Schweinfurt

Coronavirus: Schweinfurt schließt Theater, Museen, vhs und Musikschule

Bis 19. April finden keine kulturellen Veranstaltungen statt. Auch die Disharmonie lässt den Spielbetrieb ruhen. Welche Auswirkungen das hat und warum es Kritik am OB gibt.
Das Schweinfurter Theater ist ab Samstag, 14. März, bis einschließlich 19. April geschlossen. Damit will die Stadt die weitere Ausbreitung des Coronavirus eindämmen.
Das Schweinfurter Theater ist ab Samstag, 14. März, bis einschließlich 19. April geschlossen. Damit will die Stadt die weitere Ausbreitung des Coronavirus eindämmen. Foto: Josef Lamber

Um die Verbreitung des Coronavirus in der Region zu verlangsamen, hat sich die Stadt Schweinfurt am Freitag entschieden, nun doch das Theater zu schließen sowie die städtischen Museen, die Volkshochschule und die Musikschule. Laut einer Pressemitteilung der Stadt gilt das bis einschließlich 19. April, danach sollen alle Institutionen, wenn es die Lage zulässt, wieder aufmachen.

Im städtischen Theater fand am Freitagabend die Vorstellung des bekannten Tenors Daniel Behle mit dem Alliage Quintett noch statt. Ab Samstag, 14. März, stellt das Theater seinen Spielbetrieb vorläufig ein. Der Auftritt des Schweinfurter Kulturpreisträgers Anton Mangold am Samstag ist ebenso abgesagt wie das Tom-Jones-Musical "Sexbomb" am Montag und alle weiteren zehn Vorstellungen verschiedener Produktionen, die bis zum 19. April geplant waren. Laut Theaterleiter Christian Federolff-Kreppel soll Stand jetzt ab dem 22. April beginnend mit "Lenya Story - Ein Liebeslied" die Saison zu Ende gespielt werden.

Laut Stadtverwaltung sind ab Montag, 16. März, das Museum Georg Schäfer, das Museum Otto Schäfer, die Kunsthalle sowie die Stadtbücherei und die Volkshochschule geschlossen. Alle Schließungen dauern vorerst bis einschließlich 19. April. Auch in der Disharmonie sind bis 19. April alle Vorstellungen abgesagt, wie Geschäftsführer Jürgen Dahlke auf Anfrage mitteilt.

Die Kunsthalle ist ab Montag bis einschließlich 19. April geschlossen.
Die Kunsthalle ist ab Montag bis einschließlich 19. April geschlossen. Foto: Oliver Schikora

"Wir bedauern diese Entscheidung sehr und haben sie uns auch nicht leicht gemacht. Aber die Gesundheit der Bevölkerung und meiner Mitarbeiter geht vor. Ich bitte daher um Verständnis für diese Entscheidung", wird Oberbürgermeister Sebastian Remelé zitiert. Der OB bittet darum, der Situation mit der nötigen Gelassenheit zu begegnen: "Wir tun das Möglichste, um die Ausbreitung des Virus in unserer Region zumindest zu verlangsamen. Unterstützen Sie uns, indem Sie auch eigenverantwortlich abwägen, welche privaten Veranstaltungen und Begegnungen wirklich notwendig sind, welche Behördengänge und Besuche nicht bis auf Weiteres verschoben werden können. Zwar werden wir in der nächsten Zeit große Einschränkungen hinnehmen müssen, die Gesundheit der Bevölkerung muss aber an oberster Stelle stehen."

„Wir bedauern diese Entscheidung sehr und haben sie uns auch nicht leicht gemacht."
Oberbürgermeister Sebastian Remelé zu der Entscheidung, das Theater, die städtischen Museen, die Stadtbücherei und die Volkshochschule bis 19. April zu schließen.

OB und Theaterleiter waren am Donnerstag und Freitag in Sozialen Medien, unter anderem von Marietta Eder, SPD-Oberbürgermeister-Kandidatin, aber auch in E-Mails an die Redaktion kritisiert worden, dass die Entscheidung, die städtischen Kultureinrichtungen zu schließen, erst am Freitagvormittag publiziert wurde.

