POPPENHAUSEN

Bürgermeister muss sich verteidigen

Einen leichten Stand hat Bürgermeister Ludwig Nätscher derzeit nicht in seiner Gemeinde. Nicht nur in Kronungen und Maibach, sondern jetzt auch in Poppenhausen musste er seine Entscheidung, den Windpark auf der Maibacher Höhe gekippt zu haben, mehrfach verteidigen.

Geduldig erklärte der Bürgermeister, dass er das Schreiben, das Markus Pfülb verlas, nun schon zum dritten Mal höre und rechtfertigte seine Entscheidung, die zum Wohle der Bürger getroffen worden sei.

Doch dann meldete sich Rudolf Sanladerer zu Wort, der zwar nicht in der Gemeinde Poppenhausen wohnt, aber im Aufsichtsrat der Energiegenossenschaft oberes Werntal (EOW) sitzt. Er war tags zuvor schon bei der Bürgerversammlung in Maibach gewesen und hatte sich dort die Diskussionen zum Thema Windpark angehört. Nun sei er nochmal gekommen, um seine Sicht der Dinge darzulegen.

Zu schnell entschieden

Sanladerer erklärte, wie froh er über die Bemühungen der EOW gewesen sei, von den großen Energielieferanten wegzukommen und auf der Maibacher Höhe eine verbraucherfreundliche Stromversorgung zu verwirklichen. Selbst wenn zwei der Windräder die Anforderungen der 10H-Regelung nicht erfüllt hätten, eines wäre unstrittig gewesen, und wenigstens dafür hätte man die Bauleitplanung weiterführen können.

„Warum hat man sich nicht länger Zeit für die Entscheidung gelassen?“, fragte Sanladerer, der die Entscheidung mit 9:7 Stimmen für äußerst knapp hält.

Der Gemeinderat habe aber nun mal so entschieden, „daran gibt es nichts zu rütteln“. Nätscher verteidigte den Beschluss, den der als Bürgermeister für seine Gemeinde und auch für die Nachbargemeinden getroffen habe. Er wisse, dass noch viel Wirbel auf ihn zukommen werde, stehe aber dazu.

Sanladerer brachte immer wieder neue Einwendungen. Er wies daraufhin, dass bei der Abstimmung im Gemeinderat bei einer Stimme weniger auf Seiten der Gegner eine Pattsituation entstanden wäre. Schließlich reichte es einem Bürger. Er erklärte Sanladerer, dass dies eine Bürgerversammlung der Gemeinde Poppenhausen sei und keine Veranstaltung der EOW und dass man sich endlich anderen Themen zuwenden solle. Kurz flammten noch einige Proteste auf. Eine Frau meinte, dass sich nun sicher die großen Konzerne die Maibacher Höhe krallen würden, um dort vielleicht kleinere Windräder zu bauen. Rene Zemelka und einige andere Bürger zeigten sich mit dem Bürgermeister solidarisch.

Werner Göbel (ebenfalls EOW) hatte noch eine kurze Anmerkung zum Strompreis, der für den Konzern bei fünf Cent liege, weil dieser von allen Abgaben befreit sei, aber für 14 Cent an den Kunden weitergegeben werde.

Zu viele parkende Lastwagen

Neben dem Thema Windpark ging es um Missstände am Glockenberg, der sich zur Hochburg für parkende Lkw entwickele, hieß es. Helmut Hümpfer hatte eine Frage zum Altenheim, und Ralf Haas wollte wissen, wie sich das zukünftige Umfeld des Bahnhofs gestalten wird und wer das Grundstück rechts vom Bauhof gekauft habe. Zu der Grundstücksfrage erklärte Nätscher, dass Eigentumsverhältnisse dem Datenschutz unterliegen.

Ein weiterer Aufreger war die Baustelle am Bahnweg. Baufahrzeuge würden über die aufgegrabene Straße „brettern“ und eine Menge Staub verursachen. Nätscher bat um etwas Geduld. Im Herbst sei es feuchter.

Norbert Rost, der die Baustelle öfter besichtigt hat, ist der Meinung, dass ein Kabel zu hoch liegt. Er wollte wissen, ob die Anlieger für Mehrkosten aufkommen müssen, wenn sich nachträglich Fehler herausstellen. Nätscher beruhigte, dass dies nicht auf die Anwohner umgelegt wird.

In einer früheren Version hieß fälschlicherweise, Rudolf Sanladerer habe den Baustopp für die Windparkanlage bei Maibach als nicht demokratisch bezeichnet.   

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