GEROLZHOFEN

Das neue Geomaris öffnet

Das neue Geomaris öffnet

Die „Wasserratten“ der Region dürfen sich freuen, schon einmal Badehose oder -anzug aus dem Schrank kramen und zurechtlegen. Ab diesem Samstag, 22. November, öffnet das Geomaris nach rund anderthalbjähriger Umbauphase wieder seine Pforten.

Und da gibt es vieles, über was sie sich freuen dürfen. Die sportlich ambitionierten Schwimmer etwa. Die haben das große Sportbecken in der modifizierten Schwimmhalle demnächst ziemlich für sich und können ungestört ihre Bahnen ziehen – ohne Trennungsleine zum Bereich der Nichtschwimmer.

Denn die haben, auf der anderen Seite der Cafeteria, jetzt ihr eigenes Revier: das Nichtschwimmerbecken, das zugleich auch Kursbecken ist. Hier werden etwa Aquajogging oder Aquacycling ebenso angeboten wie Rehasport. Im gleichen Raum haben die Kinder ihren Bereich. Das Planschbecken bietet eine kleine Rutsche, einen Schiffchenkanal und einen Wasserpilz, und das Ganze vor einer kunterbunten Motivwand, auf der sich allerlei lustiges Meeresgetier tummelt.

Von hier aus geht es sowohl in die Dampfgrotte als auch hinauf zum Start der neuen Wasserrutsche. Diese bietet, so verrät Bürgermeister Thorsten Wozniak bei einem Rundgang, auf gut 50 Metern ungezügeltes Rutschvergnügen mit Lichteffekten und – kein Spaß – drei möglichen, über die Wassermenge regelbare Geschwindigkeiten.

Vom Plansch- und Nichtschwimmerbereich geht es auch in die beiden Warmwasser-Außenbecken. Da ist zunächst das Solebecken an seinem neuen Platz, mit Attraktionen wie Schwallduschen und Massageliegen. Und, etwas höher, das neue Jod-Selen-Becken, von dem Betriebsleiter Wolfgang Schulz schwärmt, „es wird ein wahrer Jungbrunnen für die Gesundheit sein.“

Natürlich ist auch das Saunadorf mit Textilsauna erhalten geblieben. Mehr noch: Dort, wo früher das alte Solebecken war, entsteht ein neuer Ruhebereich. „Die Funktionalität wird super“, lobt Wozniak das neue Geomaris in den höchsten Tönen: „Es wirkt alles sehr modern und geradlinig, und es hat ein tolles Farbkonzept.“ Tatsächlich finden sich überall am und im Geomaris knallige, farbige Akzente: An der Fassade, im Eingangsbereich, im Umkleidebereich, in den Duschen.

Ein solches Großprojekt hat natürlich seinen Preis. 9,6 Millionen Euro wird der Umbau letztlich kosten, also 1,8 Millionen mehr als die erste Schätzung einst vorsah, aber nur 400 000 Euro mehr als die erste Kostenberechnung auswies, rechnet Wozniak vor. Dass die Kosten stiegen, liege unter anderem daran, dass der Rohbau konjunkturbedingt teurer wurde als zunächst geplant.

Dann entschied man sich auch noch für eine bessere Verglasung, die sich aber, so das Stadtoberhaupt, nach zehn Jahren amortisiert haben wird. Und dass während der Bauphase plötzlich auftauchende Betonplatten den Teilabriss des alten Bades verkomplizierten, war auch nicht dienlich. Weder was den Kosten-, noch was den Zeitfaktor angeht.

Dennoch konnte der ins Auge gefasste Eröffnungstermin zum Jahresende 2014 nun realisiert werden. Im Mai 2013 waren die Bagger angerückt, genau 18 Monate später kann wieder geplanscht werden. Ein Verdienst nicht zuletzt des milden Winters.

Mit der Sanierung und dem Teilneubau sind jetzt auch erhebliche Einsparungen möglich. Durch den Einsatz modernster Technik und eine bessere Gebäudedämmung lässt sich im Jahr eine niedrige sechsstellige Summe an Energie einsparen. Mit Strom und Wärme versorgt ein hochmodernes Blockheizkraftwerk das Geomaris. Was darüber hinaus an Strom zugekauft werden muss, „stammt zu 100 Prozent aus bayerischer Wasserkraft“, erklärt Betriebsleiter Schulz.

Nicht zuletzt für die energetische Sanierung – das neue Geomaris wird im Vergleich zu seinem Vorgänger laut Wozniak jährlich etwa 100 Tonnen CO2 einsparen – spülte auch einiges an Finanzmitteln aus Fördertöpfen in die Stadtkasse. 3,6 Millionen Euro werden dies letztlich sein, bleiben sechs Millionen, die die Stadt selbst tragen muss.

Geld, das gut angelegt ist, wie Wozniak findet. Zwar geht er davon aus, dass auch das neue Geomaris letztlich ein Zuschussbetrieb sein wird, wenn auch in weitaus geringerem Maße wie das alte Bad: „Doch wir müssen uns als Stadt und Mittelzentrum attraktiv halten.“ Dass das Geomaris ein nicht zu unterschätzender Standortfaktor ist, hätten, so weiß Wozniak aus Gesprächen, während der Umbauphase auch Gastronomen und Direktvermarkter in Gerolzhofen und nächster Umgebung an zurückgehenden Umsätzen gemerkt.

Natürlich hofft man nun, dass die Badefreunde der Region das neue Geomaris annehmen. Zunächst einmal liegt die angestrebte Besucherzahl bei 250 000 jährlich, doch, so verrät der Bürgermeister, „wollen wir mittelfristig schon 300 000 bekommen.“ Bei der Gestaltung der neuen Eintrittspreise habe man „viel Wert darauf gelegt, die Familien zu stützen.“ So koste etwa eine Familienkarte für zwei Erwachsene und zwei Kinder gerade mal soviel, wie auch zwei Erwachsene alleine für Einzeltickets bezahlen müssen.

Es war eine große Baustelle, die für einige seiner Mitarbeiter auch ziemlich an die Substanz ging, hat Wozniak festgestellt. Doch jetzt, da alles fertig ist und die letzten Arbeiter noch ihre Utensilien im Werkzeugkoffer verstauen, freut sich auch der Bürgermeister so richtig auf die Eröffnung. „Wenn der erste Tag einigermaßen reibungslos verlaufen ist, setze ich mich abends zufrieden auf die Couch.“

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