Schweinfurt

Corona: Gibt es genügend Intensivbetten?

Wie viele Intensivbetten stehen in Schweinfurt zur Verfügung, sollte die Zahl schwerer Corona-Fälle stark zunehmen. Und: Hätten Ältere dann schlechtere Chancen?
Die Schweinfurter Krankenhäuser sehen sich mit Intensivbetten (Symbolbild) gerüstet und könnten auch aufstocken, heißt es auf Anfrage dieser Redaktion.
Die Schweinfurter Krankenhäuser sehen sich mit Intensivbetten (Symbolbild) gerüstet und könnten auch aufstocken, heißt es auf Anfrage dieser Redaktion. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Aktuelle Meldungen, im Elsass würden die über 80-jährigen Corona-Patienten keine intensivmedizinische Behandlung mehr bekommen, sondern nur noch Opiate und Schmerzmittel, beunruhigen Menschen in der Region. Dort seien ältere Patienten dann ja "zum Sterben verurteilt", meint ein Leser – und fragt, wie die Kapazitäten in Schweinfurter Kliniken seien und ob derlei Zustände auch hier drohen könnten.

Sankt Josef: Keine Elsass-Zustände

Das Sankt-Josef-Krankenhaus beantwortet die Frage, ob im Raum Schweinfurt Probleme wie die beschriebenen im Elsass drohen könnten, mit einem einzigen Wort: "Nein." Laut Leopoldina-Krankenhaus sei eine Prognose hierzu "derzeit nicht zuverlässig möglich". Wie vom Robert-Koch-Institut betont, würden die nächsten zehn bis 14 Tage hier entscheidend sein, dann seien  zuverlässigere Prognosen möglich. Die Verfügbarkeit von Intensiv- und Beatmungsplätzen sei in Deutschland allerdings deutlich höher als im Elsass.

Wie viele "schwere" Fälle mit nötiger Beatmung zählt das Leopoldina bisher? Exakte Zahlen will das Leopoldina nicht nennen und verweist auf die Gesundheitsämter der Landkreise. Derzeit befänden sich nur wenige Patienten auf der Intensivstation. Das Krankenhaus Sankt Josef nennt aktuell vier schwere Fälle mit Beatmung, ein Patient sei "inzwischen genesen auf Normalstation".

"Ausreichend Intensivkapazitäten"

Wie viele Intensivbetten und Beatmungsmaschinen stehen zur Verfügung – und kann diese Kapazität bei Bedarf erhöht werden? Aktuell gebe es ausreichend Intensivkapazitäten und Beatmungsmöglichkeiten, antwortet das Leopoldina-Krankenhaus. Die Kapazitäten seien bereits deutlich erweitert worden und könnten weiter aufgestockt werden. Hierzu sei ein Covid-19-Notfallplan erarbeitet worden, um entsprechend reagieren zu können.

Es sei aber immer auch der „Routinebetrieb“ (Schlaganfall, Sepsis etc.), der auch dieser Kapazitäten bedarf, zu berücksichtigen. "Darüber hinaus wurden weitere Beatmungseinheiten in großer Zahl bereits angefordert." Sankt Josef antwortet kurz und knapp, die Klinik habe 14 Intensivbetten – und eine Erhöhung sei möglich.

Gibt es bei der Planung der Intensivbehandlungsplätze für Corona-Patienten eine Zusammenarbeit mit anderen Häusern? Hierzu gebe es "einen engen, nahezu täglichen Austausch mit den anderen Krankenhäusern der Region", schreibt das Leopoldina.

Für den Krisenstab der Region Schweinfurt habe Dr. Michsel Mildner (Krankenhaus Sankt Josef) die Koordination übernommen. Und: Im Fall einer sehr starken Zunahme von schwer erkrankten Patienten könnte zentral abgefragt werden, wo welche Kapazitäten zur Verfügung stehen. Auch Sankt Josef bestätigt, es gebe eine Planung zur Zusammenarbeit, die über den lokalen Katastrophenschutz geregelt sei.

93 Infizierte – 13 in Kliniken

Laut Gesundheitsamt Schweinfurt liegt die aktuelle Gesamtzahl der Infizierten in Stadt und Landkreis Schweinfurt bei 93 Frauen und Männern. Davon würden 13 Personen in Krankenhäusern behandelt. Zudem befänden sich aus Stadt und Landkreis Schweinfurt derzeit 506 Menschen in Quarantäne.

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