LÜLSFELD

Beste Voraussetzungen für Kleinkinder

Aufführung der Kindergartenkinder: Die Kinder sangen bei ihrem Auftritt anlässlich der Segnung der neuen Kinderkrippe, die an den Kindergarten in Lülsfeld angebaut wurde, unter anderem über das Zusammengehören der Generationen. Foto: Matthias Beck

Die Segnung der neuen Kinderkrippe, das 50-jährige Bestehen des Kindergartens und das Pfarrfest waren an Fronleichnam in Lülsfeld Anlass für eine größere Veranstaltung. Im Kindergarten sind derzeit 14 Kinder aus Lülsfeld und 13 Kinder aus dem Nachbarort Schallfeld untergebracht. Sie sind alle mehr als drei Jahre alt. In der neuen Kinderkrippe sind nun zwölf Plätze für Kinder zwischen null und drei Jahren vorhanden. Auch Kinder aus anderen Gemeinden könnten im Lülsfelder Kindergarten betreut werden.

Die neue Kinderkrippe ließ Pfarrer Stefan Mai hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Er sagte, dass sich die Kindergartenlandschaft in den letzten Jahrzehnten sehr verändert habe. Er erinnerte an den Kindergartenalltag im Kloster und den Bau eines neuen Lülsfelder Kindergartens vor 50 Jahren.

Grund für die weitere Veränderung der Kindergärten sei gesellschaftliche Veränderung. Die Politik wolle, dass möglichst alle in einen Arbeitsprozess gelangen und trotzdem gut für die Kinder gesorgt werde.

Am Kindergarten gefalle Pfarrer Mai, dass er immer noch unter dem Namen „Sankt Elisabeth“ firmiert, und dass der Träger der Elisabethenverein in Lülsfeld ist. Die Innenarchitektur zum Beispiel in Hinblick auf die Garderobe spiegle wider, dass das Programm von einst hier fortgeführt werde. Deren Gestaltung stelle symbolisch das Rosenwunder der heiligen Elisabeth dar, durch den grünen Boden und rote Kästchen an der Wand.

Die alleinerziehende Elisabeth

Die mit 23 Jahren verstorbene Elisabeth sei alleinerziehende Mutter mit drei Kindern gewesen, so Mai. Die Kinder gab sie zur Erziehung ins Kloster. Der Priester vermutet, dass es heute und in Zukunft vielen Familien ähnlich geht. Die Eltern müssten arbeiten und hoffen, dass ihre Kinder menschlich und gütig in einem Wohnraum von Geborgenheit auch in den Kindergärten aufwachsen dürfen.

Die Innengestaltung der Lülsfelder Einrichtung verweise auf die Hoffnung auf ein gutes Klima, in dem Menschen sich entfalten und ihre Talente entwickeln.

Nach weiteren Worten von Pfarrer Mai über die Vorsorge für die kommende Generation durch den Anbau und nach der Segnung sagte der stellvertretende Bürgermeister Lothar Riedel, dass die Gemeinde mit den Ortsteilen Lülsfeld und Schallfeld für junge Familien noch attraktiver geworden sei. Mit dem Bau der Kinderkrippe habe die Gemeinde auf die Vorgaben des Staates reagiert, um für die Zukunft beste Voraussetzungen für Kleinkinder zu schaffen.

Weiterhin ging Riedel auf den zeitlichen Hergang der Maßnahme ein. Im Dezember 2012 stellte der Gemeinderat den Bedarf für eine Kleinkindgruppe fest. Das wurde vom Landratsamt im Januar des Folgejahres bestätigt. Im April 2013 erging der Planungsauftrag an das Architekturbüro Roth und Partner. Im Mai 2014 wurde mit dem Bau begonnen. Der Anbau an den bestehenden Kindergarten war Ende 2014 fertig geworden.

Die Kosten der Baumaßnahme schätzte man im November 2013 auf rund 637 000 Euro, ohne die Grunderwerbskosten. Nach jetzigem Stand werde die Baumaßnahme unter dieser Schätzung bleiben.

Bisher fielen Baukosten in Höhe von 521 000 Euro an. Die Regierung von Unterfranken hat einen Zuschuss von 339 000 Euro zugesagt. Die Diözese Würzburg unterstützt die Maßnahmen mit 110 000 Euro. 2000 Euro gingen an Spenden ein. Die restlichen, nicht geförderten Kosten in Höhe von 61 000 Euro trägt die Gemeinde, die sich auch an den jährlichen Betriebskosten der Kita beteiligt. Die stellvertretende Landrätin Christine Bender sagte, dass Familien die Basis für die Entwicklung der Kinder bilden und das Fundament der Gesellschaft seien. Für die Bewältigung des Alltags brauchen Eltern und Kinder aber eine familienfreundliche Infrastruktur in einer sich wandelnden Arbeitswelt. In Lülsfeld könnten Eltern guten Gewissens sagen, dass ihr Kind versorgt sei.

Der Landkreis Schweinfurt sei laut Bender auf einem guten Weg, die gesetzlich geforderten und gewünschten Einrichtungen zu schaffen. Für mehr als 50 Prozent der ein- bis zweijährigen Kinder gebe es im Landkreis bereits einen Betreuungsplatz. 245 Plätze seien in den vergangenen zwei Jahren in den Gemeinden neu geschaffen worden. Im Landkreis Schweinfurt werden mehr als 950 Kinder unter drei Jahren in Kitas betreut.

Barrierefreier Anbau

Von den Architekten ließ der verhinderte Heiner Roth durch seine Partner Peter Geiling und Bastian Wagner Grußworte übermitteln. Geiling berichtete hierbei, was den Planern bei der Entwurfsfindung wichtig war. So etwa die Funktionalität: Der neue Eingangsbereich mit einer Garderobe sei eine verbindende aber auch trennende Spange zwischen Kindergarten und Kinderkrippe. Über die Terrasse sei er auch eine Brücke in den Garten.

Weiterhin sei die gesamte Erweiterung barrierefrei, so Geiling. Zudem habe man den Baumbestand mit einbezogen und erhalten, insbesondere den alten Walnussbaum. Das Farbkonzept war vom Rosenwunder der heiligen Elisabeth von Thüringen abgeleitet worden.

Geiling sprach noch weitere Punkte an und überreichte einen symbolischen Schlüssel an Bernd Christau, den Vorsitzenden des Lülsfelder Elisabethenvereins, und ein Bündel Pfauenfedern an Kindergartenleiterin Monika Sauer.

Schließlich konnten die Gäste die Räume besichtigen. Eine Aufführung der Kindergartenkinder rundete die Kinderkrippensegnung ab. Anschließend hatten die Besucher die Gelegenheit, beim Pfarrfest das gesellige Beisammensein zu pflegen.

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Kita Lülsfeld

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Einweihung der neuen Räume: Pfarrer Stefan Mai (links) segnete die an den Kindergarten angebaute neue Kinderkrippe mit Weihwasser. Mit im Bild (von links): Der stellvertretende Bürgermeister Lothar Riedel, Kindergartenleiterin Monika Sauer und die stellvertretende Landrätin Christine Bender. Foto: Matthias Beck
Altes und neues Programm: Symbolische Darstellung des Rosenwunders der heiligen Elisabeth von Thüringen durch rote Kästchen und den grünen Boden. Foto: Matthias Beck

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