Siegendorf

Aushängeschild und Visitenkarte der Gemeinde

Pfarrer Stefan Mai segenete den neu gestalteten, barrierearmen Friedhof in Siegendorf Foto: Gudrun Theuerer

"Ein Aushängeschild und eine Visitenkarte der Gemeinde". Das ist, nicht nur nach Meinung von Marktgemeinde-Bürgermeister Manfred Schötz der neu gestaltete Friedhof von Siegendorf der am vergangenen Wochenende nach der Andacht zum Patronatsfest feierlich gesegnet wurde. Auch die vielen Gäste und Bürger die gekommen waren bescheinigten einhellig die gelungene und ansprechende Gestaltung des Gottesackers. Zusätzlich ist das Kleinod am Ortsrand in Richtung Oberschwarzach nun barrierearm und  gut zugänglich.

Dabei ist das äußerliche Erscheinungsbild nur ein Aspekt des gelungen Projektes "Friedhof Siegendorf". Bürgermeister Schötz stellte bei seiner Ansprache fest, dass dieses Projekt gezeigt hat, wie man das Zusammenleben und das Altwerden in der Marktgemeinde Oberschwarzach gemeinsam bewerkstelligen kann. Durch engagierte Zusammenarbeit wird die Gemeinde auch nach vorne gebracht und liebenswert erhalten. Von den ersten Anregungen aus der Bürgerbefragung 2015 über die Planungen im Rahmen des Gemeindeentwicklungskonzepts bis zur Umsetzung in diesem Jahr waren alle vor Ort mit einbezogen, brachte ihre Ideen ein und beteiligten sich an den Arbeiten. Dadurch haben die Siegendorfer in Eigenregie mit Unterstützung des Gemeindebauhofs sowie den Firmen Hein, Reinhart, Weiglein, Grimm, Thomas und Hillenbrand ihren Friedhof saniert.

Auch Pfarrer Stefan Mai lobte in seiner Ansprache das Engagement der Siegendorfer, die bei der Neugestaltung auch den veränderten Wünschen für Gräber und Bestattungsvarianten Rechnung getragen hatten. So habe man einen guten Weg gefunden, wie man die Toten auch weiterhin "im Dorf" lassen kann, in einem Friedhof, der ein Ort der Erinnerung ist, wo die Menschen ins Nachdenken über sich selbst kommen, wo gesunde Trauerarbeit geleistet werden kann und der ein Ort der Begegnung der Lebenden ist, schloss Mai. Landrat Florian Töpper zeigte sich beeindruckt vom Einsatz der Dorfgemeinschaft und bedankte sich für deren Bekenntnis zur Heimat. "Friedhöfe gehören zu unserer Kultur und sind ein Ort der Begegnung", so Töpper.

Frank Bauer, Kreisrat und Vorsitzender des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege Schweinfurt freute sich ebenfalls über die Heimatliebe die sich durch das Engagement der Bürger bei den Neugestaltung des Friedhofs zeigte. "Dies ist ein Zeichen für eine lebendige Gemeinde", schloss Bauer. Zum Abschluss berichtete Karlheinz Lechner, Marktgemeinderat und Verantwortlich für den Arbeitskreis "Friedhof Siegendorf" über das Projekt bei dem rund 700 Helferstunden eingebracht wurden. Er stellte deshalb vor seinen eigentlichen Bericht noch einmal die vielen freiwilligen Helfer in den Vordergrund, dankte auch den Spendern und stellte fest: "Mit Stolz stehe er hier an dieser Stelle, mit Stolz auf die Bürgerinnen und Bürger die zum guten Gelingen dieses Projektes beigetragen haben. Stolz auch  in einer Gemeinde zu leben wo in allen Ortsteilen ehrenamtlich mitgearbeitet wird."

Was alles durchgeführt wurde berichtete Lechner anschließend: Unter anderem wurden die Grabsteine auf der mittleren Südseite nach Norden verlegt um einen größeren Durchgang zu schaffen. Der Friedhof wurde entkernt und auf eine Ebene gebracht. Die Gräber wurden außerdem mit Randsteinen eingefasst und die Zwischengänge durch Fundamente befestigt und gepflastert. Vor der Leichenhalle gibt es nun ein Baumfriedfeld für Urnenbestattungen, im östlichen Bereich wurden Urnengräber vorgesehen und an der Mauer am Eingang gibt es jetzt eine Urnenmauer. Eine neue Schöpfstelle wurde ebenfalls auf dem Gelände integriert. Als kleines Highlight kann nun das Friedhofskreuz beleuchtet werden. Vor dem ersten Beleuchten wird es allerdings im November noch saniert werden.

Das Motto zum Tag des Friedhofs "Leben-Erinnern-Freude. Begegnungsort Friedhof Siegendorf", griff Lechner zum Abschluss seiner Rede noch einmal auf. Er stellte fest, dass diese Begriffe hier vielleicht etwas Erstaunen auslösen könnten. "Leben" am Friedhof, wo der Tod so nahe ist? Für Lechner kein Widerspruch, denn der Tod gehöre zum Leben dazu. Auch das Erinnern passe zum Friedhof, denn wo sollte man sich sonst erinnern an die Eltern, den Partner, die Freunde oder Bekannte? Und auch die Freude, das Lachen am Friedhof gehöre dazu. Denn man könne mit Freude auf das Vergangene zurück schauen und dabei auch ein Lächeln im Gesicht haben, so Lechner. "Siegendorf hat sich einen Ort geschaffen an dem man das alles umsetzen kann. Sind wir froh ihn zu haben. Pflegen und erhalten wir ihn!" forderte Lechner auf.

Bevor es dann aber zum gemütlichen Teil des Nachmittags mit Kaffee und selbstgemachten Kuchen überging, hatten die Siegendorfer noch eine besondere Überraschung für ihren "Charly" Lechner vorbereitet. Als Dankeschön an den Koordinator und Organisator des Projektes "Friedhof Siegendorf" der immer fast rund um die Uhr zur Verfügung stand und somit einen großen Anteil am Erfolg dieses Projektes hat überreichte Herrman Trost ihm im Namen der Siegendorfer einen Gutschein für ein Erholungswochende zu zweit. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von Mitgliedern der Steigerwaldkapelle Oberschwarzach, Kaffee und Kuchen spendierte die Dorfgemeinschaft Siegendorf, für alle weiteren Getränke sorgte die Marktgemeinde Oberschwarzach.

In seiner Ansprache bedankte sich Bürgermeister Manfred Schötz bei allen freiwilligen Helfern Foto: Gudrun Theuerer
Karlheinz Lechner informierte über die durchgeführten Veränderungen und den Projektverlauf Foto: Gudrun Theuerer
Landrat Florian Töpper zeigte sich beeindruckt vom Einsatz der Dorfgemeinschaft und bedankte sich für deren Bekenntnis zur Heimat. Foto: Gudrun Theuerer
Im Anschluss an die Segnung nutzten viele die Gelegenheit bei strahlenden Sonnenschein noch etwas zu verweilen. Foto: Gudrun Theuerer
Als Dankeschön überreichte Herrman Trost im Namen der Siegendorfer einen Gutschein an Karlhein Lechner für ein Erholungswochende zu zweit. Foto: Gudrun Theuerer
Für die musikalische Umrahmung der Segnung sorgten Mitglieder der Steigerwaldkapelle Oberschwarzach Foto: Gudrun Theuerer
Im Anschluss an die Segnung nutzten viele die Gelegenheit bei strahlenden Sonnenschein noch etwas zu verweilen. Foto: Gudrun Theuerer

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