SCHWEINFURT

DGB: Immer öfter Niedriglohn

(kör) Für den DGB Regionsvorsitzenden Frank Firsching schlagen die Alarmglocken, da der Niedriglohnbereich auch in Stadt- und Landkreis immer breiter werde. Einer regionalen DGB-Auswertung zufolge waren 2009 8923 Arbeitnehmer, die einer sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigung nachgehen, Niedriglöhner.

Während die Niedriglohnquote im Landkreis mit 29,9 Prozent (4252 Personen) deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 21,5 Prozent liegt, beträgt er in der Stadt 12,7 Prozent (4671 Personen), Tendenz weiter steigend. Seit dem Jahr 2000 ergebe sich eine Gesamtsteigerung um etwa 1000 Arbeitnehmer, so der DGB in einer Pressemitteilung. Nicht eingerechnet seien die ebenfalls massiv steigenden Mini-, Midi- und Teilzeit- Jobs.

„Schockiert“ zeigt sich der DGB Regionschef vom Ausmaß des Niedriglohnbereiches bei jungen Menschen und bei Frauen. „Unter den 15- bis 24-Jährigen, die einem sozialversicherungspflichtigen Vollzeitjob nachgehen, werden in der Stadt 33,8 Prozent und im Landkreis 57,9 Prozent mit Niedriglöhnen abgespeist.“ Ähnliche Daten liefert die DGB- Auswertung für Frauen. Demnach ergibt sich für die Frauen in der Stadt Schweinfurt eine Niedriglohnquote von 32,1 Prozent und im Landkreis Schweinfurt von 49,6 Prozent.

Niedriglöhne bedeuteten nicht nur für die Betroffenen und ihre Familien eine entwürdigende Situation, sondern sie trügen in einem besonderen Maße zu einer weiteren Spaltung der Gesellschaft bei, schreibt Firsching. Der ausufernde Niedriglohnsektor sei nicht zuletzt die Folge der Arbeitsmarktreformen der Regierung Schröder, die umkehrbar seien. Firsching fordert die hiesigen Bundestagsabgeordneten auf, den Handlungsbedarf zu erkennen und endlich einen gesetzlichen Mindestlohn von mindesten 8,50 Euro/Stunde einzuführen und das Prinzip „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“, insbesondere für die Leiharbeitsbranche umzusetzen.

Aber auch für die Gewerkschaften sieht Frank Firsching verstärkten Handlungsbedarf, zum Beispiel bei der Organisierung der Beschäftigten der bekannten Niedriglohnbereiche, wie dem Einzelhandel, der Leiharbeit, dem Hotel- und Gaststättengewerbe, aber auch in vielen Bereichen des Handwerks.

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