SCHWEINFURT

Ben Becker und ein röhrender Hirsch

Zeug gibt‘s: Kein Herz für Hunde

Schweinfurt kennt Ben Becker halt auch als respektlosen Stänkerer mit Auftritten, die mit peinlich noch harmlos beschrieben sind. Beim Nachsommer in der Kunsthalle 2010 etwa verkündete er fröhlich, gerade einen Mann mit den Worten „Geh weg, du Pfeife, ich muss jetzt auf die Bühne“ angeraunzt zu haben, der sich als „Oberbürgermeister Schneider“ entpuppt habe. Eher ein Eigentor! Oder Beckers Benehmen auf der Mainbühne 2013, wo statt seiner Schauspielkunst die Anpöbelei zweier Pressefotografen und dann der Sprung des nackten Becker in den Main für ein klein wenig Aufregung sorgten.

Er scheint es nicht lassen zu können. In Homburg, wie die Süddeutsche vermeldet, stänkerte der crazy Künstler darüber, wie scheußlich die Stadt sei. Das liege vor allem an der hässlichen Markise des örtlichen Gemüsehändlers. Er werde ihm deshalb eine neue spendieren, polterte Becker – im Mai. Nicht nur die Lokalpresse hakte nach, was Becker nun aktuell dazu veranlasste, bei einer Lesung in Bad Hersfeld – nahe Homburg – zu verkünden, dass ihm eine komplette Markise zu teuer sei. Der Gemüsehändler hatte nämlich Angebote eingeholt – das billigste lag bei 4000 Euro – und an Becker geschickt.

Der will nun allenfalls noch den Bezug der Markise zahlen. Fazit: Wieder so ein Scherz auf Kosten anderer, der – einmal mehr und im wahrsten Wortsinn – auf Beckers Kosten geht.

Im November letzten Jahres hatte diese Redaktion auf den wieder anwachsenden Leerstand in der City hingewiesen, im April 2016 nachgelegt, eine Reaktion vor allem der Politik gefordert. Die erfolgte umgehend: SPD, CSU und SWL stellten Anträge, was der Herr Oberbürgermeister Sebastian Remelé (der Kürze wg. Sebelé) allerdings unglücklich nannte, weil: Wer Schnellschussprogramme zur Innenstadtbelebung auflege, habe den Strukturwandel nicht begriffen, ließ er mitteilen. Dieser Tage nun wurde erneut mitgeteilt und zwar die Erkenntnis des Rathauses, dass ein City-Manager doch nötig sei, den die Parteien in ihren Schnellschussanträgen übrigens gefordert haben, deren Behandlung halt leider noch auf sich warten lässt.

Hirschgeweih, Hirschlikör, Hirschbier, Hirschragout, Hirschalm. Der Brückenbräukeller ist wiederbelebt, Hirschkeller hat Wirt Frank Keller seine nun alpenländisch geprägte neue Adresse getauft. Es ist die sechste Gastronomie des ideenreichen Schweinfurters: Weißes Rössl, Café Valentin, Sax an der Kunsthalle, Habaneros, Brick-House, also Frankenland, Frankreich, Mexiko und Amerika. Nun setzt sich die Weltreise fort mit einem Abstecher nach Österreich, in die Schweiz und ins Bayernland in dem nach einem röhrenden Hirsch benannten Keller. Dem Gast mit einem Bedürfnis, aber nur geringen Kenntnissen der in diesen südlichen Regionen gepflegten Sprache sei mitgeteilt, dass „Buam“ die Toilettentür für die Männer ist.

Am Schluss noch diese Nachricht: Alle Woche behandelt das Zeit-Magazin auf der „Deutschlandkarte“ eine statistische Erhebung. Diese Woche die bundesweiten Gründungsorte der größten deutschen Familienunternehmen. Schweinfurt findet sie darin auch – Schaeffler, seit 1883. Nun ja.

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