Leser, die Abonnenten im Theater sind, äußerten ihre Verwunderung, dass die Stadt nicht wie Würzburg schon vor einigen Tagen den Spielbetrieb im Theater eingestellt hat. Erst am Donnerstagmorgen hatte der OB erklärt, man wolle das Theater offen halten und vor maximal 500 Besuchern spielen. Diese Entscheidung wurde am Freitag revidiert. 

Auch das Museum Georg Schäfer ist von 16. März bis 19. April geschlossen.
Auch das Museum Georg Schäfer ist von 16. März bis 19. April geschlossen. Foto: Anand Anders

"Die Entscheidung zu schließen ist richtig und begründet", so Theaterleiter Christian Federolf-Kreppel auf Anfrage. Er betonte, die Verwaltung berate seit Tagen, man habe "nichts verschleppt". Die Staatsregierung habe zunächst bei Veranstaltungen zwischen 500 und 1000 Besuchern Ermessensspielraum gelassen, erst seit Freitag habe sich die Situation geändert.

Wie hoch der Einnahme-Ausfall wird und welche Kosten für die Absage der Auftritte entstehen, sei noch offen, so der Theaterchef: "Wir werden unser Bestes geben, nach den Schließungen ein in allen Bereichen wie gewohnt umfangreiches und abwechslungsreiches Programm anbieten zu können."

Theaterabonnenten können ihre Karten tauschen und ohne Gebühren in andere Vorstellungen wechseln. Karten aus dem freien Verkauf kann man zurückgegeben und bekommt einen Gutschein (ohne Verfallsdatum) ausgestellt. In der Disharmonie können Kunden ebenfalls ihre Karten umtauschen oder zurückgeben und bekommen ihr Geld zurück, so Jürgen Dahlke.

vhs-Kursteilnehmer werden laut Stadtverwaltung gesondert informiert. Für die Stadtbücherei gilt: Medien können bis zum Ende der Schließung telefonisch verlängert werden. Mit gültiger Leihkarte ist das Ausleihen von ebooks, das Recherchieren in virtuellen Nachschlagewerken und der Zugriff auf die Pressedatenbank Genios mit über 400 Zeitungen und Zeitschriften online möglich.

Neben den städtischen Kultureinrichtungen schließen laut Stadt ab sofort auch alle städtischen Sporthallen einschließlich der Schulschwimmbäder an der Kerschensteiner- und der Gartenstadtschule. Der dort stattfindende Trainings- und Wettkampfbetrieb ist nicht mehr möglich. Die Schließung gilt ebenfalls bis 19. April.

Kommunalwahl am Sonntag findet statt

Die Kommunalwahl findet statt, betont die Stadtverwaltung noch einmal. Abgegeben werden müssen die Briefwahlunterlagen bis spätestens Sonntag, 18 Uhr. Entweder per Einwurf in den städtischen Briefkasten am Rathaus oder per Abgabe bei der Wahlleitung. Wer am Sonntag plötzlich erkrankt, kann sich bis Sonntag, 15 Uhr, die Briefwahlunterlagen durch einen Bevollmächtigten im Rathaus abholen lassen.

Laut Pressesprecherin Anna-Barbara Keck gibt es verwaltungsintern auch Gespräche, wie man die heimische Wirtschaft in der jetzigen Situation unterstützen könne. Ab sofort, so Keck, können Anträge auf Stundung der Gewerbesteuer gestellt werden.

Wo kann man sich informieren?

In Sachen Corona hat die Stadt Schweinfurt ein Bürgertelefon unter (09721) 55 745 eingerichtet. Weitere Informationen zum Thema unter www.schweinfurt.de/coronavirus. Hier gibt es auch einen Link zum Live-Ticker des Gesundheitsamtes für Stadt und Landkreis Schweinfurt. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ist unter (09131) 6808 5101 zu erreichen. Im Internet: www.116117.de

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