Schweinfurt

AvH-Konzert: Zwischen Nikolausmütze und Hawaihemd

Beim Weihnachtskonzert zogen rund 200 Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrern alle Register. Das Ergebnis: ein Abend, der auch Überraschungen bot.
Der Unterstufenchor in Aktion. Foto: Uwe Eichler

"Ja, ist denn schon wieder Weihnachten?", fragte Klemens Alfen, Schulleiter des Alexander-von- Humboldt-Gymnasiums, frei nach Franz Beckenbauer: "Ja, heute ist musikalische Weihnachten für alle Humboldtainer." Fast 200 Mitwirkende drängten zum Konzert auf die festlich beleuchtete Bühne neben dem prachtvoll geschmückten Weihnachtsbaum. Die Stuhlreihen waren ebenso randvoll belegt wie die Empore und die Aulatreppen – durch Schüler, Lehrer, "Ehemalige" und Wegbegleiter.

Zum Aufwärmen gab es einen "Mohrentanz", genauer eine "Jazzy Mourisque", frei nach dem Renaissance-Komponisten Tilman Susato. Neu arrangiert wurde der Klassiker durch Musiklehrer Florian Bieber, Leiter der "Junior Jazzers", die im Hawaiihemd bereits Vorfreude auf den Sommer verbreiteten. Es folgte ein jazziger Christmas Song. Die Moderatoren Veronika, Nils und Igor kamen stilecht mit Nikolausmütze auf die Bühne. Wo der eingefrorene Unterstufenchor unter Leitung von Andrea Lettowsky aufgetaut wurde. Zu hören gab es herzerwärmende Evergreens wie "Take a Winter walk", "Kling Glöckchen kling" und den wieder nahenden "heiligen Stern".

"Über meinem Kopf liegt Ärger in der Luft": Fast schon ein Kommentar zum politischen Jahr 2018 war "Over my head", ein Gospel des Mittel- und Oberstufenchors, dirigiert von Thomas Betzer: Gott muss doch irgendwo da draußen sein? "Stop the cavalry", im gemütlichen Galoppel-Rhythmus, ist eigentlich ein Antikriegs-Lied des britischen Popsängers Jona Lewie. Erfrischend anders erklang das "Silent night, holy night" des M/O-Chors, in der keltischen Version. Am Klavier begleitete Jonathan Stauche.

Ein Friedensgruß auf isiZulu

Der elegische Barock-Kanon in D-Dur des Nürnberger Komponisten Johann Pachelbel hat unter anderem die russische Nationalhymne inspiriert. Das Streichorchester spielte ihn zusammen mit einer Pastorale. Feierlich ging es weiter, als M/O- und Lehrerchor gemeinsam das "Psallite" nach Michael Praetorius anstimmten, Organist der Zeit um 1600, und das "allerliebste Kindelein" in der Krippe besangen. Nachdem "Maria durch ein Dornwald ging", blühen an kahlen Sträuchern Rosen – so auch beim Lehrerchor. "Hambani Kahle" ist ein Friedens- und Abschiedsgruß auf isiZulu, der Sprache des größten Volks Südafrikas: "Das Licht erleuchte die Nacht".

Beim Weihnachtskonzert des Humboldt-Gymnasiums durfte "entstresst" werden. Foto: Uwe Eichler

Ungefähr einen Glühwein lang dauerte die Pause, den gab´s am Verkaufsstand der Schüler. Danach ging es flott weiter: Das Trio Claudia Dettmar, Dominik Hagen und Andreas Duft erntete viel Beifall mit Gitarren und Dudelsack sowie einem klugen Ratschlag aus dem irischen Folksong "Come by the hills": Bevor Du dich um die Sorgen von morgen kümmerst, lebe erstmal den heutigen Tag zu Ende. Nach einem "Carol of the bells" führte das Blasorchester, unter Leitung von Florian Bieber, ins Dunkel des endlosen Weltalls mit der Titelmusik von "Star Trek – Into darkness". ""And then there were drums" nennt sich das Stück von US-Drummer Sandy Nelson, bei dem Schlagzeuger mal keinen Soloauftritt haben.

Am Schluss gab´s einen Rekord: Alle Gruppen, somit rund 200 Schüler, intonierten Bachs "In dulci jubilo", dirigiert von Thomas Betzer, bevor die ganze Aula "O du fröhliche" anstimmte. Nicht fehlen durften die Bescherungen und Danksagungen, insbesondere für Andrea Lettowsky und Sigrid Daum als "Coach" der Streicher. Applaus gab es auch für die Musiklehrer Thomas Betzer, als "Seele des Konzerts" sowie seinen "rockigen" Mitdirigenten Florian Bieber.

Beim großen Finale und dem gemeinsamen "O du fröhliche" standen fast 200 Schüler auf der Bühne. Foto: Uwe Eichler

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