KITZINGEN/GEROLZHOFEN

BayWa-Areal: Wohnen mit Mainblick

Das alte BayWa-Silo in der Kitzinger Glauberstraße soll abgerissen werden. An gleicher Stelle entsteht ein modernes Wohnhaus, das in etwa die Maße des Silos aufnimmt. 22 Eigentumswohnungen mit Mainblick sind hier geplant. Foto: Computergrafik: Rosentritt

Das ist selten im Kitzinger Stadtrat: Beifall für einen Planer. Den gab's für den gebürtigen Gerolzhöfer Wolfgang Rosentritt, dessen Rosentritt Wohnbau GmbH aus Würzburg das ehemalige BayWa-Areal an der Glauberstraße überplant: mit einem großen Bau an Stelle des Silos, wo 22 Eigentumswohnungen (Glauberstraße 7) entstehen sollen und zwei weitere Wohngebäude (Glauberstraße 3), die nach dem Abriss der Lagerhallen geplant sind.

In Gerolzhofen setzt Wolfgang Rosentritt derzeit gemeinsam mit Michael Bock bekanntlich das Projekt „Rewe und Aldi“ am Ortseingang von Rügshofen um. Hier haben auf dem Baugelände erste Vermessungsarbeiten begonnen. Geplanter Start der Bauarbeiten für die zwei neuen Einkaufsmärkte ist im August, bis voraussichtlich Mai 2017 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Das Projekt „Schöner Wohnen am Main“ in Kitzingen wird die einstigen BayWa-Silos ersetzen. Ursprünglich sollten wichtige Strukturteile des BayWa-Gebäudes stehen bleiben. Rosentritt musste aber umplanen. Nun wird alles komplett abgebrochen, der Keller verfüllt und dann ein „identischer Neuaufbau“ hochgezogen – mit vielen Glasflächen.

Der Grund: Die alten Keller stünden bis zur Hälfte im Grundwasser und weil – selbst bei Einsatz einer Lüftung – niemand garantieren könne, dass die Feuchtigkeit nicht durchs Mauerwerk nach oben dringe und dort zu Schimmel führe, musste umgeplant werden.

Nachbarn des sechsgeschossigen Baus mit fünf Spitzgiebeln sollen zwei weitere Wohnbauten der Rosentritt GmbH an der Glauberstraße 3 werden. Die dortigen Lagerhallen machen nach den ersten Plänen Platz für zwei dreigeschossige Wohnbauten mit jeweils einem Penthouse oben drauf.

Bei allen drei Gebäuden plant das amtlich festgelegte Jahrhundert-Hochwasser des Mains quasi mit: Im Erdgeschoss gibt's laut Rosentritt lediglich Nebenräume und Stellplätze für Autos der Bewohner. Schließlich stände bei einem Wasser, wenn eine Flut wie im Februar 1909 erneut über Kitzingen hereinbräche, das halbe Erdgeschoss im Main.

Eine Verlegung der Straße zur Tiefgarage am unteren Mainkai, die die geplanten Projekte trennen würde, könnte für den Investor und die Stadt zum Gewinn werden. Wenn die Straße weg wäre, könnten laut Rosentritt sowohl auf seinem Gelände als auch auf dem der Stadt Grünanlagen entstehen. Ersatz für die Zufahrt wäre eine Stichstraße, die zwischen der Glauberstraße 3 und der Diakonie durchführen würde. Der Stadtrat stimmte der Idee, die jetzt planerisch angepackt werden soll, zu. Die Kosten für den Straßenbau – Rosentritt zufolge rund 240 000 Euro – sollen sich Stadt und Investor hälftig teilen.

Ein kritisches Echo auf die Pläne für das BayWa-Gelände kam lediglich von KIK-Fraktionschef Klaus Christof. Der bewertete die Planung vor allem des Silogebäudes als „nicht die große Herausforderung“ aus architektonischer Sicht. Rosentritt wiederum sah in der an die ursprüngliche Silhouette angelegte Architektur den Erhalt eines „Stücks Kitzinger Geschichte“ und stieß auf Beifall: „Ich kann Sie nur beglückwünschen zu diesem Vorschlag“, so CSU-Fraktionsvorsitzender Andreas Moser.

Bei der möglichen Straßenverlegung forderte Christof, hier das Verursacherprinzip anzuwenden und Rosentritt die Kosten komplett aufzubürden. Der Planer sprach zwar von einem „massiven Vorteil für mein Bauvorhaben“, wenn er das Gesamtareal ohne die Straße gestalten könne, betonte aber, dass seine Projekte auch ohne die Umlegung gut auskommen könnten.

Die Verbesserung der Mainpromenade, die bei einer Verlegung möglich wäre, hob OB Siegfried Müller hervor. Wenn Rosentritt als „Mitzahler“ dabei sei, hätten beide Seiten Vorteile. Mitarbeit: Klaus Vogt

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