SCHWEINFURT

Das Gefühl klingt in ihren Stimmen mit

Beeindruckten ihre Gäste: Der Kalifornier Brett Perkins (links) und Markus Rill spielten im Stattbahnhof. Foto: Katja Glatzer

Die einmalige Raspelstimme ist sein Markenzeichen. Gefühlvoll und stilsicher bewegt er sich zwischen Country, Rock'n' Roll, Folk und Soul. Die Rede ist vom Würzburger Musiker Markus Rill, der sich als bester deutscher Americana-Künstler auch über die Grenzen hinaus einen Namen gemacht hat.

Einmal im Monat tritt Rill derzeit mit wechselnden Musikern bei der „Songwriter-Night“ im Stattbahnhof Schweinfurt auf. Verstärkung hatte er diese Woche von Brett Perkins. Der aus L.A. stammende Kalifornier lebt seit einigen Jahren in Kopenhagen und hat sich dort eine solide Künstlerkarriere aufgebaut. Zurzeit tourt er durch Europa.

Perkins musikalische Wurzeln gehen in die 80-Jahre-Clubszene von Los Angeles zurück, als er Sänger und Texter der Power-Pop-Band „The Sneaks“ war. Später machte er Arbeiten für Film und Fernsehen.

Rill und Perkins lernten sich im Jahr 2009 bei einer Songwriter-Woche in Schweden kennen. Seitdem verbindet sie die Liebe zur Musik und zum Texten. „Anfangs tendierte er noch mehr Richtung Pop, mit der Zeit wurde Folk und Storytelling angesagter“, beschreibt Rill den Musikstil seines Kollegen. Der hat es in sich und reißt mit, wie sich im Laufe des Abends herausstellt.

Mal wird es nachdenklich wie bei „Sure will miss you“, mal gesellschaftskritisch wie bei „Shoes“. Bei Letzterem geht es darum, „wer eigentlich meine Schuhe macht, ein Fair-Trade-Song sozusagen“, erklärt Perkins. Richtig fetzig wird es dann bei „Ed & Betty“. Den Song schrieb Perkins über das tolle Verhältnis zu seiner Tante väterlicherseits, die er erst spät kennenlernte.

Auch bei Rill geht es abwechslungsreich zu. Melancholisch wird es bei „The kid from Tupelo“ oder bei „Brand new moon“ aus seinem neuesten Solo-Album „Late night drive“. Der Song handelt von einer verflossenen Liebe. Rill hat die Augen geschlossen, spielt auf seiner Western-Gitarre und greift dann und wann zur Mundharmonika. Er berührt die Zuhörer. Ein Paar aus Marktheidenfeld ist extra zum Konzert gekommen. Da an diesem Abend nicht viele Gäste im Stattbahnhof sind, wird es eine familiäre Runde. Statt Mikro und Verstärker nutzen die Künstler die Akustik im Raum und kommen nah ans Publikum.

„In solch einer Runde probiere ich gern mal neue Songs aus“, sagt Rill. Manchmal stelle er dann fest, „dass ich an der ein oder anderen Stelle noch etwas feilen muss“, so der 44-Jährige und lacht. Besonders kommt seine rauhe Stimme bei „My Rocket Ship“ zur Geltung, dem Titelsong seines vorletzen Albums, das er mit der Band „The Troublemakers“ aufnahm. Das Stück schrieb er, als er wegen eines Festivals nach Kopenhagen kam. „Es war schlechtes Wetter und mein Hotelzimmer so groß wie eine Toilette. Da griff ich nach meiner Gitarre und spielte.“

Im Wechsel präsentieren die Künstler ihre Stücke. Ob es ein gemeinsam geschriebenes Werk gibt? „Wir arbeiten dran“, sagt Perkins und singt mit Rill eines der schönsten Liebeslieder von Elvis Presley: „Cant' help falling in love“. Ein gelungener Abend, an dessen Ende ein besonders Wiedersehen steht. Perkins trifft im Stattbahnhof einen alten Bekannten, der vor dreißig Jahren in den gleichen Clubs von L.A. spielte wie er. Vielleicht ja eine Inspiration für den nächsten Song. . .

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