SCHWEINFURTSCHWEINFURT

Bayernpartei setzt auf neues Rentenmodell

Uta Gilbert, Gerolzhofen, Bayernpartei, Landtagswahl 2018, Direktkandidatin Stimmkreis Schweinfurt Foto: Josef Schäfer

Der Zentralismus im Freistaat ist der Bayernpartei ein Dorn im Auge; die Regionen sollen mehr Kompetenzen bekommen, fordert die Direktkandidatin für den Landtag, Uta Gilbert. Doch in den Fokus rückt die 57-Jährige eher sozialpolitische Themen.

„Bei vielen, die um 1960 geboren sind, gibt es die Gefahr der Altersarmut“, sagt Gilbert. Das gelte besonders für Frauen, die oft schlecht bezahlte Berufe ausfüllen und daher niedrige Renten zu erwarten hätten. In diesem Punkt müsse man massiv gegensteuern. Mit einem neuen Rentenmodell. Der Generationenvertrag könne das Problem nicht alleine lösen, deswegen müssten Renten auch aus Steuermitteln bezahlt werden. „Andere Länder machen uns es vor.“, sagt Gilbert. 1500 Euro Minimum soll jeder bekommen – bei Anrechnung von Erziehungs- und Pflegezeiten. „Das ist vor allem für Frauen wichtig.“

Regionalisierte Krankenkassen

Das Rententhema treibt Uta Gilbert schon deswegen um, weil es in ihrem Bekanntenkreis einige alleinerziehende Frauen gebe, die sich Sorgen machten, ob später die Rente zum Leben reicht. Daher plädiert sie auch dafür, das Anrecht einzuführen, von einem Teilzeit- in einen Vollzeitjob wechseln zu können. In diesem Zusammenhang fordert sie eine bessere Bezahlung für Pflegeberufe sowie die Erhöhung und verbesserte Kontrolle von Pflegeschlüsseln. Die Pflege von Angehörigen soll komplett die Pflegekasse übernehmen, die Krankenkassen müssten regionalisiert werden, fordert Gilbert.

Als Konservative hat Gilbert auch klare Ansichten zum viel diskutierten Flüchtlingsthema. „Schon lange“ habe die BP eine Grenzpolizei gefordert, die nun die CSU eingeführt hat. Das Recht auf Asyl dürfe nicht angetastet werden. Wenn aber Menschen „die Grundrechte mit Füßen treten“, müssten sie das Recht auf Sachleistungen verlieren und das Land verlassen, sagt Gilbert. Diese Position habe die BP schon länger vertreten als die Unionsparteien. Asylsuchende müssten in ihr Land zurückgebracht werden, wenn dort Frieden eingekehrt ist. Deswegen, so folgert sie, sei es wichtig, in diesen Staaten auf ein friedliches Leben hinzuwirken.

Entscheidungen an der Basis

Als wertkonservative Partei ist die BP bemüht, sich von der CSU abzugrenzen. Gilbert formuliert den Unterschied so: „Die CSU ist zentralistisch, die BP ist dezentral.“ Soll heißen: Die Bezirke sollen gestärkt werden, Entscheidungen sollen soweit wie möglich an der Basis getroffen werden. Ein konkretes Beispiel: Ob eine Straße gebaut wird oder nicht, sollen die Menschen vor Ort entscheiden; sie seien schließlich die Betroffenen.

Und ja, sie sieht Bayern am liebsten als eigenständigen Staat, wenn die Bevölkerung das auch will. Bayern soll dann ein Teil eines „Europas der Regionen“ sein. Zusammen mit Basken, Katalanen, Schotten und Südtirolern.

Steckbrief

Uta Gilbert ist 2007 zur Bayernpartei (BP) gestoßen und bewirbt sich im Stimmkreis Schweinfurt als Direktkandidatin für den Landtag. Die 57-jährige Krankenschwester stammt aus Ebrach, wohnt heute in Gerolzhofen, wo sie sich auch als ehrenamtliche Gästeführerin engagiert. Gilbert steht dem Kreisverband der Bayernpartei vor und ist stellvertretende Bezirksvorsitzende.

Politik gerafft auf einem Bierdeckel: Die Landtagskandidatin der Bayernpartei, Uta Gilbert, wirbt für Transparenz. Foto: Josef Schäfer

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