Region Steigerwald

Den Wald durch seinen Schutz gegen die Klimakrise wappnen

In der Waldabteilung Banzerrangen am Hang nordöstlich von Handthal ist unübersehbar, dass jetzt mehr und mehr an schwierigen Standorten die bislang als resistent gegen die Erderwärmung geltende Buche verdurstet. Foto: Stephan Thierfelder

Anlässlich des Krisentreffens der Unionsminister zum Waldsterben und Ulrich Mergners jüngster Pressekonferenz zum Buchensterben im Steigerwald meldet sich jetzt Lisa Badum, klimapolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und Abgeordnete für Bamberg/Forchheim im Deutschen Bundestag mit einer Pressemitteilung zu Wort. Sie erklärt darin: „Nach einem weiteren Hitzesommer wird uns nun vor Augen geführt, was wir schon vor Jahren hätten erkennen müssen: Ein Waldökosystem, das auf schnelles Wachstum und Profit ausgerichtet ist, kann Extremwetter wie Hitze und Dürre nicht standhalten.“

Weiter sschreibt Badum: „Wir können nicht auf der einen Seite in Brasilien für den Erhalt des Regenwaldes werben und auf der anderen Seite vor unserer eigenen Haustüre unsere eigenen Wälder nicht schützen.“ Dass nun auch einzelne Buchen im Nordsteigerwald der Hitze zum Opfer fallen, sei für sie ein klares Zeichen, dass die bisherigen Bemühungen der Bayerischen Staatsforsten nicht ausreichen. Einzelne Buchen seien nicht klimaresistent, wenn sie nicht in ein gesundes Ökosystem eingebunden seien. Kleine Totholzinseln und sehr vereinzelte alte Buchen seien deshalb eben nicht genug, um den Wald für die Klimakrise zu wappnen. Es brauche flächigen Naturschutz, es brauche einen Buchenwald als geschlossenes Ökosystem. Denn ohne gesunde Wälder könne der  Klimakrise nicht effektiv entgegentreten werden.

Lisa Badum fragt: „Wie viele Zeichen brauchen wir noch, um endlich zu verstehen, dass dieses Gebiet unter Schutz gestellt werden muss?“ Seit Jahren kämpfe sie dafür und die Zeiten der Klimakrise würden ihre Forderung nur dringlicher machen. Die Grünen-Abgeordnete unterstreicht: „Lasst endlich die Sägen ruhen und lasst den Steigerwald sich zu dem entwickeln, was er ist: ein natürlicher Buchenwald als unser Verbündeter im Kampf gegen die Klimakrise. Klimaschutz in Bayern muss auch heißen, einen Nationalpark Steigerwald anzuerkennen."

Ein natürlicher Buchenwald, der sich ohne Eingriffe des Menschen entwickeln dürfe, sorge auf Grund seines geschlossenen Blätterdachs nicht nur für einen geringere Temperatur im Wald, sondern könne dadurch auch mehr Feuchtigkeit im Boden halten. Auch das im natürlichen Verfall entstehende Totholz trage zu einer erhöhten Speicherung von Wasser bei. Zudem könnten die dort vorhandenen alten Buchen sowie das Totholz schon allein auf Grund ihrer Biomasse viel mehr CO2 speichern als es ein Wirtschaftswald jemals könnte. Diese Möglichkeit eines Beitrages zum Klimaschutz hier vor Ort und in Bayern würde vertan, solange der Nordsteigerwald nicht unter Schutz gestellt werde, teilt Lisa Badum abschließend mit.

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