Oberschwarzach

Autos raus aus dem Ortskern

Wenn die Studenten der Uni Bamberg Entscheidungsgewalt hätten, würden sie den Platz am Kirchberg in Oberschwarzach autofrei gestalten.
Wenn die Studenten der Uni Bamberg Entscheidungsgewalt hätten, würden sie den Platz am Kirchberg in Oberschwarzach autofrei gestalten. Foto: Peter Pfannes

Der Verkehr sollte aus dem Ortskern von Oberschwarzach ausgelagert werden. Den Platz am Kirchberg zwischen Alter Schule, Mariensäule und Kirche könnten sich die Studenten als Ruhe-Oase mit Schatten spendenden Bäumen vorstellen. Die angehenden Denkmalpfleger präsentierten die Ergebnisse ihrer zweiwöchigen Recherchen in Oberschwarzach, Mutzenroth, Wiebelsberg und Schönaich. Etwa 20 Bürger interessierte das Finale der "Anwendungswochen" im Julius-Echter-Schloss, in deren Mittelpunkt denkmalpflegerische Untersuchungen standen.

Die Ergebnisse will Bürgermeister Manfred Schötz seinen Kollegen im Marktgemeinderat präsentieren. Das Gemeindeoberhaupt dankte den Studenten für ihre Arbeit und die Ideen, die künftig eine Grundlage für die Arbeit im Gemeinderat sein können. "Ich glaube, Sie haben sich bei uns wohl gefühlt", wandte er sich an die Denkmalinspektoren, die von den Experten des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege (BLfD, Dienststelle Schloss Seehof) Thomas Gunzelmann, Judith Sandmeier und Christian Schmitt unterstützt wurden.

Studenten waren 14 Tage vor Ort

Die Bevölkerung habe die Ergebnisse mit Spannung erwartet, vor allem, "weil externe Menschen einen Ort mit ganz anderen Blicken wahrnehmen als die Einheimischen", so Schötz. Gerhard Vinken vom Lehrstuhl für Denkmalpflege, Professor der Studierenden, dankte der Bevölkerung und den Vertretern der Gemeinde für die freundliche Aufnahme. Er stellte klar, dass die Ergebnisse rechtlich nicht relevant seien. Die Studenten befänden sich bei dieser Lehrveranstaltung in einer Ausbildungssituation, so Vinken.

14 Tage untersuchten die Studenten die Ortsteile auf ihre Denkmalwerte, recherchierten in den Archiven und kontaktierten die Bewohner. Christa Kraus aus Mutzenroth saß gespannt im Seminarraum. "Mich interessiert unsere Ortsgeschichte sehr. Ich hoffe, dass ich den Studenten mit meinem Wissen helfen konnte", sagte die Zuhörerin. "Es war sehr interessant, weil man sich beim gegenseitigen Austausch wieder Gedanken über seinen Ort gemacht hat", so die Mutenrotherin. Nichtigkeiten, die ihr von der früheren Generation übermittelt wurden, hätten plötzlich Gewicht erlangt. Man habe Zusammenhänge von einst und heute neu erkennen können. Neben Kirche und Bildstöcken, sei vor allem die Dorfentwicklung der letzten Jahrhunderte von Bedeutung gewesen. "Es ist noch vieles in seiner Ursprünglichkeit vorhanden", so das Fazit von Christa Kraus.

Fehlnutzung des Parkplatzes am Kirchberg

Heinrich Bausewein verfolgte die Aufgabenbearbeitung durch die Studenten mit gespanntem Blick. "Mich interessiert brennend, was man bei uns im Ort verbessern könnte", meinte der gebürtige Oberschwarzach, der sich im Förderverein des Schlosses stark engagiert. Isabell Garbe, eine der Sprecherinnen der Studenten, dankte den Bewohnern und der Gemeinde: "Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt." Ihr besonderer Dank galt Quartiersmanagerin Anette Schilling für Vorbereitung, Organisation und tolle Betreuung vor Ort.

Zum Parkplatz am Kirchberg meinte sie: "Hier liegt aktuell eine Fehlnutzung vor." Die Aufwertung der Platzsituation durch Verkehrsfreiheit sei empfehlenswert. Lediglich temporäre Parkplätze für Eltern, die ihre Kinder zum Kindergarten bringen oder abholen, sollten errichtet werden. Für die Alte Schule empfahlen die Studenten die Umnutzung zu einem Senioren-Café mit Außenbestuhlung, Tagespflege und einer barrierefreien Verbindung zum Kindergarten.

Die Studie der Studenten sieht neue "alte" Fußwege zur neuen Schule und in Richtung Sebastiani-Haus (ehemaliger Wanderweg) vor. Bürgermeister Manfred Schötz freut sich schon darauf, die mündlich vorgetragenen Ergebnisse einmal schriftlich in Händen zu halten, um sie dem Gemeinderat und damit der Öffentlichkeit im Detail vorzustellen.

Mehrere an der Ortsgeschichte Bürger, unter ihnen Christa Kraus (Mutzenroth, links) und Heinrich Bausewein (Oberschwarzach, Dritter von links), lauschten den Ergebnissen der angehenden Denkmalpfleger im Schloss.
Mehrere an der Ortsgeschichte Bürger, unter ihnen Christa Kraus (Mutzenroth, links) und Heinrich Bausewein (Oberschwarzach, Dritter von links), lauschten den Ergebnissen der angehenden Denkmalpfleger im Schloss. Foto: Peter Pfannes

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