Gerolzhofen

Der Ausverkauf bei M & A beginnt

Nach 26 Jahren beginnt am 1. April bei der Müller & Achtziger GmbH die Geschäftsauflösung. Die Halle wird an Hiestand verpachtet. Der Chef macht im Kleinen aber weiter.
Das Ende einer Ära: Beim Gerolzhöfer Elektrohandel Müller & Achtziger in der Albert-Einstein-Straße beginnt am 1. April die Geschäftsauflösung. Ab September geht es dann nur noch im kleinen Rahmen weiter. Im Bild die beiden bisherigen Geschäftsführer Karl Heinz Müller und seine Tochter Jenny Müller. Foto: Klaus Vogt

Großflächige Plakate kündigen bereits die Geschäftsauflösung und den Totalverkauf ab dem 1. April bei der Gerolzhöfer Elektro Müller & Achtziger GmbH in der Albert-Einstein-Straße 3 an. Ein Großteil der jetzigen Verkaufsfläche wird an die benachbarte Hiestand GmbH verpachtet. Es handele sich aber nicht um eine komplette Firmenauflösung, betont M & A-Geschäftsführer Karl Heinz Müller. Denn ab Herbst läuft der Betrieb, wenn auch in deutlich reduzierter Form, weiter. 

Die Müller & Achtziger GmbH wurde vor 26 Jahren in Gerolzhofen als Groß- und Einzelhandel im damals neuen Industriegebiet im Norden der Stadt gegründet. An der Spitze des Elektro-Spezialisten standen zunächst Jenny Müller und ihr Schwager Winfried Achtziger. Nach einigen Jahren schied Achtziger aus der Firma aus und der Vater von Jenny Müller, Karl Heinz Müller, übernahm gemeinsam mit seiner Tochter die Geschäftsführung des Groß- und Einzelhandels.

Kaum Personal zu finden

Das Unternehmen kann auf eine beeindruckende Erfolgsgeschichte zurückblicken. Im Laufe der Jahre wurden die Firmengebäude auf dem weitläufigen Grundstück in drei Bauabschnitten für Lager, Verkauf und Verwaltung Stück für Stück vergrößert. Doch nun kommt es zum starken Einschnitt. "Ich bin schon über 70 und will etwas kürzer treten", sagt Karl Heinz Müller. Hinzu kommt, dass ein langjähriger Mitarbeiter im Sommer in Rente gehen wird. Neue Mitarbeiter zu finden, erscheint heutzutage fast aussichtslos. "Die stärker werdende Konkurrenz aus dem Internethandel ist zwar auch ein Thema für uns", erklärt Müller. Aber viel dramatischer sei die Suche nach neuem Personal für den Handel. "Niemand ist mehr bereit, von 8 bis 18 Uhr zu arbeiten. Und samstags schon gar nicht." 

Bereits vor einigen Jahren entschied Müller, den westlichen Teil des Grundstücks mit dem bisherigen Werkstatt- und Lagergebäude zu verpachten. Dort hat der Gebrauchtwagenhandel "Barbich Automobile" mit Inhaber Hassan Barbich seinen Standort. Vor rund einem Jahr wurde dann auch der östliche Teil der Verkaufshalle von Müller & Achtziger an die Hiestand GmbH verpachtet. Die zum Aryzta-Konzern gehörende Gerolzhöfer Hiestand-Niederlassung hat hier Verwaltungsräume für ihre Personalabteilung eingerichtet.

Langfristiger Pachtvertrag

Der Nachbar Hiestand aus der Albert-Einstein-Straße 1 wird es nun auch sein, der die restliche Fläche der Verkaufshalle von M & A anpachten wird, gibt Karl Heinz Müller bekannt. Dies bestätigt der Gerolzhöfer Hiestand-Werkleiter Gerhard Seufert auf Anfrage. Seine Firma habe einen langfristigen Mietvertrag abgeschlossen. Wie die M & A-Halle konkret genutzt und verplant werden, stehe noch nicht fest. "Die Nutzung ist noch offen", erklärt Seufert am Telefon. Auch ein Umzug des Fabrikverkaufs, der sich noch im früheren Hiestand-Standort auf dem Gelände des alten Butterwerks zwischen der Kolping- und der Friedenstraße befindet, sei "noch nicht angedacht". Hiestand hat seinen ursprünglichen Gerolzhöfer Stammsitz auf dem Butterwerk-Gelände nach Informationen dieser Redaktion inzwischen an eine Unternehmens-Holding mit Sitz in Gerolzhofen verkauft.

Der Elektrofachmarkt Müller & Achtziger schließt zum 30. Juni. Foto: Klaus Vogt

Einen kleinen Teil des M & A-Grundstücks hält Karl Heinz Müller künftig noch für seine eigene unternehmerische Tätigkeit zurück. So ganz will er sich dann doch nicht aufs Altenteil zurückziehen, während seine Tochter Jenny Müller sich beruflich umorientieren wird. Im westlichen Teil des Areals wird Müller die GmbH nach Umbau- und Umstrukturierungsarbeiten ab Montag, 9. September, weiterführen - allerdings mit deutlich reduziertem Sortiment und mit verkürzten Öffnungszeiten. "Viele Stammkunden, besonders fürs Elektromaterial, haben mich gedrängt, doch weiterzumachen", erzählt Müller.

Elektromaterial als Schwerpunkt

Nicht mehr im Angebot wird im Herbst dann allerdings die "weiße Ware" sein, also Geräte zum Kühlen, Gefrieren, Waschen und Trocknen. Auch "braune Ware", zum Beispiel Fernseher, Radio und Hi-Fi, wird es bei Müller & Achtziger ab September nicht mehr geben. Das Hauptaugenmerk werde künftig nur auf Elektromaterial und Zubehör liegen, also Kabel, Steckdosen, Schalter, Zählerschränke und Beleuchtungen. Geöffnet ist dann noch an zwei Tagen: Mittwoch und Freitag jeweils durchgehend von 8 bis 18 Uhr.

Aber zuerst startet nun ab dem 1. April erst einmal der Ausverkauf bei Müller & Achtziger. Karl Heinz Müller verspricht seinen Kunden Rabatte von mindestens 20 Prozent. Zum 30. Juni zieht M & A dann aus seiner bisherigen Verkaufshalle aus.

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