Geldersheim

Conn Barracks: Geldersheim sichert sich das Erstzugriffsrecht

Lange hat sich wenig getan, es sei denn hinter den Kulissen. Jetzt kommt Bewegung in das Projekt "Interkommunaler Gewerbepark Conn Barracks".

Die Zeit der Absichtserklärungen ist vorbei: Als erster Akteur unter den vier Mitgliedern des Zweckverbands "Interkommunaler Gewerbepark Conn Barracks" (Stadt Schweinfurt, Landkreis, Geldersheim und Niederwerrn) hat die Gemeinde Geldersheim einen kommunalen "Erstzugriff" für das ehemalige Flughafen- und Militärgelände beschlossen.

Nun kann sie, gemeinsam mit den Partnern,  Konversionsflächen von der BImA erwerben, zwecks "Wirtschaftsförderung", sprich konkreter Erschließung und Ausweisung von Gewerbegebieten. Die Verbandssatzung soll entsprechend angepasst werden. Ursprünglich war für den Ankauf die Gründung einer eigenen Erwerbsgesellschaft angedacht gewesen. Die Finanzierung soll nun zu gleichen Teilen von den Verbandsmitgliedern getragen werden – auch wenn mit rund 167 Hektar der Löwenanteil der Flächen auf Geldersheimer Gemarkung liegt.

Die erhofften Einnahmen aus Grund- und Gewerbesteuer werden ebenfalls zu großen Teilen paritätisch verteilt: 80 Prozent kommen allen Verbandspartnern zugute, 20 Prozent der jeweiligen Liegenschaftskommune. Bei "Top 15"-Steuerzahlern, die als Unternehmen aus einer Gemeinde in den künftigen Gewerbepark wechseln, gilt 15 Jahre lang eine Art Härtefall-Regelung: 60 Prozent des "verlagerungsbezüglichen" Gewerbesteueranteils bleiben dann noch in der bisherigen Standortkommune.  

Bis auf den Landkreis sind alle Beteiligten 50 Jahre aneinander gebunden

Frank Deubner, im Landratsamt zuständig für den Bereich Wirtschaftsförderung und Konversion, hatte dem Gemeinderat die Neuerungen vorgestellt. Sicher ist, dass die Erschließung ein Langzeitprojekt werden wird, über Jahrzehnte hinweg. Ohne gewichtigen Grund können Schweinfurt, Niederwerrn und Geldersheim erst in 50 Jahren aus dem Verband ausscheren. Der Landkreis darf aus rechtlichen Gründen bereits früher austreten.

Noch offen ist die Zukunft des Ankerzentrums, wo der Flächenerwerb bis auf weiteres nicht freigegeben ist. Prinzipiell ist die Einrichtung einer neuen Zufahrt auf Niederwerrner Seite geplant, die zunächst für den Baustellenverkehr genutzt werden soll. Teilflächen werden, so Deubner, als Park erhalten bleiben, auch im Sinne des Umweltschutzes: Stichwort Saatkrähenkolonie.

Der Kaufpreis ist noch völlig unbekannt – auch inoffiziell

Nun wird mit der Kaufpreisermittlung begonnen, unter Einbeziehung von Rückbau-Aufwand und Bodenwerten. Es seien noch keine Kosten bekannt, betont Deubner: "Auch inoffiziell nicht." Im Dezember werde man erst einmal die Beschlüsse der übrigen Verbandsmitglieder erhalten. In einigen Monaten soll es einen Bericht zur Detailuntersuchung bei den Altlasten geben, in spätestens einem Jahr die Kostenermittlung abgeschlossen sein. "Wir kaufen die Katze nicht im Sack", stellte Bürgermeister Oliver Brust fest. Man werde über den Ankauf entscheiden, wenn die Kaufpreise vorlägen. Satzungsänderung und Erstzugriff wurden vom Rat einstimmig gebilligt.

Kein Wasserspender für die Schule

Nicht durchringen konnte sich der Gemeinderat zum Erwerb eines Wasserspenders für die Schule, der bereits in der Oktober-Sitzung für Debatten gesorgt hat: Das nun vorgeschlagene Modell für rund 5500 Euro (ohne Montage und Wartungskosten) gilt als besonders verkeimungssicher, die Rhön-Maintal-Gruppe hat 2000 Euro als Förderung in Aussicht gestellt. Mit elf zu zwei Stimmen wurde der Ankauf dennoch abgelehnt.

Statt durch roten Straßenbelag, wie ursprünglich beschlossen, wird das  "laute" Pflaster auf der Würzburger Straße, Höhe Rathaus, durch beständigeren grauen Asphalt ersetzt. Vorgeschlagen wurde, an der Einfahrt Lange Gasse, Richtung Kindergarten, ein "Achtung Kinder"-Zeichen anzubringen, was in Rahmen der Verkehrsschau noch geprüft werden soll.

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