Abbrechen? Was kann man tun, wo gibt es Hilfe?
Wie Azubis am besten vorgehen, wenn sie mit dem Gedanken spielen, ihren Ausbildungsplatz zu wechseln oder die Ausbildung abzubrechen, erklären (von links) Ausbildungsberater Roland Maul und Ausbilder Lukas Walter von der Handwerkskammer für Unterfranken. Foto: David Niklaus

Wer die Wahl hat, hat die Qual und trifft manchmal die falsche Wahl. Das kann auch bei der Berufswahl passieren. Zu wenig fachlicher Anspruch, gemeine Kollegen oder einfach die Erkenntnis "Das ist nicht das Richtige für mich." "Es gibt viele Gründe, warum junge Menschen ihre Ausbildung wechseln oder sogar abbrechen möchten", so Ausbildungsberater Roland Maul aus Schweinfurt in einer Pressemitteilung.

Betroffene Azubis kennen das Gefühl, sich für die falsche Ausbildung entschieden zu haben, die meisten merken erst in der Praxis, dass ihnen der gewählte Beruf nicht liegt. Andere seien zwar mit dem Job zufrieden, haben aber Probleme im Betrieb, stehen deshalb vor der Frage "Wechsel oder Abbruch?" Die Entscheidung, die nicht leichtfertig gefällt werden sollte. "Zunächst sollte der Lehrling genau prüfen, welche Gründe für und gegen einen neuen Ausbildungsplatz sprechen", so Roland Maul. Oft komme es so zu einem klärenden Gespräch, Probleme können aus der Welt geschafft werden. Der Abbruch der Ausbildung sollte immer die letzte Option sein, zum Beispiel wenn eine Allergie oder ein anderer triftiger Grund der weiteren Ausbildung im Weg steht.

"Es sollte immer dann gehandelt werden, wenn es länger andauernde Probleme unmöglich machen, die Ausbildung zum guten Abschluss zu führen, obwohl beide Vertragsparteien intensiv an der Verbesserung der Situation gearbeitet haben", betont Lukas Walter. Dabei sollte abgewogen werden, ob die Ausbildung nicht doch durch die Hilfe von Ausbildungsberatern oder Lehrlingswarten erfolgreich beendet werden kann.

Eine neue Lehrstelle suchen

"Wenn der Azubi und seine Eltern zum Entschluss kommen, dass die Fortsetzung der Ausbildung unmöglich ist, sollte man sich auf die Suche nach einer neuen Lehrstelle machen", rät Maul. Wer im Handwerk bleiben will und Hilfe bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz braucht, kommt über www.hwk-ufr.de zu Lehrstellenbörse, Lehrstellenradar und Lehrstellenatlas der Handwerkskammer für Unterfranken. "Bei der Kontaktaufnahme mit dem neuen Betrieb ist Ehrlichkeit wichtig. Der Lehrling sollte offen darlegen, warum er die Ausbildungsstelle wechseln möchte", ergänzt Lukas Walter.

Sind sich neuer Betrieb und Azubi einig, dass es zu einem Ausbildungsverhältnis kommen soll – und sind wichtige Details geklärt, etwa der Zeitpunkt des Ausbildungsbeginns und wie viel der Vorausbildung anerkannt werden soll, sollte der Lehrling mit dem derzeitigen Betrieb sprechen und die Situation (er)klären. Danach entscheidet sich, ob der Azubi kündigen muss oder ein Aufhebungsvertrag zustande kommt.

"Bestenfalls stimmt der alte Betrieb einem Aufhebungsvertrag zu und der Lehrling kann seine Ausbildung nahtlos an anderer Stelle fortsetzen", so Roland Maul. Wichtig: Kündigungen und Aufhebungsverträge müssen schriftlich geschlossen werden. Nicht immer läuft es so ab, wenn man sich für Wechsel oder Abbruch entscheidet. So kommt es laut Roland Maul vor, dass der alte Betrieb keinen Aufhebungsvertrag unterschreibt oder die Suche nach einem neuen Ausbildungsplatz erfolglos ist. Haben Azubis Schwierigkeiten oder möchten sich über das Thema informieren, können sie sich Hilfe suchen. Zum Beispiel bei den Ausbildungsberatern der Handwerkskammer, den Berufsberatern der Agentur für Arbeit und den Lehrlingswarten der Innungen, so der Ausbildungsexperte.

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