DONNERSDORF

Besuch von Spitzenkandidaten der Grünen in Donnersdorf

Eine Delegation von Bündnis 90 / Die Grünen besuchte das Kaufland-Logistikzentrum (vorne von links) Paul Knoblach, Kerstin Celina, Ludwig Hartmann, rechts: Michael Stockhausen, Leiter des Logistikzentrums. Foto: Manuel Holzner

Unter dem Aspekt „Flächenverbrauch in Bayern“ besuchte eine Delegation von Bündnis 90/Die Grünen das Kaufland-Logistikzentrum und Gut Tugendorf in Donnersdorf. Mit dabei waren laut einer Pressemitteilung der bayerische Landtags-Spitzenkandidat Ludwig Hartmann, die unterfränkische Spitzenkandidatin Kerstin Celina, der Schweinfurter Landtagskandidat Paul Knoblach, der Schweinfurter Stadtrat Dr. Reginhard von Hirschhausen und Kreisrat Udo Rumpel.

Das Kaufland Logistikzentrum wurde 2001 bis 2003 ergänzend zu den bisherigen Verteilzentren des Unternehmens gebaut und 2004 in Betrieb genommen. Auf 19,5 Hektar zuvor landwirtschaftlicher Fläche mit mäßiger Bodenqualität entstand ein 70 000 Quadratmeter großes dreigeschossiges Gebäude mit einer Höhe bis über 40 Metern – die Hochregale sind 20-40 Meter hoch. Das Logistikzentrum beliefert die Kaufland-Filialen in ganz Deutschland mit Non-Food-Artikeln, deshalb bot sich der Standort Unterfranken als geometrischer Mittelpunkt an.

Entstanden sind über 470 Arbeitsplätze, bezahlt nach dem Tarif für Groß- und Außenhandel, die Belegschaft wohnt überwiegend in der Umgebung. Die Ware kommt meist aus Asien in Containern per Schiff nach Hamburg, dann auf der Schiene nach Schweinfurt, dann per Lkw nach Donnersdorf, wo sie auf Euro-Paletten umkonfektioniert und per Lkw nach Bedarf an die Filialen in Deutschland geliefert wird.

Was tut das Logistikzentrum für die Ökologie? Alles, solange Ökologie und Ökonomie parallel laufen, und das ist oft der Fall: Das neue Transport-Management mit neuer Software-Steuerung sorgt für gut geplante Abhollogistik mit volleren Lkw und hat in den letzten fünf Jahren zu 20 Prozent CO2-Einsparung geführt. Die Umrüstung der gesamten Beleuchtung auf LED mit Bewegungssensoren sparte jährlich 40 Prozent des Stromverbrauchs ein eine Ersparnis von knapp 1,7 Mio kWh pro Jahr.

Unverkaufte Ware wird von den Filialen zurückgenommen und nicht verschrottet, das Retourenmanagement nimmt ein Geschoss des Baues ein. Monatlich werden 98 Tonnen Pappe und 13,5 Tonnen Folien recycelt.

Die Grünen-Frage, was man bei der Planung des Zentrums im Rückblick hätte anders machen sollen, wurde nicht bzw. nur indirekt beantwortet: Das Unternehmen hatte sich zuerst um einen Bauplatz im Schweinfurter Industriegebiet beworben. Als es dort Widerstände gab, habe sich schnell der Standort Donnersdorf ergeben. Was kann die Politik tun, um den Flächenverbrauch ohne Nachteile für die Unternehmen zu vermindern? Die einfache Antwort: miteinander reden, Lösungen finden; wenn Fläche knapp und damit teurer wird, kalkuliert sich manches anders, nur müssen die Bedingungen für alle gleich sein.

Auf Gut Tugendorf informierte der Besitzer Anton Beyer die Delegation, dass Tugendorf bis 1862 eine selbstständige Gemeinde aus elf Einzelhöfen war - jetzt ist Gut Tugendorf ein Naturland-Öko-Hof mit 150 Hektar Ackerland und 50 Hektar Wald. Als Problem für die Landwirtschaft beschrieb er das Vorkaufsrecht der Gemeinde, wenn landwirtschaftliche Fläche zum Verkauf steht. Die Gemeinde kann die Fläche dann entweder zu Bau- oder Gewerbegebiet umwandeln (für die Umwandlung von Ackerland zu Logistikzentrum wurde keine landwirtschaftliche Ausgleichsfläche ausgewiesen) oder kurzfristig verpachten, was für Öko-Betriebe unattraktiv ist, da die Umstellung auf ökologisch bewirtschaftete Fläche mindestens zwei Jahre dauert.

Die Grünen-Delegation kam zu folgenden Schlüssen: Industrie und Handel haben nicht grundsätzlich etwas dagegen, wenn Fläche knapper und damit teurer wird, es darf nur keine Ausnahmen für Einzelne geben. Wenn die Fläche für alle gleichermaßen teurer wird, dann wird flächensparender kalkuliert und gebaut - dann gehen auch hier Ökologie und Ökonomie parallel.

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