GEROLZHOFEN

Barbara Pfeuffer kandidiert für die Grünen

Barbara Pfeuffer kandidiert bei der Bundestagswahl 2017 für Bündnis 90/Die Grünen im Stimmkreis Kitzingen-Schweinfurt. Das Bild zeigt sie eingerahmt von den beiden Sprechern des Kreisverbands Schweinfurt, Stefan Fuchs und Brigitte Schön. Foto: Guido Chuleck

„Es war Martin Luther King, der mit seiner Vision ,I have a dream‘ die Massen in Bewegung gesetzt hatte – und solche Visionen sind auch heute wieder notwendig.“ Damit eröffnete Nicolas Lommatzsch (26) aus Schweinfurt den Dreikampf der Grünen um die Kandidatur für das Direktmandat im Stimmkreis Kitzingen-Schweinfurt bei der Bundestagswahl 2017.

Der Geschäftsführer des Schweinfurter Kreisverbandes von „Bündnis 90/Die Grünen“ sprach unter anderem von einer Gesellschaft, in der die Herkunft oder die Religion eines Menschen keine Rolle mehr spielen soll. Er geißelte die „rechte Hetze der AfD“ und sprach von einer fairen Gesellschaft mit fairen Steuern.

Männer und Frauen sollten für dieselbe Arbeit gleich entlohnt werden, und Frauen sollten zahlenmäßig ebenso häufig als Chefs vertreten sein wie Männer. Eine Bewerbungsrede, die dem jungen Mann durchaus Chancen fürs Direktmandat eröffnet hätte. Doch am Ende seiner Rede kam der Schwenk um 180 Grad: „Bei den letzten drei Bundestagswahlen waren Männer vorndran, es braucht nicht zwingend einen vierten, deshalb ziehe ich hiermit meine Kandidatur zurück.“

Damit hatte niemand der 30 Mitglieder der Grünen in den beiden Landkreisen gerechnet, die zur Versammlung im Gasthaus „Tor zum Steigerwald“ in Gerolzhofen gekommen waren.

Lommatzsch hatte mit seinem Verzicht auf die Kandidatur aus einem Drei- einen Zweikampf gemacht, in dem sich nun die beiden noch verbliebenen Kandidaten gegenüberstanden, Barbara Pfeuffer (51) und Hans Plate (53).

Am Ende nominierten die Mitglieder Barbara Pfeuffer mit 19 Stimmen als Direktkandidatin. Hans Plate kam auf zehn Stimmen bei einer Enthaltung. Pfeuffer kann sich nun bei der Aufstellungsversammlung für die Bundestagsliste der bayerischen Grünen, die am 9. und 10. Dezember in Augsburg stattfindet, um einen guten Listenplatz bewerben.

Pfeuffer, auf einer Teilzeitstelle als Schulpsychologin im Landschulheim Wiesentheid (Lkr. Kitzingen) tätig, stellte die Bildung in den Mittelpunkt ihrer Bewerbungsrede. Sie sprach von einem „großen Fachkräftemangel“ und, dass fehlende Bildung bedeute, „von der gesellschaftlichen Teilhabe ausgeschlossen zu sein“.

Die vielen Langzeitarbeitslosen und die Jugendlichen ohne Berufsausbildung müssten die Chance auf Aus- und Weiterbildung bekommen. Leider dürfe die Bundesregierung diese Bildung nicht direkt finanzieren, sondern nur unterstützen, „und da helfen Bildungsgutscheine nicht wirklich“. Vielmehr müsse das schulische Angebot ausgeweitet werden, denn: „Bildung ist ein Standortfaktor.“

Bereits zum dritten Mal bewarb sich der Landwirt Hans Plate um die Kandidatur für das Direktmandat im Stimmkreis Kitzingen-Schweinfurt. In seiner Bewerbungsrede ging es neben Krieg und Frieden sowie der falsch ausgezählten Präsidentenwahl in Österreich auch um die Landwirtschaft. Oder, besser gesagt, darum, dass viele Landwirte gar nicht so genau wüssten, was sich am anderen Ende Deutschlands abspiele. In der Uckermark etwa hatte er bei einer Biokontrolle einen Kollegen getroffen, der noch nie etwas von Biowein gehört hatte. „Wir liegen da noch sehr weit auseinander“, so Plate. Er kritisierte auch Agrarvorgaben, „die 10 000 Jahre ökologischem Landbau widersprechen“, und wünschte sich eine Gesellschaft, in der Kontinuität vorherrsche. Beim Thema erneuerbare Energien sollte seiner Ansicht nach der Bürger nicht außen vor bleiben, sondern zum Beispiel von der Windkraft profitieren und nicht nur die Rechnung zahlen müssen.

Die von Heiner Schmidt geleitete geheime Wahl ging angesichts von nur 30 Stimmberechtigten schnell über die Bühne. Barbara Pfeuffer nahm die Kandidatur an. Die Sprecher der beiden Kreisverbände Schweinfurt (Brigitte Schön und Stefan Fuchs) und Kitzingen (Andrea Drexelius und Harald Gordon) sprachen übereinstimmend von einer „sehr guten Kandidatin“. Obwohl Pfeuffer in Theilheim (Lkr. Würzburg) lebt, war sie für die Schweinfurter die „Wunschkandidatin“.

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