HAMBACH

Bürger-Burger und erlebbarer Biolandbau

Der ausscheidenden Steuerungsgruppe der Öko-Modellregion Oberes Werntal galt der Dank von ÖMR-Managerin Anna-Katharina Paar (zweite von links). Dabei waren (von links): Wolfgang Göb, Reinhard Bischoff (AELF Schweinfurt), Bürgermeister Anton Gößmann, Manfred Schulz, Thomas Wolz, Heinz Wehner, Andreas Römert, Herbert Krückel, Benedikt Karg, Bernhard Schreyer und Allianzmanagerin Eva Braksiek.
Der ausscheidenden Steuerungsgruppe der Öko-Modellregion Oberes Werntal galt der Dank von ÖMR-Managerin Anna-Katharina Paar (zweite von links). Dabei waren (von links): Wolfgang Göb, Reinhard Bischoff (AELF Schweinfurt), Bürgermeister Anton Gößmann, Manfred Schulz, Thomas Wolz, Heinz Wehner, Andreas Römert, Herbert Krückel, Benedikt Karg, Bernhard Schreyer und Allianzmanagerin Eva Braksiek. Foto: Silvia Eidel

Eine Weichenstellung für die nächsten drei Jahre erfolgte in der Hauptversammlung der Öko-Modellregion Oberes Werntal. Was der zuständige Bürgermeister aus der Interkommunalen Allianz, Wasserlosens Bürgermeister Anton Gößmann ausdrückte, war ein Bündel von Maßnahmen und Projekten, das sich die Steuerungsgruppe vorgenommen hat. Denn Ziel ist es, mehr Bio-Lebensmittel aus heimischer Erzeugung vor Ort zu vermarkten und in der Bevölkerung mehr Bewusstsein für regionale Kreisläufe zu schaffen.

Bilanz über die bisherige dreijährige Arbeit der Öko-Modellregion (ÖMR) Oberes Werntal hatten die Akteure Ende Februar bei einem Seminarwochenende gezogen, informierte ÖMR-Managerin Anna-Katharina Paar in Hambach. Welche Themen für die restliche dreijährige Förderperiode bearbeitet werden sollten, war in einem Strategieworkshop erarbeitet worden.

Erst den Bedarf suchen

Forciert werden soll die Wertschöpfungskette im Öko-Ackerbau, bei Getreide, Ölsaaten, Gemüse oder Kartoffeln, stellte Thomas Wolz, Mitglied der Steuerungsgruppe, ein Ziel vor. Der Bio-Bäcker aus Greßthal hatte über die Bäckergenossenschaft abgefragt, wo Bedarf für regionales Bio-Mehl besteht, aber eine Absage erhalten. „Wir müssen also erst den Bedarf suchen“, so sein Fazit. Man müsse Bäcker und andere Verarbeiter treffen und mit ihnen über die Ziele diskutieren. An der Qualität des Getreides und des Mehls liege es sicher nicht, eventuell am Preis. Aber der Erzeuger und Verarbeiter brauche den Mehrwert der ökologisch produzierten Ackerfrucht.

Wie man die Ware zusammenfassen und aufbereiten könne, damit die Vermarkter von außerhalb sie auch abnehmen, war das Thema von Bernhard Schreyer, Verwalter am Schlossgut Obbach. Mittlerweile gebe es einige Lager und Aufbereitungsanlagen in der Region. „Wir sind nicht mehr ,zu klein‘“, verdeutlichte Schreyer, es gebe nun viele Betriebe im Oberen Werntal, die zusammenarbeiten. Auf diese Weise gewinne der Ackerbau eine ganz andere Bedeutung. „Das ist auch für das Selbstwertgefühl des Erzeugers gut“, wusste er.

Bio den Weg in Großküchen bereiten

Eine Herausforderung bleibt es, Bio-Produkte in der Gemeinschaftsverpflegung von Großküchen unterzubringen, unterstrich Öko-Landwirt Benedikt Karg aus Kronungen ein weiteres Schwerpunktthema. Man müsse sich zunächst um die Verarbeiterseite kümmern, um Schälanlagen oder zertifizierte Metzger, um dann eine bessere Verhandlungsposition bei Großküchen zu haben.

Faire Preise innerhalb der Wertschöpfungskette der tierischen Erzeugnisse brauche es, forderte Landwirt Andreas Römert aus Egenhausen. Man wolle die Nachfrage nach regionalem Öko-Fleisch bedienen, aber beispielsweise bei Rindern liege das Preisverhältnis konventionell zu Bio bei 1 zu 1,2. „Viel zu schwach“ angesichts des Aufwands. Als Projekt stellte er eine Art „Bürger-Burger“ aus regionalem Öko-Hackfleisch vor.

Zielgruppengerecht wolle man den Öko-Landbau erlebbar machen, erklärt Landwirt Bernhard Sauer aus Mühlhausen. Betriebsführungen für Schulklassen, Lehrer, Fachschüler, Verbraucher oder Berufsgruppen wie Metzger oder Bäcker soll es geben. Das konkrete Projekt heißt: „Der Gemeinderat geht raus“, kündigte er an.

Ein Blütenmeer für Insekten

Der Vielfalt der Kulturen, der Biodiversität widmete sich Herbert Krückel, Öko-Landwirt und Legehennenhalter aus Schleerieth. Alte Kulturen sollten wieder mehr angebaut werden, wie es bereits mit Linsen, Hirse oder Mohn im Oberen Werntal geschehe. Konkret plane man, 2019 als gemeinsames Projekt von Landwirten, Imkern und Jägern Blühflächen für Insekten anzulegen.

Die Neu- beziehungsweise Wiederwahl der Mitglieder der Steuerungsgruppe, die die laufenden Aktionen berät, koordiniert und kontrolliert, ergab: Bernhard Sauer (neu), Bernhard Schreyer, Andreas Römert, Benedikt Karg, Manfred Schulz, Thomas Wolz, Herbert Krückel und Martin Münch.

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