CRAHEIM

Begegnungsstätte der Konfessionen

Er hat es wohl etwas zu gut gemeint mit dem Wetter, derjenige, um den sich im Lebenszentrum Schloss Craheim alles dreht: Gott. Beim Open-Air-Gottesdienst drängten sich die Besucher in schattige Eckchen, während die Sitzplätze in der Sonne leer blieben. Mit dem Gottesdienst begannen die Feierlichkeiten zum Jubiläum „40 Jahre Lebenszentrum für die Einheit der Christen“.
Weiß leuchtete die „40“ am efeubewachsenen Treppenaufgang von Schloss Craheim, während im Schlosspark der Gottesdienst gefeiert wurde.
Weiß leuchtete die „40“ am efeubewachsenen Treppenaufgang von Schloss Craheim, während im Schlosspark der Gottesdienst gefeiert wurde. Foto: FOTO Anette Tiller

Pfarrer Manfred Kießig, Regionalbischof Wilfried Beyhl, Pfarrer Heiner Frank, Pfarrer Gottfried Wenzelmann, Ingrid Reimer, Elisabeth von Truchseß, Schwester Elisabeth Stahlschmidt, Diakon Michael Wahler und Pastor Reiner Dauner gestalteten gemeinsam mit vielen Musikern, dem Posaunen- und dem Chospelchor „Voice of Glory“ den Gottesdienst. Dass Schloss Craheim mit seiner Begegnungsstätte auch im Spessart bekannt ist, unterstrich Pfarrer Benno von Bundschuh in seinem Grußwort. Diakon Wahler sicherte die weitere Unterstützung der ökumenischen Einheit zu, besonders in Bezug auf den Franziskushof, der seit dem Auszug der „Aufbaugemeinschaft 'Eine Kirche'“ im vergangenen Jahr wieder katholische Beistand sucht.

Aus dem einstigen Stammsitz des königlichen preußischen Rittmeisters Crafft Freiherr Truchseß von und zu Wetzhausen und seiner Gattin Clara wurde am 20. August 1968 eine Begegnungsstätte – das „Lebenszentrum für die Einheit der Christen“. In vielen Begegnungen der Gründer, Crafft Freiherr Truchsess, Wilhard Becker, Siegfried Großmann, Eugen Mederlet, Albrecht Fürst zu Castell-Castell, Reiner-Friedemann Edel und Arnold Bittlinger, wuchs damals zunehmend die Sehnsucht, eine Lebensgemeinschaft zu bilden, in der die Gaben und Erfahrungen der verschiedenen Konfessionen zusammenkommen. Mit dem leerstehenden Schloss Craheim fanden die Gründer einen Platz für das Ökumenische Zentrum.

1968 wurden die Gebäude renoviert und ausgebaut. Ein Jahr später begann die Tagungsarbeit. Die evangelisch geprägte „Begegnungsstätte Schloss Craheim“ wird heute von der „Lebensgemeinschaft für die Einheit der Christen“ getragen. Ihr gehören 21 „Glieder“ (Familien, Ehepaare und Alleinlebende) an. Im 1998 eingeweihten „Schwestern- und Exerzitienenhaus“ wohnen und wirken fünf Schwester der ökumenischen „Kommunität Jesu Weg“, die wie eine Ordensgemeinschaft leben. Der „Franziskushof“ wurde über Jahrzehnte als Haus der Stille katholisch geführt. Seit 2007 ist er in die Arbeit der Begegnungsstätte integriert.

Die Seminare, die heute im Bereich der Seelsorge, speziell der Eheseelsorge angeboten werden, haben eine Entwicklung durchlaufen. Beratungsgespräche zwischen Ehepaaren (Paare beraten Paare) bilden einen wichtigen Baustein der Seminararbeit. Die Vorträge werden immer von einem Ehepaar gehalten, um nach den Worten von Verantwortlichen beide Sichtweisen einfließen zu lassen. Mittlerweile gibt es ein vielfältiges Seminarangebot zu vier Themenbereichen: Partnerschaft und Familie, Seelsorge und Beratung, Glaube und Persönlichkeit und Kreativität und Entspannung. Um über 50 Tagungen pro Jahr anbieten zu können, sind die Craheimer auf die Unterstützung externer Mitarbeiter angewiesen. Circa 120 sind es, sie kommen aus ganz Deutschland. Erwachsene, von denen die meisten in ihrer Urlaubszeit unentgeltlich in Craheim wirken, oder Jugendliche, die ihre Ferien zum Teil als Ferienhelfer in die Kinderbetreuung investieren. Ein Engagement, das nach Auskunft der Verantwortlichen von ihren Gästen mit den Worten belohnt wird: „Die Mitarbeiter sind der Schatz von Craheim.“

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