Kreis Schweinfurt

Bürgermeisterwahlen Kreis Schweinfurt: Stichwahl nur in Üchtelhausen

Von Röthlein bis Wipfeld: Deutliche Wahlergebnisse und auch einige Überraschungen. Erste Reaktionen und Stimmen der Gewinner und Verlierer.
Der Jubel vor dem Rathaus ist groß, als um 19.10 Uhr das vorläufige Endergebnis feststeht und Peter Gehring (Dritter von links) mit 54,1 Prozent zum neuen Bürgermeister Röthleins gewählt ist.
Der Jubel vor dem Rathaus ist groß, als um 19.10 Uhr das vorläufige Endergebnis feststeht und Peter Gehring (Dritter von links) mit 54,1 Prozent zum neuen Bürgermeister Röthleins gewählt ist. Foto: Daniela Schneider

Röthlein: Es ist entschieden – Peter Gehring (CSU/FWGH) wird neuer Bürgermeister der Gemeinde. 54,1 Prozent der Wähler stimmten für den Kandidaten aus dem kleinsten Ortsteil, nämlich Hirschfeld. Mit so viel Zuspruch hätte nicht einmal Gehring selbst gerechnet. Er, wie viele andere, gingen von einer Stichwahl aus. Die Wahlbeteiligung lag bei 69,9 Prozent. Eine Party gab es nicht, ebenso wenig wie Gratulations-Küsschen. Besser später ... Der Vollständigkeit halber: Martina Braum holte 25,2 Prozent, Bernd Wehner 12,8 und Ralf Pfrang 7,9.

Schonungen: Die Würfel sind gefallen. Stefan Rottmann (SPD) bleibt Bürgermeister in Schonungen. Und zwar mit überwältigendem Vorsprung. 82,9 Prozent der Wählerinnen und Wähler schenkten im das Vertrauen. Fast 83 Prozent, das dürfte für einen SPD-Bürgermeister recht einmalig sein. Bei der letzten Wahl war Rottmann mit drei Stimmen Vorsprung ins Amt gewählt worden, "so gesehen habe ich mich klar verbessert", meint Rottmann in einer ersten Stellungnahme. Besonders freut er sich über das Ergebnis in Reichmannshausen, wo er fast 90 Prozent holte. Sein Herausforderer Alexander Nicklaus (FW) kam auf 17,1 Prozent.

Schwanfeld: In Schwanfeld bricht eine neue Ära an. Erstmals übernimmt mit Lisa Kreis aus Hettstadt eine Frau das Ruder im Rathaus und erstmals wird der höchste Posten nicht von jemanden aus dem Ort besetzt. Lisa Krein, die sich nach einem Aufruf der Schwanfelder Liste in den Medien und Sozialen Netzwerken als Bewerberin gemeldet hatte und in einem Casting zur Bürgermeisterkandidatin gekürt worden war, erhielt 83,11 Prozent der Stimmen. Die restlichen 16,89 Prozent fielen auf andere Personen, die auf die Stimmzettel geschrieben worden waren. Aufgrund dieser hohen Zahl zog sich die Auszählung lange hin.

Schwebheim: Volker Karb von der CSU bleibt der Chef im Schwebheimer Rathaus. Mit 72,23 Prozent der Stimmen hat der 44-Jährige klar gegen Benedikt Müller (27,77 Prozent) gewonnen, Kandidat von SPD und Freien Wählern. Vor sechs Jahren hatte sich Karb noch gegen vier Konkurrenten durchsetzen müssen. Als um 19.30 Uhr das Ergebnis feststand, meinte Müller, dass er "natürlich enttäuscht" sei, aber er es gegen den Amtsinhaber auch schwer gehabt hätte. Und: "In sechs Jahren werden die Karten neu gemischt." Volker Karb sprach von einen "Superergebnis" und einem "hervorragenden" Abschneiden. Der Sieger bedankte sich bei den Schwebheimern und bei Benedikt Müller für einen "sehr fairen Wahlkampf".

Stadtlauringen: Friedel Heckenlauer geht in seine vierte Amtszeit als Bürgermeister. Vor 18 Jahren wurde er zum ersten Mal gewählt. „Ich bin dankbar uns stolz“, sagt er nach der Auszählung am Telefon. Das Gespräch wird immer wieder von Gratulanten unterbrochen. Seinen Herausforderer Roger Treubert haben wir am Wahlsonntag nicht für eine Stellungnahme erreicht.

Sulzheim: Amtsinhaber Jürgen Schwab fährt in Sulzheim einen klaren Wahlsieg gegen Herausforderin Patricia Kaspar ein. Er gewinnt mit 62,25 Prozent, Kaspar holt nur 37,75 Prozent der Stimmen. "Ich freue mich, dass ich meine Arbeit weitermachen darf", war der erste Kommentar des Wahlsiegers.

