Schweinfurt

Deckensanierung der Stadthalle abgeschlossen. Was gibt es sonst noch Neues von der Halle?

Die Sanierung der Decke der Stadthalle ist abgeschlossen. Was sich alles unter den alten Platten verbarg und warum auch die Akustik von der Investition profitiert.
Die alten Deckenplatten sind Geschichte. Darunter verbargen sich halbrunde Tonnengewölbe, die sich gut auf die Hallen-Akustik auswirken. Auch die LED-Deckenbeleuchtung ist neu und spart Energie. Foto: Helmut Glauch

Wenn am Samstag die fränkischen Band-Legenden "The Shades", "The Jets Revival Band", "Kleeblatt reloaded" und Rockröhre Jutta Wieczorek in der Stadthalle ihre Instrumente auspacken, dann präsentiert sich auch der Veranstaltungsort zumindest teilweise runderneuert. Die Sanierungsarbeiten an der Decke sind beendet, rund 100 000 Euro wurden investiert.

Traditioneller Veranstaltungsort für Konzerte und Faschingssitzungen

Die Stadthalle ist nach wie vor Eigentum der Stadt, die SWG (Schweinfurter Wohnungsbaugesellschaft) als 100-prozentige Tochter der Stadt kümmert sich in allen Belangen um das Gebäude, Mieter ist die eigens dafür gegründete Kolping Schweinfurt Service GmbH. Die Stadthalle wurde im Juni 2018 durch den OB an die Kolping Service GmbH übergeben. So ist es Kolping möglich, die beliebten Faschingssitzungen der "Schwarzen Elf" nach wie vor und traditionell in der Stadthalle über die Bühne gehen zu lassen.

Weder die Bands, die am Samstag spielen, noch die Halle selbst gehören zum "alten Eisen". Adi Schön und Maria Kraft (links) von der Kolping Schweinfurt Service GmbH präsentierten OB Sebastian Remelé die runderneuerte Decke der Stadthalle. Foto: Helmut Glauch

Gemeinsam gelang es nun, das Hallendach der 1951 erbauten Halle energetisch, optisch und akustisch zu optimieren. Zusammen mit Maria Kraft und Adi Schön von der Kolping Schweinfurt Service GmbH machte sich Oberbürgermeister Sebastian Remelé vor Ort ein Bild und zeigte sich beeindruckt von der optischen Aufwertung, die die neue Decke für den ganzen Raum gebracht hat. "Eigentlich eine schöne Halle", so der OB, der ankündigte, dass man sich auch im Stadtrat wieder mit der Halle beschäftigen und dafür wohl Geld in die Hand nehme werde. Denn vor allem im Bereich der (Bühnen)technik gibt es noch reichlich Luft nach oben. Auch die Fenster müssen energetisch auf den Prüfstand. 

Auffangnetz als Provisorium

Die alte abgehängte Decke gibt es nicht mehr. Sie war auch der Auslöser für die unumgängliche Deckensanierung. Bei einer Faschingsveranstaltung im Frühjahr 2017 hatte sich eine Platte gelöst. Passiert ist nichts, aber fortan musste ein untergespanntes Netz als Provisorium für Sicherheit sorgen. 

Zeitloser Charme: Blick in die Künstlergarderobe der Stadthalle. Foto: Helmut Glauch

Unter den Platten kamen die damaligen Deckenunterzüge mit ihrem Stuckgesims zum Vorschein, die im Zuge der Sanierung erhalten und verschönert wurden. An den Unterzügen und an ihren seitlichen Rändern wurden Akustikplatten angebracht. Die gelochten Metallschienen sorgen für hörbar besseren Klang. Daran dürften auch die halbrunden Tonnengewölbe, die bisher unter der abgehängten Decke verborgen waren, ihren Anteil haben. Auch energetischen Anforderungen wurde Rechnung getragen, denn die alten Energiefresser-Scheinwerfer wurden durch LED-Lampen ersetzt. 

Kuriosum neben der Bühne. Mit einem Handrad wird die Wasserzufuhr für die Vorhang-Beregnung geregelt. Die würde dafür sorgen, dass ein brennender Bühnenvorhang gelöscht wird. Foto: Helmut Glauch

Dass die Stadthalle "ein Stück Schweinfurt" und für viele Menschen in der Stadt mit Erinnerungen verbunden ist, zeigte sich auch beim Rundgang durch das Gebäude. Ursprünglich als Theater der Stadt genutzt, gab es sogar einmal einen Orchestergraben. Auch den Souffleurkasten unter der Bühne gibt es noch, heute hat er allerdings keine Verbindung mehr zum Bühnenboden. Die Garderoben versprühen mit ihren Kippspiegeln immer noch klassischen Theater-Charme.     

Eigentlich eine Multifunktionshalle

Die Stadthalle hat wechselhafte Zeiten erlebt, war wohl aber ursprünglich eine echte Multifunktionshalle. So gibt es zum Beispiel noch eine Vorrichtung, mit deren Hilfe Reckstangen hochgefahren werden können, was auf die einstige Nutzung als Turnhalle schließen lässt. Nutzen lässt sich die Halle hervorragend auch für Vorträge, verfügt sie doch über eine große ausfahrbare Leinwand. Und noch eine Besonderheit, die ziemlich einmalig sein dürfte, zeigte Adi Schön den Gästen. Versteckt zwischen der Aufhängung des vorderen Bühnenvorhangs ist eine "Vorhang-Beregnung" angebracht. Sollte also tatsächlich einmal der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass der Vorhang Feuer fangen sollte, würde diese Anlage, ähnlich wie ein Sprinkler, den Vorhang bewässern. Ein großes Handrad an der Bühnenseite regelt die Wasserzufuhr.     

Das Motto "Die Bühne brennt" soll natürlich auch künftig nur im übertragenen Sinne gelten, dann nämlich wenn Stimmung und Gaudi im Saal sind. Bis zu acht Veranstaltungen finden derzeit in den Wintermonaten monatlich in der Stadthalle statt, im Sommer ist es ungefähr die Hälfte, weiß Janina Geßner von der Verwaltung. Der Trend geht nach oben, die Stadthalle, so scheint es, hat eine Zukunft, wenn sie Stück für Stück für eben diese fit gemacht wird.     

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