SCHWEINFURT

BA-BI sucht neuen Vorsitzenden

Der neue Vorstand der BA-BI, allerdings ohne Vorsitzenden, mit von links: Herbert Wiener, Hubert Lutz, Jürgen Unser, Roland Schwab (alle neue Beisitzer), die neue zweite Vorsitzende Gaby Gehrold, Erika Wirner (Kasse), der neue dritte Vorsitzende Walter Rachle, Renate Schraml-Feyh (Schriftführerin), Peter Fuchs (Kasse) und Konrad Wirner (Protokolle, alle drei wie bisher). Foto: Hannes Helferich

Bis zum Tagesordnungspunkt „Neuwahlen“ war die Stimmung bei der Jahresversammlung der Bürgeraktion Umwelt- und Lebensschutz, Bürgerinitiative gegen Atomanlagen, wie die BA–BI in Langform heißt, richtig gut: Das Ende des KKG in Grafenrheinfeld mit dem gelungenen Abschaltfest Ende Mai 2015 war das Thema.

Man freute sich, dass über 10 000 Sympathisanten auf den Schweinfurter Marktplatz fanden, dass über 200 Ehrenamtliche zum Erfolg beitrugen. Und auch die durch Klagen schwer beanspruchte Kasse weist nun für „neue Taten“ ein Plus auf.

Stammmannschaft ist an Bord geblieben

Die Stimmung kippte dann allerdings, als Vorsitzender Hubert Lutz und sein Stellvertreter Christian Schäflein eine nochmalige Kandidatur ausschlossen.

Und: Ein Nachfolger für den Chefsessel konnte partout nicht gefunden werden. Das BA-BI-Urgestein Lutz begründete seinen Verzicht mit seinem nun über 20-jährigen Engagement. Schäflein führte hauptsächlich private Zeitgründe an.

Viele der aktuell 98 Mitglieder waren im Vorfeld befragt worden. Sie winkten aber ebenso ab wie alle Versuche bei der Versammlung in der Disharmonie fehl schlugen. Gleichwohl: Der Stamm der Vorstandsschaft macht weiter. Gaby Gehrold rückt auf den Stellvertreterposten vor. Der grüne Kreisrat Walter Rachle wurde zum neuen zweiten Stellvertreter gewählt. Die Kassen führen wie bisher Peter Fuchs und Erika Wirner, die Protokolle Renate Schraml–Feyh und Konrad Wirner. Der Notlage gehorchend folgten als weitere Neulinge lauter alte Hasen dem Ruf, „wenigstens“ als Beisitzer im Vorstand mitzumachen: der frühere Grünen-Stadtrat Roland Schwab, das Ex-Vorstandsmitglied Jürgen Unser, der aktuelle Stadtrat Herbert Wiener (SPD) und Hubert Lutz.

Abschaltfest war für die BA-BI emotional und finanziell ein voller Erfolg

Der hatte zuvor noch einmal auf den „Kraftakt“ Abschaltfest zurückgeblickt, dessen großer Erfolg letztlich für alle Mühen entschädigt habe. Die BA–BI habe seit den 1970er Jahren dafür gekämpft, dass Grafenrheinfeld vom Netz geht, schilderte Schäflein. Das haben „wir feiern müssen“, ergänzte Lutz. Und das im Wissen um die noch anstehenden Probleme und Gefahren beim Rückbau und durch das Zwischenlager. Dass sich das Aktionsbündnis gegen Atomanlagen und der Bund Naturschutz deshalb „rausgelöst haben“, bedauerte Lutz. Verurteilt wurde das Verhalten der Behörden beim kürzlichen Erörterungstermin. Lutz und Co. zeigten sich deshalb angetan von der kritischen Auseinandersetzung der Kommunen, des Landkreises und der Stadt. Hoffnung ist, dass sich die Gebietskörperschaften an Klagen beteiligen, sollte unter anderem die BA-BI zum Entschluss kommen, dass dieser Weg einmal mehr nötig sei.

Andachten am Wegkreuz werden fortgesetzt

Apropos Weg. Die Andachten am Wegkreuz in unmittelbarer Nähe zum KKG sind auch nach dem Abschalten fortgeführt worden. Und sie werden weiterhin an jedem letzten Sonntag eines Monats stattfinden.

Rückblick

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  6. AKW: Kritik am Abbau der Werksfeuerwehr
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  8. Aus für AKW-Andachten
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  11. Schleierhaftes Plädoyer für die Atomkraft
  12. Mauerbau am Zwischenlager in Grafenrheinfeld
  13. Preussen-Elektra wirbt um Vertrauen
  14. Klage soll AKW-Rückbau sicherer machen
  15. Bund Naturschutz klagt gegen AKW-Abriss
  16. Energiesparen im AKW Grafenrheinfeld
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  18. Rückbau im KKG: Was dieses Jahr konkret geplant ist
  19. BN klagt gegen Rückbau-Genehmigung für das KKG
  20. AKW-Rückbau: Kritiker warnen vor Niedrigstrahlung
  21. AKW-Rückbau: Kritiker sorgen sich um strahlenden Bauschutt
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  23. Unbehagen nach Abrissplänen für AKW–Türme
  24. Der Fall der Kühltürme weckt wenig Emotionen
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  27. Atomrisiko: Zwischenlager laut BUND vor Terrorangriffen nicht geschützt
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  29. Infotag zum Rückbau des KKW Grafenrheinfeld
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  40. Firma KL: Für und Wider des Atomausstiegs
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  42. Atomkraftwerk: 330.000 Tonnen Material werden bewegt
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