  • Alle Informationen zur Kommunalwahl und den Liveticker mit allen Ergebnissen aus Stadt und Landkreis Schweinfurt finden Sie hier.

Üchtelhausen: In Üchtelhausen schafft keiner der vier Bürgermeisterkandidaten auf Anhieb den Einzug ins Rathaus. Thomas Pfister aus Hesselbach geht mit 35,84 Prozent als Sieger aus dem ersten Wahlgang hervor und wird gegen Johannes Grebner (33,43 Prozent) in die Stichwahl gehen. Richard Halbig ist mit 4,78 Prozent abgeschlagen. Ingo Göllner erreichte nur 25,94 Prozent.

Pfister will noch keine Glückwünsche entgegennehmen, weil dies erst die erste Runde sei. Grebner ist überrascht und hofft, "dass nicht nur meine Ideen, sondern auch die Lösungsansätze beim Wähler angekommen sind". Halbig ist "total enttäuscht". Mit so einem deutlichen Ergebnis habe er nicht gerechnet. Für Göllner ist es die zweite verlorene Wahl in Folge. Enttäuschend für ihn, dass er es nicht einmal in die Stichwahl geschafft hat.

Waigolshausen: Überraschung in Waigolshausen: CSU-Kandidat Christian Zeißner aus dem kleinen Ortsteil Theilheim gewinnt mit 66,59 Prozent deutlich die Bürgermeisterwahl vor dem Waigolshäuser SPD-Kandidaten Bernd Pfeuffer (33,41 Prozent). Mit so einer klaren Niederlage hatte dieser nicht gerechnet, die Enttäuschung ist ihm anzusehen. Christian Zeißner hingegen ist überwältigt von diesem Vertrauensbeweis der Wähler. Vor allem aus Hergolshausen hat er viele Stimmen bekommen. "Die Bürger haben meine Bemühungen erkannt, ein Neubeginn wird der Gemeinde gut tun", so sein erstes Statement. Christian Zeißner ist der erste Bürgermeister seit der Gebietsreform, der nicht aus Waigolshausen kommt. Die Wahlbeteiligung lag bei 79,19 Prozent.

Wasserlosen: Eine klare Sache war die Bürgermeisterwahl in Wasserlosen. Amtsinhaber Anton Gößmann holt als einziger Kandidat 90,8 Prozent der Stimmen und geht in seine zweite Amtszeit. Auch vor sechs Jahren war er der einzige Anwärter auf das Amt, damals wurde er mit 93 Prozent gewählt. Die Wahlbeteiligung lag diesmal bei 78,7 Prozent.

Werneck: Sebastian Hauck von der CSU hat sich klar gegen Johannes Weiß (Grüne) und Stephan Schäflein (Wählergemeinschaft Stettbach/Freie Wähler) durchgesetzt und wird der neue Bürgermeister der Marktgemeinde. "Ich bin geplättet", ist Haucks erste Reaktion am Wahlabend. Dass er es im ersten Wahlgang geschafft hat, mache ihn "sehr, sehr glücklich". Bei seinen Konkurrenten bedankt er sich für den "sehr fairen Wahlkampf".
Stephan Schäflein hatte sich mit seiner jahrelangen Erfahrung als Kommunalpolitiker zwar ein besseres Ergebnis erhofft, aber enttäuscht sei er nicht: "Der Bürger hat entschieden. Es war ein deutliches Ergebnis. Ich kann damit umgehen."
Grünen-Kandidat Johannes Weiß ist mit seinem Ergebnis fürs erste zufrieden. Er hoffe, dass er in den Gemeinderat komme und so das kommunalpolitische Geschehen in Werneck mitbestimmen könne. Das Amt des Bürgermeisters reizt ihn aber nach wie vor: "Ich kann es ja in sechs Jahren noch einmal probieren", meint er am Wahlabend.

Wipfeld: Tobias Blesch (CSU/UW) geht in eine nächste Amtszeit als Bürgermeister. Er wurde mit 84,36 Prozent wiedergewählt. Die restlichen 15,64 Prozent der Wählerstimmen verteilten sich auf Personen, die von den Wahlberechtigten selbst vorgeschlagen wurden. Die Wahlbeteiligung lag bei 70,42 Prozent.

Über 70 Prozent lag in fast allen Ortschaften die Wahlbeteiligung bei den Kommunalwahlen.
Über 70 Prozent lag in fast allen Ortschaften die Wahlbeteiligung bei den Kommunalwahlen. Foto: Daniel Reinhardt

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