OBERSCHWARZACH

Damit das Schloss nicht in fremden Händen landet

Wahrzeichen: Für den Erhalt des Renaissance-Schlosses in öffentlicher Hand gründet sich im Januar ein Förderverein. Foto: Matthias Beck

Es gehört zu den Wahrzeichen des Ortes: das 1614 unter Julius Echter erbaute Renaissance-Schloss. Allerdings steht dem ideellen Wert des Objektes Einiges an Kosten gegenüber. So diskutieren die katholische Kirchenstiftung als Eigentümer, die Marktgemeinde und die „Bürgerinitiative für den Erhalt des Schlosses in öffentlicher Hand“ über dessen Zukunft.

Hierbei stellt man sich die Frage nach der weiteren Nutzung. Dahingehend sind noch keine Entscheidungen gefallen. Auf Anfrage teilte die Kirchenverwaltung mit, dass man derzeit nicht an einen Verkauf denke. Man wolle das Schloss weiter für die Allgemeinheit erhalten und arbeite an einem Nutzungskonzept.

Auch die Marktgemeinde ist an der Diskussion über die Nutzung des Schlosses beteiligt. Im April hat man sich im Gemeinderat bei einer Abstimmung gegen das Angebot der katholischen Kirchenstiftung zur Nutzung des Schlosses als Rathaus und einer damit verbundenen Einmietung entschieden. Bürgermeister Josef Radler sagte nun, dass diese Idee nicht mehr relevant sei. Dennoch stehe man unter dem Aspekt der Finanzierbarkeit anderen Ideen offen und wohlwollend gegenüber.

Im Zuge der Abstimmung im April hat sich die oben genannte Bürgerinitiative gebildet. Bisherige Aktivitäten waren unter anderem eine Informationsveranstaltung im Juli, die auf das Interesse vieler Bürger stieß. Kürzlich hat die Gruppe folgenden Termin bekannt gegeben: Am 25. Januar 2013 will sie den „Förderverein Schloss Oberschwarzach e.V.“ gründen. Dazu sind alle Beteiligten und interessierten Bürger am Gründungstag um 19.30 Uhr ins Sebastianihaus eingeladen.

Um diesen Anlass zu besprechen, traf sich die Interessengemeinschaft am vergangenen Freitag im Schloss. Im Klaren ist man sich über das Hauptziel des Vereins: Es gehe um die Nutzung der gesamten Schlossanlage für die Öffentlichkeit. Einige Möglichkeiten seien kulturelle Führungen, Ausstellungen sowie Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit anderen Vereinen.

Dennoch müsste man konkrete Vorschläge erst mit allen Partnern besprechen. Dabei wolle man Ansprechpartner für Vereine sein und eine Vermittlerrolle zwischen Marktgemeinde und Kirchengemeinde einnehmen. Deshalb hofft man auf rege Beteiligung der Bürger und auf zahlreiche Mitglieder. Denn viele Mitglieder, so Willi Groha, seien das Potenzial des Vereins. Seit Juli dieses Jahres haben 138 Bürger für den Erhalt des Schlosses durch Markt- und Kirchengemeinde unterschrieben.

Pfarrer Stefan Mai begrüßt das Engagement der Bürger. Denn nur durch das Engagement vieler könne man ein so großes Projekt erhalten. Ebenso befürwortete Bürgermeister Radler das Vorhaben, den Verein ins Leben zu rufen.

Ein wesentlicher Hintergrund für die Diskussion ums Schloss ist der massive Wasserschaden im Juli 2010, der Teile des Schlosses renovierungsbedürftig machte. Zwar würde die Versicherung für den Schaden aufkommen. Doch dies hänge mit einer sinnvollen und intensiveren Nutzung des Gebäudes zusammen. Weiterhin wolle der Förderverein nicht, dass das Schloss im Falle eines Verkaufs in private Hände gelangt. Man gab zu bedenken, dass unter diesen Umständen eine Erhaltung des Gebäudes über einen längeren Zeitraum hinweg schwierig werden könne.

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