SCHWEINFURTSCHWEINFURT

Das Wohl der Tiere hat hohen Stellenwert

Für die Partei „Mensch, Umwelt, Tierschutz“ tritt die Gemündenerin Jaqueline Kraft als Direktkandidatin für den Land- und Bezirkstag in Schweinfurt an. Foto: Tierschutzpartei

Tier- und Naturschutz ist für Jaqueline Kraft zum Lebensinhalt geworden. Bei ihr leben Hunde, Katzen und Kaninchen aus dem Tierheim, sie organisiert Veranstaltungen und Projekte für Vereine und Verbände. Sie geht für diese Anliegen auf die Straße. Am 14. Oktober bewirbt sich die Gemündenerin in Schweinfurt um Direktmandate in Land- und Bezirkstag.

Der Protest gegen Tierversuche an der Universität Tübingen hat Kraft vor Jahren in ihrem Anliegen bestärkt, sich mehr für den Tierschutz einzusetzen. Da ist es konsequent, dass sie für ein vollständiges Ende von Tierversuchen eintritt. Es gebe förderungswürdige Alternativen, sagt sie: den so genannten Biochip, mit dem anhand von menschlichen Zellen geforscht werden könnte.

Andere Parteien tun zu wenig

Bei der jungen Frau ist aber auch die Kenntnis gereift, dass Engagement und Protest alleine nicht ausreichen. Man müsse politisch Einfluss nehmen, um auf Veränderungen hinwirken zu können. Deswegen hat sie den Weg zur Tierschutzpartei gefunden. Die anderen politischen Gruppierungen tun aus ihrer Sicht zu wenig bei den Themen Menschenrechten und Naturschutz.

Etwa zehn Personen sind nach ihren Worten in Unterfranken in der Tierschutzpartei engagiert. Daher ist sie stolz darauf, dass es ihnen gelungen ist, die notwendigen Unterstützungsunterschriften zu sammeln, damit die Partei zu den beiden anstehenden Wahlen antreten kann.

Gegen Palmöl, für auskömmliche Renten

Ist für den Urnengang die Ausrichtung auf den Tierschutz nicht zu eindimensional? Auch wenn es ihr Hauptanliegen ist, will Jaqueline Kraft ihre politischen Vorstellungen nicht darauf reduziert sehen. Es gebe viel zu tun in der Umweltpolitik und im Sozialen. Die Massentierhaltung ist für sie einer der „Klimakiller“; dort werde 95 Prozent der Soja-Futtermittel verwendet, wofür Regenwald zerstört werde. In Indonesien, so kritisiert sie, werde Urwald für Palmöl gerodet, das ist fast allen Lebensmitteln enthalten sei. „Die Vernichtung der klimaschützenden Regenwälder ist für mich ein Synonym für die gnadenlose Zerstörung und Ausbeutung unseres Planeten“, sagt Kraft.

In eine lebenswerte und zukunftsorientierte Welt gehört für sie ein gerechtes Sozialsystem, in dem nicht ein Prozent der Menschen 90 Prozent des Vermögens besitzen. In Bayern gehe es darum, vor allem soziale Berufe zu fördern und dafür zu sorgen, dass das Rentenniveau ein gutes Auskommen garantiere.

Viel Überzeugungsarbeit

Für Jaqueline Kraft ist wichtig: Sie will nicht mit ihren Werten und ihrer Lebenseinstellung missionieren, sondern die Menschen aufklären, was Tieren geschieht, und überzeugen, damit die Bürger auch Verantwortung übernehmen. In diesen Punkten macht sie eine gewisse Entfremdung der Menschen von der Natur aus; zu viele wüssten zu wenig über Tierrechte: An den Ständen ihrer Partei hielten manche Eltern ihren Kindern die Augen zu, damit sie die Bilder von Tierversuchen nicht sehen. „Man muss als Mensch darüber nachdenken, was man tut, und nicht anderen die Schuld geben“, sagt sie. Positive Veränderungen könne man nur gemeinsam erreichen.

Steckbrief

Jaqueline Kraft hat sich vollständig dem Tierschutz verschrieben. Die 26-Jährige mit Wohnsitz in Gemünden tritt in Schweinfurt als Direktkandidatin (Land- und Bezirkstag) für die Tierschutzpartei an. In der Stadt wendet sie sich auch mit Mahnwachen gegen die Schlachtung und Vermarktung von Tieren aus dem Wildpark. Sie hat die Tierschutzorganisation „Animal Paws“ gegründet und organisiert beruflich Tierschutzprojekte für Organisationen. Der Tierschutzpartei gehört sie seit zwei Jahren an. Jaqueline Kraft lebt vegan und ist verheiratet.

Mit einem Smiley hat Jaqueline Kraft (Tierschutzpartei) ihre politischen Vorstellungen auf dem Bierdeckel versehen. Foto: Kraft

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