GEROLZHOFEN

Bitte um eine verlängerte Frist

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. Foto: Nikoncharly (iStockphoto)

Eigentlich hätte der neue Zweckverband „Gemeinsamer Bürgerwald Gerolzhofen – Dingolshausen“ zum 1. Januar 2016 Rechtskraft erlangen sollen. Der Zweckverband mit seiner Verbandsversammlung soll Nachfolger des bisherigen Waldpflegeausschusses sein, für den die Rechtsaufsicht keine rechtliche Legitimation sieht. Doch bis zum Jahresende werden sich Gerolzhofen und Dingolshausen – wenn überhaupt – auf keine Satzung mehr einigen können.

Wie berichtet, waren am Mittwochabend die Verhandlungen bei einer gemeinsamen Sitzung von Stadtrat Gerolzhofen und Gemeinderat Dingolshausen ergebnislos abgebrochen worden. Der neutrale Beobachter kann die Positionen der beiden Parteien gut nachvollziehen: Die Dingolshäuser verweisen darauf, dass die Idee des Gemeinsamen Bürgerwalds (der seit rund 1000 Jahren existiert und von dessen Verwaltung es bereits seit 500 Jahren archivalische Belege gibt) seit Alters her immer auf Gleichberechtigung angelegt war. Gerolzhofen und Dingolshausen hatten früher immer die gleiche Anzahl von Sitzen im Waldpflegeausschuss – und dies unabhängig von der Anzahl der Herdstätten, bei denen Gerolzhofen naturgemäß ein ganz klares Übergewicht hat.

Die Gerolzhöfer hingegen sind der Meinung, dass nun mit dem neuen Zweckverband auch eine neue Körperschaft entsteht, die erstens für die kommenden Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte Bestand haben soll, und in der zweitens auch abgebildet sein soll, wie die tatsächlichen Besitzverhältnis sind. Man darf gespannt sein, ob es noch einen Kompromiss geben und – falls ja – wie dieser aussehen wird.

Könnten sich die beiden Kommunen im schlimmsten Fall nicht einigen, würde das Landratsamt kraft Amtes selbst eine entsprechende Zweckverbandssatzung erlassen. Das Landratsamt hatten den beiden Gemeinden faktisch eine Frist zur Einigung bis zum Jahresende gesetzt. Doch nach dem Abbruch der Verhandlungen am Mittwochabend ist die Gründung des Zweckverbandes noch in diesem Jahr rein organisatorisch nicht mehr möglich. Es gibt keine Sitzungstermine mehr.

Deshalb stellt sich die Frage, wie es ab dem 1. Januar 2016 rechtlich weitergehen soll. „Wir werden in der kommenden Woche ein Gespräch mit dem Landratsamt führen“, sagt Johannes Lang, geschäftsführender Beamter der Verwaltungsgemeinschaft Gerolzhofen, auf Anfrage dieser Zeitung. Man wolle dann ausloten, wie die Situation weiter gehandhabt wird. Denkbar sei, dass das Landratsamt noch eine Fristverlängerung gewährt, damit sich Gerolzhofen und Dingolshausen noch einigen können. Denkbar sei zudem, so lang, dass ab 1. Januar 2016 als Ersatz für den bisherigen Waldpflegeausschuss dann die beiden Bürgermeister von Gerolzhofen und Dingolshausen gemeinsam für den Bürgerwald rechtlich handeln und dies so lange, bis der Zweckverband installiert ist.

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