ESSLEBEN

Bürger wollen Tempo 30 in allen Siedlungsgebieten

Verkehrshinweis an der B19 in der Ortsmitte von Essleben: Anwohner beobachten vermehrt das Durchfahren der zugehörigen Ampel bei Rot. Foto: Natalie Dees

Reges Interesse gab es an der Bürgerversammlung in Essleben. Rund 150 der 1248 Ortseinwohner den Saal des Sportheims. Der große Zulauf dürfte daran gelegen haben, dass die letzte Versammlung sechs Jahre zurückliegt. Vor allem das geplante Neubaugebiet sowie das Dauerthema Verkehrsaufkommen auf der B19 bewegt die Bürger.

Der erste schriftliche Antrag kam von betroffenen Familien in der Ringstraße bezüglich der An- und Zufahrten für das neue Baugebiet „Am Feldkreuz“. Bürgermeisterin Edeltraud Baumgartl erläuterte den aktuellen Planungsstand: „Ja, wir haben das Bauleitplanverfahren eingeleitet, es aber gegen Ende Juni gestoppt.“ Die erste Variante habe man verworfen, weil die Gefahr für Fußgänger als zu hoch eingeschätzt wurde. Baumgartl stellte eine zweite Variante vor. Bei dieser würden zwei Anbindungen in der Ringstraße erfolgen. Gehsteige sind nicht geplant.

Adem Atabey äußerte Bedenken: „Autos werden immer größer. Sogar im jetzigen Siedlungsgebiet, der Ringstraße, bleiben Müllautos hängen.“ Er befürchtet, aufgrund der schmalen Zufahrten, erhöhte Gefahren für Fußgänger. Baumgartl versicherte, die Straßenbreite reiche aus, damit zwei Autos problemlos aneinander vorbei fahren können.

Der Antrag Eva Müllers, eine Einbahnstraßenregelung einzuführen, wurde abgelehnt. „Die Errichtung einer Tempo-30-Zone wäre hingegen eine Lösung“, so die Bürgermeisterin. Tobias Göbel regte an, in allen Siedlungsgebieten eine Tempo-30-Zone zu errichten. Die Gemeindeverwaltung versprach, das zu prüfen.

Anlieger zahlen die Erschließung

Familie Müller schlug vor, die neue Siedlung weiter nach Westen zu verlegen. „Die Gemeinde ist dort kein Eigentümer und wird es auch nicht werden, da der Grundbesitzer nicht am Verkauf interessiert ist“, erklärte zweiter Bürgermeister Stefan Schäflein. Bisherige Aufrufe seitens der Gemeinde zum Verkauf bereits vorhandener Bauplätze in Essleben seien kaum erfolgreich gewesen. Deshalb habe man sich für den Erwerb des Ackerlandes, was im Norden der Ringstraße Richtung der Bundesstraße B19 angrenzt, entschieden. Der Gemeinde lägen 14 Bewerbungen zum Kauf eines Bauplatzes vor. Zehn davon allein aus Essleben.

„Gemäß dem Bauerschließungsplan müssen die Kosten für den Straßenbau an angrenzende Grundstücke und auf neue Eigentümer umgelegt werden“, verwies Baumgartl auf die Satzungsvorschriften. Stimmen aus der Runde wurden laut, die Gemeinde könne doch, wie in Ettleben, von dieser Vorschrift abweichen und wiederkehrende Zahlungen einführen. „Wir sind an diese Satzungen gebunden. Die Umlage ist notwendig“, sagte Schäflein. In einem weiteren Antrag wurde der Wunsch laut, das Neubaugebiet mittels eines Kreisverkehrs von der B19 aus zu erschließen. „Das Staatliche Bauamt Schweinfurt sieht dafür keine Notwendigkeit“, schmälerte Baumgartl den betroffenen Anliegern die Aussicht auf einen Kreisel.

Die Anwohner der Raiffeisenstraße sprachen sich für das Verbot von Lkw innerhalb ihrer Straße aus. Sie befürchten Beschädigungen der Fahrbahn und somit Umlagekosten. „Alleinige Befürchtungen reichen nicht aus“, sagte Baumgartl. Der gleiche Sachverhalt treffe für die Bahnhofstraße zu. Auch hier brennt es den Anwohnern sprichwörtlich unter den Nägeln. Vor allem viele Lkw der ansässigen Pilzzuchtfarm hielten sich nicht an den vorgesehenen Weg über die Schäferbrücke. Betroffene Anwohner sollen Verstöße melden.

Brennpunkt B19

Tobias Göbel regte eine zweite Überquerungshilfe für die Hauptstraße am nördlichen Ortsausgang Richtung Werneck an. An der Abzweigung zur Bahnhofstraße/Kindergartenweg gibt es seit einigen Jahren eine Ampel. Als Lösung für die Abzweigung Mühlbachstraße/Herrenmarter müsse laut Baumgartl zunächst eine Zählung der Personen, die täglich die Bundesstraße überqueren, durchgeführt werden.

Göbel forderte, das zügig voranzutreiben. Er sprach sich mit Nachdruck für ein Gerät zur Verkehrsüberwachung aus. „Auch vom südlichen Ortseingang, von Opferbaum kommend, sollte man häufiger kontrollieren“, fügte Klaus Schömig hinzu.

Beklagenswert finden die Esslebener, das wiederholte Missachten der roten Ampel. Die Empörung darüber war im Saal fühlbar. „Der Ausbau der A7 in den kommenden Jahren wird weiterhin ein hohes Verkehrsaufkommen auf der B19 verursachen“, gab Holger Strunk zu bedenken. Die Gemeindeverwaltung versprach, ein Gerät zur Verkehrsüberwachung aufzustellen.

Ein weiteres Thema war das Gemeindeentwicklungskonzept. Für Essleben hatte der Gemeinderat beschlossen, punktuelle Dorferneuerungsmaßnahmen durchzuführen. Baumgartl stelle die Skizze für einen Mehrgenerationenplatz, das Leuchtturmprojekt, vor. Darin ist vorgesehen, die Bereiche ehemaliger Dorfweiher/See, Kindergarten und Sportplatz neu zu gestalten.

Auf Wunsch der örtlichen Gemeinderäte Bernd Bauer, Peter Kamm und Günther Löber soll dieses Vorhaben bis zum 1250-jährigen Dorfbestehen 2022 umgesetzt werden. Die Dorfbevölkerung ist eingeladen, ab 2018 in Workshops bei diesem Vorhaben mitzuwirken. Weitere Projekte sind die Aufwertung der Bereiche um die Dorflinde und um die Kirche, der Bau eines Bushäuschens an der B19 sowie eine Verkehrsberuhigung an der Hackmähde.

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