Wipfeld

Das Wipfelder Weihnachtshaus der Familie Schneider leuchtet hell in dunkler Nacht

In Wipfeld ist weihnachtliche Stimmung weithin sichtbar: 10 000 Lichter strahlen an der Hausfassade der Schneiders. Kostet ein bisschen Extra-Strom, aber bringt Freude.
Das Weihnachtshaus von Familie Schneider in Wipfeld. Foto: Lisa Marie Waschbusch

Romina Schneider war nie ein Weihnachtsfan. In ihrer Kindheit gab es keinen Weihnachtsbaum, keinen Adventskranz, keine Beleuchtung. Gefeiert wurde bei der Tante, weshalb die Eltern auf einen Baum verzichteten. Heute hat sie mit ihrem Mann Christian und den beiden Kindern Leo (2) und Ella (1) schon Mitte Dezember alle (altersgerechten) Weihnachtsfilme, die der Streaming-Dienst Netflix hergibt, durchgeschaut. Der beleuchtete Tannenbaum steht im Wohnzimmer, es duftet nach Glühwein und das Haus, in dem Romina Schneider mit ihrer Familie im beschaulichen Wipfeld lebt, schmücken außen fast 10 000 Lichter.

Als sie an diesem Freitagabend die Haustür öffnet, trägt sie einen Weihnachtspulli und hält ihre Tochter Ella auf dem Arm. Auch ihr Ehemann schmückt sich mit weihnachtlicher Kleidung. Woher plötzlich der Weihnachtseifer? "Das war nie so geplant", sagt die 24-Jährige. Bei ihrem Mann hört sich das etwas anders an. Schon bei der Sanierung des Hauses leuchteten die ersten Lichter, obwohl noch kein Weihnachten war: "Als das Gerüst um das Haus stand, haben wir die 50-Meter-Lichterkette um den Giebel gemacht", erzählt der 31-Jährige, der für den Aufbau des weihnachtlichen Lichterglanzes jedes Jahr circa 50 Stunden braucht. 

Das Weihnachtshaus von Familie Schneider bei Tageslicht (von links): Christian Schneider mit Sohn Leo, dessen Uroma Monika, Mutter Romina mit Tochter Ella. Foto: Lisa Marie Waschbusch

Für ihn gehört all das zum Weihnachtsfest dazu. Die Leidenschaft liegt bei dem gelernten Bürokaufmann in der Familie. Seine Mutter dekorierte schon immer ausgiebig für das Fest. Auch Oma Monika, die mit ihnen im Haus lebt, teilt die Freude daran. Schon als Kind lief Christian Schneider durch die Straßen und bewunderte die vielen Lichter. Jetzt hat er seine Frau mit seinem Weihnachtsfieber angesteckt.

Familie verzichtet bewusst auf bunte Lichter

Bei Tageslicht ist kaum zu erkennen, in welchem Lichterglanz das Haus, das man im Dunkeln schon von weitem sehen kann, später erstrahlen wird. An dem Holzzaun hängt eine Lichterkette mit Tannenzweigen und roten Christbaumkugeln. Hinter den Fenstern stehen beleuchtete Sterne und im Vorgarten einige Figuren. Nikoläuse aus Holz, die Christian Schneiders Opa schon vor mehr als 25 Jahren selbst machte. Es wirkt schlicht – im Vergleich zu anderen Weihnachtshäusern, die an bunten Lichtern und kitschigen Figuren teils kaum zu übertreffen sind.

Familie Schneider verzichtet bewusst auf bunten Schnick-Schnack. "Wir haben uns extra für warmes Weiß entschieden. Für mich strahlt das mehr Wärme und Ruhe aus und passt besser in die Weihnachtszeit", sagt Christian Schneider. Jeden Nachmittag um halb fünf springt die Beleuchtung per Zeitschaltuhr an, nur wenige Lichterketten müssen händisch eingeschaltet werden. Um 22 Uhr ist Schluss – außer an Heiligabend. "Da lassen wir die Lichter an, bis wir selbst ins Bett gehen", sagt der Familienvater.

Christian und Romina Schneider betonen, dass es ihnen nicht darum gehe, sich selbst in den Vordergrund zu stellen. Vielmehr wollen sie etwas für die Allgemeinheit tun. Dass die Leute anhalten und die Lichter auf sich wirken lassen. So, wie es bei dem 31-Jährigen schon in seiner Kindheit war. Zudem wünschen sie sich, dass es vielleicht andere im Dorf motiviert, auch mehr zu dekorieren.

Weihnachtshaus ist über die Grenzen Wipfelds bekannt

Mit ihrer Leidenschaft sind die Schneiders über die Grenzen Wipfelds hinaus bekannt. Sie betreiben eine Fanseite auf Facebook mit knapp 300 Fans, zeigen dort Fotos ihres Hauses. Sie schalteten sogar am 1. Dezember eine Live-Übertragung davon, wie die Lichter das erste Mal angingen. Wie der Zufall es wollte, kam am ersten Dezember im Vorjahr auch Tochter Ella zur Welt, weshalb die Familie daraus ein großes Fest für Freunde und Nachbarschaft machte. Sie und ihr Bruder Leo bekommen von dem Trubel noch wenig mit.

10 000 Lichter und eine Projektion mit dem Schriftzug "Merry Christmas" (Englisch für "Frohe Weihnachten") strahlen an der Hausfassade der Schneiders. Foto: Lisa Marie Waschbusch

Immer wieder würden Besucher vor der Haustür stehen und sich das Weihnachtshaus anschauen. Sichtlich stolz erzählt das Ehepaar, dass mittlerweile auch schon von weiter weg Besucher kommen. "Wir haben deshalb immer Glühwein da, falls mal eine große Gruppe kommt", erklärt Christian Schneider. Auch der 82-jährigen Monika Schneider imponiert die Begeisterung der Besucher.

Nicht jeder ist begeistert

Für ihren Weihnachtsschmuck gibt es nicht nur Zuspruch. "Man hat auch Kritiker, die dann wegen des Stromverbrauchs was sagen und ob man eigentlich alles, was über den großen Damm schwappt, nachmachen müsse", sagt der Familienvater, den all die Kritik kalt lässt. Um Strom zu sparen, setzt er auf LEDs, die nur ein Zehntel der Leistung herkömmlicher Lichterketten verbrauchen. Mehrkosten habe man natürlich trotzdem. Jedoch: "Es hält sich in Grenzen. Letztlich sind es zwischen 20 und 30 Euro mehr für die fünf Wochen", merkt der 31-Jährige an.

Am sechsten Januar wird Christian Schneider die Beleuchtung abmachen und in zwei Kisten verstauen. "Ich freue mich jedes Jahr auf die Zeit", sagt er und seine Frau nickt, als wisse sie, was jetzt kommt. "Aber ich bin auch immer froh, wenn der Stress vorbei ist." Kippt der Weihnachtsbaum auf der Garage um, muss Christian Schneider ihn schnell wieder richten. Geht eine Lichterkette kaputt, wird sie schnell ersetzt.

Es ist bereits dunkel draußen, das Licht der Ketten dringt bis ins Haus. Christian Schneider schaut an die Decke und sieht, dass eine Birne in der Lampe über dem Esstisch defekt ist. Er schmunzelt und sagt: "Das sind solche Sachen, die jetzt halt liegen bleiben, weil draußen wichtiger ist."

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