SENNFELD

Beim Energiemanagement Vorbild sein

Ein Beispiel für die Umsetzung des Einsatzes regenerativer Energien: die auf dem Dach der Gemeindehäuser Friedhofstraße 23-25 errichtete Photovoltaikanlage (auf dem Bild hinten: Haus mit Gerüst). 88 Module auf 160 Quadratmetern liefern 22,44 KWp. Die Kosten einschließlich Dachvorbereitung betragen 55 000 Euro. Foto: Vogel

Nach kontroverser Diskussion beschloss der Gemeinderat die Einführung eines Kommunalen Energiemanagements für die Gebäude der Gemeinde (Rathaus, Frankenhalle, Familienbad, Feuerwehrgerätehalle, Bauhof, Alte Schule, Grund- und Mittelschule, Sport- und Freizeitanlage) durch die Energieagentur Oberfranken nach Förderzusage. Für das dreijährige Projekt entstehen der Gemeinde Gesamtkosten von etwa 54 000 Euro.

Zunächst hatte Bürgermeister Emil Heinemann auf die Förderung für ein solches Projekt durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit im Rahmen des „CO2-Minderungsprogrammes für kommunale Liegenschaften“ in Höhe von 40 Prozent der jährlichen zuwendungsfähigen Kosten von 25 000 Euro inklusive Fahrtkosten hingewiesen. Heinemann warb für das Projekt, weil beispielsweise bei einer durchschnittlichen Energiekosteneinsparung von 8,5 Prozent jährlich im Heizwärmeverbrauch nach Meinung der Energieagentur von einer Kostenneutralität für die Gemeinde auszugehen sei, da ihr die Einsparungen in vollem Umfang zufließen.

Nach Beendigung des Projekts seien die geschaffenen Strukturen Bestandteil des täglichen Umgangs mit Energie und Wasser. Die Verbräuche zu Beginn der Maßnahme würden dann deutlich unterschritten. „Bei allen wirtschaftlichen Gesichtspunkten muss aber auch der ökologische Aspekt berücksichtigt werden“, hob Heinemann hervor. Denn Energiesparen heiße Verringerung des Schadstoffausstoßes sowie Einsparung von wertvollen Rohstoffen.

Entscheidend für eine nachhaltige Entwicklung sei, dass die Gemeinde auch eine Vorbildfunktion für ihre Bürger beim Klimaschutz einnimmt und durch konkrete Projekte aktiv handelt. Im Hinblick auf die erheblichen Kosten für die Gemeinde hatte der Geschäftsführer der Energieagentur Nordbayern, Wolfgang Böhm, die Räte durch Erläuterung der Vorgehensweise im Rahmen des Energiemanagements überzeugt.

Nach Erfassen des Gebäudebestandes und Aufnahme des Energie- und Wasserverbrauches der vergangenen drei Jahre sowie monatlicher Kontrolle erfolgen regelmäßige Begehungen der Liegenschaften mit dem Hausmeister einschließlich Kontrolle der Regelung von Heizung, Warmwasserbereitung und Lüftung mit Überprüfung der Umsetzung vorgeschlagener Optimierungsmöglichkeiten.

„Bei allen wirtschaftlichen Gesichtspunkten muss aber auch der ökologische Aspekt berücksichtigt werden.“

Emil Heinemann, Bürgermeister von Sennfeld

Böhm nannte auch das Erfassen der gültigen Tarife für Wärme, Strom und Wasser, das Einlesen der Stammdaten und Verbrauchswerte in ein PC-Energiemanagement-Programm sowie die Energiekennwertbildung und Vergleich der Gebäude gemäß der VDI-Richtlinie 3807.

Eine individuelle Effizienzoptimierung in den einzelnen Gebäuden sei durch Verbesserungen im Anlagenbetrieb, organisatorische Verbesserungen und Nutzerbeeinflussung sowie Schulung des Hausmeisters möglich. Nach der Schwachstellenanalyse im Bereich Wärme, Strom und Wasser erfolge die Beratung des Hausmeisters und Bautechnikers hinsichtlich Betrieb und Neuinvestitionen bei Heizungen und Warmwasserbereitung.

Hinzu komme noch die Begleitung der Investitionen, Kontrolle und Optimierung sowie Einweisung des Gebäudeverantwortlichen in die neuen Gegebenheiten. Eine Grobanalyse der aktuellen Wärmebereitstellung dient als Basis für die Erstellung von Energieversorgungskonzepten.

Böhm hob auch die Schulung der Gebäudeverantwortlichen beim Erkennen und Umsetzen von Einsparpotenzialen im täglichen Umgang mit Wärme, Strom und Wasser, die regelmäßige Information der Verwaltung über erkannte Schwachstellen und Verbesserungsmöglichkeiten einschließlich Durchsprechen der Ergebnisse sowie die Erstellung eines jährlichen Energieberichtes mit Darstellung des Einsparerfolges hervor.

Außerdem erfolge eine Schulung für Nutzer und Mitarbeiter (halbtägig mit zwei Referenten). Nach der Annahme des Angebots über ein „Kommunales Energie Management“ muss nunmehr der Förderantrag gestellt werden. Erst nach Erteilung der Förderzusage kann die Agentur Nordbayern tätig werden.

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