SCHWEINFURT

Den Missbrauch dokumentiert

Missbrauch: Johannes Heibel liest bei der Kolpingfamilie.
Missbrauch: Johannes Heibel liest bei der Kolpingfamilie. Foto: Hannes Helferich

In seinem gerade erschienenen Buch „Der Pfarrer und die Detektive“ hat Johannes Heibel einen erschütternden Bericht über den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch zwei Kleriker der katholischen Kirche vorgelegt. In der Dokumentation beleuchten der Sozialpädagoge und Vorsitzende der bundesweit aktiven „Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch“, wie die Kirche, aber auch staatliche Einrichtungen mit Fällen von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen umgehen (wir berichteten).

Am Dienstag, 18. November, präsentiert Autor und Herausgeber Heibel auf Einladung der Kolpingfamilie sein von den den Medien viel beachtetes Buch im Kolping-Bildungszentrum in der Moritz-Fischer-Straße 3-5. Beginn ist um 20 Uhr, Einlass ab 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei.

Heibel und seine Co-Autoren, darunter die aus Schweinfurt stammende Uschi Schäfer, haben in den zurückliegenden 20 Jahren die Fälle zweier Pfarrer verfolgt und darin involvierte Opfer und Zeugen ausfindig gemacht und befragt. Einer der Missbrauchspfarrer gehörte lange der Diözese Würzburg an. Er wurde 1986 wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer Geldstrafe, nach seiner Versetzung in zwei weiteren Bistümern erneut straffällig. Vom Landgericht Coburg erhielt er im Jahr 2000 sogar eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren mit Bewährung. Er wurde 2002 in den Ruhestand versetzt und 2009 suspendiert.

In einem weiteren Kapitel schildert die seit vielen Jahren in Johannesburg lebende Uschi Schäfer ihre „Erlebnisse“ und Recherchen im Fall eines Pfarrers, der nach Missbrauchsvorwürfen in Deutschland in ihrer Wahlheimat Südafrika landete. Auch dort wurden wieder Missbrauchsvorwürfe gegen diesen Pfarrer bekannt. Schäfer ging diesen nach und betrieb unablässig die Aufklärung.

Weil sie zunächst von den höheren Kirchenstellen nicht gehört und von Angehörigen ihrer Kirchengemeinde attackiert wurde, meldete sie sich schwer verunsichert beim St. Michael-Pfarrer in Schweinfurt. Roland Breitenbach stärkte sie aber darin, sich weiterhin „energisch“ zu kümmern und keine „Zeit zu vergeuden. Die Verdachtsmomente gegen diesen Pfarrer erhärteten sich, mittlerweile ist er nach einem erfolgreichen Auslieferungsantrag wieder in Deutschland.

Das Geleitwort zum Buch schrieb Wunibald Müller, Leiter des Recollectiohauses Münsterschwarzach. Er spricht darin vom „Gift des Klerikalismus“, der in die Kirche „eingesickert“ sei.

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