SCHWEINFURT

Bürgerservice-Umbau startet Mitte 2018

So könnte der Umbau des Bürgerservices im Eingangsbereich des Landratsamtes aussehen. Foto: Schlicht Lamprecht Architekten

Der Umbau des Bürgerservices im Landratsamt wird schon lange geplant; jetzt beschloss der Kreisausschuss bei seiner Sitzung am Donnerstag einstimmig die Umsetzung des 1,7 Millionen teuren Projekts. Die Umbauarbeiten sollen Mitte 2018 beginnen und bereits ein Jahr später beendet sein.

Architekt Stefan Schlicht präsentierte die Grundzüge der Entwurfsplanung vor dem Kreisausschuss: „Bisher ist mit dem großen Eingangsbereich der Behörde nichts passiert“, so Schlicht. Mit dem neuen Konzept soll das Innere des Raums „belebt“ werden. Dabei werden laut Plan nicht viele bauliche Veränderungen vorgenommen – der Eingangsbereich soll viel mehr „umstrukturiert werden: Die Zulassungsstelle wandert mit dem Bürgerservice nach vorne und wird mit der Ausländerbehörde zusammengelegt. In der Mitte soll es einen zentralen Wartebereich mit Sitzgelegenheiten und einem Spielbereich für Kinder geben. Die neue Kasse und Kfz-Schilderstelle befindet sich nach dem neuen Plan direkt rechts nach dem Eingang.

Um, wie es der Architekt beschreibt, „nicht gegen Kanten zu laufen“ sind „Raumelemente mit Rundungen“ vorgesehen; Lampen mit warmen Licht und Lichtlinien an der Decke sollen den Eingangsbereich ausleuchten. Auch die Außenfassade soll rundum beleuchtet werden, damit das Gebäude Atmosphäre bekomme. Als Sichtschutz soll die vordere Fensterfront zu den Büros verkleidet werden. Der Belag auf dem Vorplatz sei nicht mehr barrierefrei und werde ebenfalls erneuert. An der Eingangstür werde eine Infotafel angebracht. „Was da drauf kommt, soll sich im Laufe der Planung ergeben“, so Schlicht. Ansonsten soll es an der Fassade keine baulichen Veränderungen geben, um „den Charakter des Gebäudes“ von außen zu erhalten. Lediglich der Fahrrad- und Motorradstellplatz soll für Besucher und Mitarbeiter der Behörde überdacht und durch eine Ladestation für E-Bikes ergänzt werden. Die Idee einer Kinderspielecke im Außenbereich vor dem Landratsamt lehnte der Kreisausschuss mehrheitlich ab.

CSU-Fraktionsvorsitzender Friedel Heckenlauer kritisierte, dass die Kosten für das Beleuchtungskonzept unverhältnismäßig hoch seien. Landrat Töpper entgegnete, man werde sich an die Empfehlung derer halten müssen, die sich mit Lichtkonzepten auskennen würden. Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Hartmut Bräuer warnte vor „übertriebenen Lichtspielereien“, lobte aber die sonstige Planung: Es sei durch eine großzügige und zeitgemäße Lösung gelungen, einen bürgerfreundlichen Zugang zu schaffen.

Der Ausschuss beschloss bei seiner Sitzung zudem den zukünftigen Einsatz eines hauptamtlichen Integrationslotsen, der das Amt des Ehrenamtskoordinators zukünftig ersetzen soll. Im Gegensatz zum Ehrenamtskoordinator soll der Lotse die Asylbewerber nicht direkt betreuen, sondern Flüchtlingshelfern als Ansprechpartner zur Verfügung stehen und ehrenamtliche Integrationsbegleiter schulen. Die unterstützen wiederum die Asylbewerber bei der Wohnungs- oder Jobsuche oder erklären die „Kleinigkeiten des alltäglichen Lebens“ wie Mülltrennung oder den Mietvertrag.

„Damit werden wir die Probleme im Landkreis nicht komplett lösen“, sagt Sozialamtsleiter Werner Kaffer, aber man könne besser auf die Freiwilligen zugehen. Die Lotsen wirken laut Kaffer direkt vor Ort, um Probleme anzusprechen, aber auch als Koordinatoren und Netzwerker auf kommunaler Ebene.

Bei dem Projekt werden 80 Prozent der Personal- und Sachkosten vom bayerischen Sozial- und Integrationsministerium gefördert. Bei der Diakonie, die bisher die Ehrenamtskoordination übernommen hat, wurden lediglich die Personalkosten gefördert. Vorerst soll das Projekt drei Jahre lang laufen; wenn dann noch Bedarf da sei, werde es um weitere Jahre verlängert.

Schnell entwickelte sich im Kreisausschuss eine Grundsatzdiskussion darüber, wie viel Hilfe und Unterstützung tatsächlich notwendig sei. „Wenn wir in der Summe unserer Hilfen nicht den richtigen Maßstab anwenden, werden sich diejenigen, die wir integrieren wollen, womöglich zurücklehnen“, warnte der CSU-Fraktionsvorsitzende Heckenlauer.

Seine Parteikollegin Martina Grießübel forderte gar eine Aufstellung darüber, wie viel Geld der Landkreis bisher für welches Projekt ausgibt und wer für was zuständig ist. Paul Knoblach (Bündnis 90/Die Grünen) entgegnete, dass es keine Alternative für eine solche Integrationsarbeit gebe.

Jede unterbleibende Integrationsanstrengung helfe nicht weiter – das habe man bereits in der Vergangenheit sehen können. Zum Ende der Sitzung beschloss der Kreisausschuss die Förderung eines Integrationslotsen einstimmig.

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