SCHWEINFURT

Bauland: Nach Bellevue und Kesslerfield ist vorerst Schluss

Nach Yorktown soll nun auch das Kesslerfield (unten im Bild) als Bauland ausgewiesen werden. Die SPD forderte, schon jetzt darüber hinaus zu denken und weiter zu planen. Foto: Vladimir Budin

Aktuell entstehen in Schweinfurt mehr neues Bauland und Wohnraum als in den vergangenen Jahren. Der Grund: die Konversion. Flächen, die vormals im Besitz der US-Armee waren und von der Stadt aufgekauft wurden, werden umgebaut. Aus Askren Manor wird der neue Stadtteil Bellevue, die Häuser in Yorktown sind längst verkauft, die Wohnbaufläche im Bereich Yorktown Village wurde erweitert, neues Bauland erschlossen. Doch auch dort sind die Grundstücke an den Mann gebracht, so Thomas End. Der SPD-Rat sieht mehr Bedarf, fordert den Einstieg in weitergehende Planungen und beantragte zu den Haushaltsberatungen, die Entwicklung von Wohnbauflächen zwischen Kesslerfield/Yorktown und Gartenstadt zu planen – und dabei auch das Gebiet Pfannäcker einzubeziehen.

Auch wenn Baureferent Ralf Brettin den Argumenten im Grundsatz folgte, trat er doch auf die Bremse: Man müsse Schritt für Schritt gehen, sei gerade dabei, 140 neue Wohneinheiten für das Kesslerfield planen zu lassen, stecke mitten in der Erschließung von Bellevue, das 650 Wohneinheiten bringen soll – von bezahlbaren Wohnungen bis hin zu Einfamilienhäusern. Eine Fläche von 16 Hektar, betonte Finanzreferentin Anna Barbara Keck. Für die Verwaltung sei Bellevue eine Großbaustelle. Natürlich wäre es für die Stadt wichtig, weiter Bauland auszuweisen, allerdings mahnte auch sie, bei den Plänen zu bleiben. Erst Bellevue, dann Kesslerfield, dann weiter.

Mehr, so erklärte Brettin, könne das Baureferat auch nicht leisten. Und Planungsbüros damit zu beauftragen, wie End vorgeschlagen hatte, löse das Problem nicht. Auch sie müssten angeleitet werden, auch in dem Fall sei das Baureferat gefragt, um zu prüfen und zwischen Planern und dem, was der Stadtrat will, zu vermitteln.

Zu früh oder längst and der Zeit?

Außerdem, so Oberbürgermeister Sebastian Remelé, müsse man perspektivisch denken und nicht in den nächsten zwei, drei Jahren alles auf den Markt werfen. Dass manche Menschen aufs Land ziehen, halte er nicht für falsch. Dafür gebe es andere, die in die Stadt umsiedeln. Adolf Schön (proschweinfurt) hatte eben das moniert. Die Stadt brauche Bauland. Die Gemeinden um Schweinfurt herum hätten sich schon immer als Wohnort für Bürger aus der Stadt angeboten. Deshalb sei der Speckgürtel so gewachsen. Georg Wiederer (FDP) forderte, wie End, jetzt in die Planungen für weiteres Bauland einzusteigen. Man habe schon in der Vergangenheit viel verpasst, müsse nun vorarbeiten, damit man in zehn Jahren auch etwas zu verkaufen habe.

15 Jahre waren es bei der Eselshöhe West II, erinnerte Thomas End. Deshalb könne man nicht abwarten. Dass er bei neuem Bauland nicht nur an Einfamilienhäuser denke, sei klar, entgegnete der SPD-Rat auf die Bemerkung von Thomas Schmitt (Grüne). Der hatte betont, man müsse die vorhandenen Flächen nutzen und dabei auch „in die Höhe gehen“. „Schweinfurt läuft relativ schnell voll, dann haben wir nichts mehr.“ Insgesamt war den Grünen der Einstieg in neue Bauland-Planungen zu früh. Wie Reginhard von Hirschhausen meinte, sei die „SPD ihrer Zeit voraus“. Auch in bestehendem Wohnraum werde immer wieder etwas frei. Der Antrag wurde abgelehnt.

Hofmann: Verschiebenummer Stadthalle?

Ebenso wie ein weiterer Vorstoß der SPD für die Erstellung einer Planung und eines Betreiberkonzepts für die neue Stadthalle. Sie soll auch nach den Plänen der Verwaltung im Bereich der heutigen Ledward Barracks entstehen, konkrete Pläne zur Umsetzung gibt es allerdings nicht. Diese zu forcieren, forderte Joachim Schmidl (SPD). Das Projekt, so Finanzreferentin Keck, sei fest in der Planung für Ledward vorgesehen, der Bau allerdings erst ab etwa 2024. Ralf Hofmann forderte dennoch, endlich Nägel mit Köpfen zu machen – und aus dem Projekt Stadthalle keine Verschiebenummer. Er fürchte sonst, dass der Bereich so überplant sei, beispielsweise mit Wohnbebauung, dass die Möglichkeiten für eine Stadthalle stark eingegrenzt wären.

„Wir haben eine Stadthalle mit Betreiberkonzept und langfristigen Laufzeiten“, erinnerte OB Remelé. Was nütze jetzt ein Konzept, wenn man es erst in vier bis fünf Jahren realisiere. Die Stadt habe ein ambitioniertes Programm von Projekten am Laufen, erinnerte auch Stefan Funk (CSU). „Natürlich brauchen wir eine neue Halle.“ Aber nicht jetzt. Bei vier Ja-Stimmen wurde der Antrag abgelehnt.

Städtebau und Stadtentwicklung: Ein Blick in den Teilhaushalt

Das Thema Bauland gehört zum Teilhaushalt 8 (von insgesamt 14), in dem es um Städtebau und Stadtentwicklung geht. 8,3 Millionen Euro wird die Stadt 2019 in diesen Bereich investieren. Das sind rund 300 000 Euro weniger als 2018.

Enthalten sind sowohl die Planungskosten für bestimmte Projekte, als auch die für deren Umsetzung. Hauptaufgabe bleiben laut Haushaltsentwurf die Bauleitplanungen im Bereich der Konversionsflächen.

Für Bellevue werden die Planungen für Grundschule, Kindertagesstätte und Turnhalle in Bellevue weitergehen, 2,95 Millionen Euro stehen dafür im Haushalt. Ebenso geplant werden soll der Neubau des Friederike-Schäfer-Heims. Bisher geplant, wird nun die Carus-Allee in den Ledward Barracks gebaut. 1,1 Millionen Euro stehen dafür im Haushalt.

Vier Millionen Euro werden 2019 in die Schulen investiert.

1,2 Millionen Euro sind für den neuen Jugendtreff Scheibe am Bergl eingeplant, womit sich ein entsprechender Antrag der SPD erledigt hatte. Der Übergang soll nahtlos, das Provisorium Anfang 2019 öffnen.

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