SCHWEINFURT

Boppin'B: Rockabilly mit Wumms

Musik macht gute Laune – auch den Musikern. Didi Beck, Sebastian Bogensperger und Golo Sturm geben alles. Foto: Helmut Glauch

Wer bei der Musik von Boppin'B völlig stillstehen kann, nicht mal mit dem Fuß wippt, der sollte sich vielleicht mal vorsichtig umhören, ob zwischenzeitlich irgendjemand einen Totenschein auf seinen Namen ausgestellt hat. Aber mal makabren Scherz beiseite – Bobbin'B rockt einfach. Die Rockabilly-Spezialisten servieren ihre Vierminüter – eine musikalische Mischung aus Ska, Swing, Punk und Pop – mit ordentlich Wumms, da brennt vom ersten Takt an förmlich die Luft.

Coverversionen und eigene Songs

So auch am Samstagabend vor vollem Haus – noch voller wäre überfüllt gewesen – im Schweinfurter Stattbahnhof. Die Gründungsmitglieder Golo Sturm (Gitarre, Gesang) und Thomas Weiser (Schlagzeug), Kontrabassist Didi Beck (seit 1988 dabei), Sebastian Bogensperger (Gesang, Gitarre, Posaune, Mundharmonika) und Frank Seefeldt (Saxophon) sind einfach Vollprofis, wenn es um gutes Entertainment geht. Seit 1985, also seit 33 Jahren, sind Boppin'B, die ursprünglich mal „Boppin' Bunny & The Be Bop Boys“ hießen, on the road. Neben eigenen Hits wie „14 Days“ aus inzwischen 13 Alben machten sie auch Songs anderer Interpreten wie „I'm on fire“ von Bruce Springsteen oder „If you believe“ von Sasha zu Rockabilly-Perlen. Zwischendurch immer wieder aufgemöbelte, unkaputtbar-Oldies wie „Good golly miss Molly“ und andere Verdächtige aus der großen Zeit des Rock'n'Roll.

Gute Laune auf und vor der Bühne

Man spürt, dass die Jungs auch nach all den Jahren noch richtig Bock auf Rock haben, die Spielfreude ist beinahe mit Händen zu greifen, der Funke springt direkt über. Das liegt nicht nur an der Musik und kleinen Gags auf der Bühne mit Haarcreme und anderen Utensilien, sondern vor allem auch am körperlichen Einsatz der Herzblut-Musikanten. Golo Sturm rockt nicht nur vom Scheitel bis zur Sohle, er erklimmt auch Lautsprechertürme oder spielt ein Solo auf den Schultern seiner musikalischen Mitstreiter. Didi Beck wirbelt seinen Kontrabass durch die Luft als wäre er aus Pappe, benutzt ihn aber auch als Rampe oder spielt ihn waagrecht wie einen E-Bass.

Gute Laune auf und vor der Bühne. Einziger Wermutstropfen, Sebastian Bogensperger verlässt nach fünf Jahren nach dieser Tour die Band. Sein Gesang wird fehlen – und seine Posaune – weshalb er noch einmal eindrucksvoll zeigen darf, wie man mit dem langen Blech einen Elefanten imitiert. Boppin'B macht weiter, versicherte Sturm dem begeisterten Publikum. Das lässt die Jungs natürlich nicht ohne mehrere Zugaben von der Bühne. „Boppin'B, 1985 ursprünglich für einen einmaligen Auftritt im Rahmen eines Schulfestes des Gymnasiums von Golo Sturm und Thomas Weiser zusammengestellt, wird auch weiterhin für gute Laune, wippende Füße und für ein paar Stunden dafür sorgen, dass sich die mitrockenden Gäste ganz ganz weit weg vom Totenschein fühlen können.

Wir bilden eine Pyramide: Frank Seefeldt kann beim Saxophon-Solo im wahrsten Sinn des Wortes auf seine Musiker-Kollegen Sebastian Bogensberger (links) und Golo Sturm bauen. Foto: Helmut Glauch
Wiegt ja nichts, so ein Kontrabass. Didi Beck beherrscht sein Instrument in allen Stellungen. Foto: Helmut Glauch
Wir bilden eine Pyramide: Golo Sturm beim Solo unter der Hallendecke. Foto: Helmut Glauch

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