OBERSCHWARZACH

Das Wir ist wichtiger als das Geld

Vor der Diskussion über den Einstieg der Marktgemeinde Oberschwarzach beim Schloss hatten sich die Räte am Sonntag vom Förderverein das Gebäude zeigen lassen. Gästeführerin Monika Lindner erläuterte dem vollzähligen Gremium die Historie der 3764 Quadratmeter großen Schlossfläche. Man besichtigte alle drei Etagen des Schlosses, dazu Keller und Dachgeschoss sowie die Scheune. Neben den 1800 bebauten Quadratmetern sah man sich auch im Garten um.

Anschließend setzten sich der Vorstand des Fördervereins und die Marktgemeinderäte zusammen, um über die Zukunft des Schlosses zu sprechen. Willi Groha aus dem Vorstand des Fördervereins erläuterte dabei die Ziele und die bisherigen Aktivitäten des Vereins. Unter anderem habe man für die Nebengebäude und die Scheune eine Bestandsaufnahme und eine Vermessung in Auftrag gegeben, deren Ergebnis bei der Jahresversammlung am Freitag, 16. Januar, um 19 Uhr im Schlossfoyer vorgestellt wird.

In der dann folgenden Diskussion behandelte Bürgermeister Manfred Schötz zunächst die Frage, welche Möglichkeiten die Gemeinde habe, zur Erhaltung des Schlosses beizutragen. Beteiligen könne sich der Markt entweder, indem er sich in das Schloss einmiete, oder indem er es als Miteigentümer teilweise erwerbe oder indem er schlicht finanzielle Mittel zu einer Renovierung zuschießt.

Gabriele Müller vom Förderverein machte deutlich, dass der Aufwand für die Erhaltung des Schlosses für den Eigentümer, die katholische Kirchenstiftung Oberschwarzach, zu hoch sei. Auch Groha richtete aus, dass die Kirchenverwaltung ohne einen verlässlichen Partner kein Geld mehr in das Schloss investiere. Dass die Kirchenstiftung das Gebäude alleine nicht halten könne, war Konsens der Runde.

Bürgermeister Schötz sagte, dass eine Erhaltung des Schlosses mit den damit verbundenen Investitionen entweder miteinander gehe, oder gar nicht. Er denke, wenn die Marktgemeinde eine Beteiligung signalisiere, werde auch die Diözese die Kirchenstiftung unterstützen. Groha meinte hierzu, dass er Markt- und Pfarrgemeinde als eine Einheit verstehe. Andreas Zehner vom Förderverein sagte, dass man die Gemeinde als verlässlichen Partner im Hinblick auf mögliche Förderungen benötige. Groha unterstrich diesen Aspekt unter Verweis auf Fördergelder für andere Schlösser. Er nannte auch Beispiele von Zuschüssen für Schlösser in Privatbesitz. Seiner Ansicht nach könne das Schloss langfristig aber nur in öffentlicher Hand erhalten werden.

Man sprach auch den Aspekt an, inwiefern nicht nur die Marktgemeinde, sondern auch die Kirchenstiftung ein verlässlicher Partner sein müsse. Gemeinderat Robert Ruppenstein betonte, dass man einen verlässlichen Partner brauche, mit dem man vertraglich die weitere Vorgehensweise regle. Gemeinderat Georg Solf schlug vor, dass die Gemeinde im Falle einer Investition ins Schloss ein Stück Eigentum daran erwerben müsse. Man war man sich im Klaren darüber, dass ein Einstieg der Gemeinde eine langfristige Sache wäre und permanente Investitionen erfordere. Da dies Kosten weit über die Legislaturperiode hinaus verursache, meinte Ruppenstein, dass der Gemeinderat nicht alleine entscheiden sollte. Er schlug vor, die Bürger einzubeziehen.

Andere wieder betonten, dass der Aspekt des „Wir“ wichtiger sei, als der Aspekt des Geldes. Dietmar Herold vom Förderverein ist sich sicher, dass Bürger aus allen Ortteilen hinter dem Förderverein stehen.

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