GRAFENRHEINFELD

Das Kernkraftwerk bleibt giftig

Es dämmert über dem AKW Grafenrheinfeld.
Es dämmert über dem AKW Grafenrheinfeld. Foto: Wiederer
"Wir hatten viele Vorteile", betont Annelore Dilba. Von ihrem Balkon aus hat die 60-Jährige die riesigen Kühltürme des Kernkraftwerks gut im Blick. "Der Ort konnte jahrelang im Überfluss leben." Und in der Tat: durch die Gewerbesteuer-Einnahmen musste Grafenrheinfeld nicht am Hungertuch nagen. Ob nun Straßen, Kanalisation oder Telekommunikation: alles konnte saniert werden.

Aber mit Blick auf den Atomausstieg hat die Gemeindeverwaltung das Geld nicht verblitzt, sondern auch Rücklagen gebildet. Die sind jedoch nicht mehr so üppig wie einst. Folge: Grundsteuer und Kindergarten-Gebühren sind angestiegen. Für Grafenrheinfelder Verhältnisse enorm, jedoch liege man jetzt im Landkreis-Durchschnitt, heißt es aus dem Rathaus.

Zwar geht der Meiler am Wochenende vom Netz, doch Geschichte ist das AKW deshalb für die Bürger noch lange nicht. Denn in den kommenden Jahren wird der Betreiber Eon es Stück für Stück zurückbauen, das Zwischenlager mit den ausgedienten Brennstäben darf noch bis 2046 auf dem AKW-Gelände betrieben werden. Natürschützer fürchten, dass Atom-Müll von anderswo ins Zwischenlager gebracht werden könnte.

Gudrun Endres führt eine Eisdiele im Ort. Mit Blick auf die jahrelangen Rückbau-Arbeiten sagt sie: "Das AKW war vorher eine Gefahr und wird es auch in den nächsten Jahren sein." Und dann fügt sie hinzu: "Auch, wenn der Dampf aus ist, es bleibt giftig."
Mit Material von dpa

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