SCHWEINFURT

Der Kirche ein menschliches Antlitz gegeben

Füreinander geschafften. Mit viel Freude und Gott im Herzen bauten Heiko Kuschel (links) und Günter Schmitt die ökumenische Cityseelsorge in Schweinfurt auf.
Füreinander geschafften. Mit viel Freude und Gott im Herzen bauten Heiko Kuschel (links) und Günter Schmitt die ökumenische Cityseelsorge in Schweinfurt auf. Foto: Ursula Lux

„Wir haben uns zum Affen gemacht für die Stadt – viel gelacht, auch über uns selber.“ Mit Pfarrer Heiko Kuschel und Pastoralreferent Günter Schmitt haben sich zwei vielleicht nicht gesucht, aber doch gefunden, die der Citykirche in den letzten sieben Jahren ein menschliches, humorvolles und kreatives Gesicht gegeben haben. Jetzt schlägt Schmitt neue Wege ein und zumindest beruflich trennen sich die Wege des evangelischen Pfarrers und des katholischen Pastoralreferenten.

Beim Sonntagsgottesdienst in der Heilig-Geist-Kirche wurde Schmitt verabschiedet. Das heißt, genau genommen organisierte er seine Verabschiedung selbst, was ihn ein wenig an jemanden erinnerte, der seinen eigenen Nachruf spricht. Aber dann nutze er auch die Chance, die darin steckte: „Ich kann das sagen, was mir wichtig ist, und die Leute beteiligen, die mir wichtig sind.“ Und so sprach Schmitt im Gottesdienst mit den entsprechenden Leuten.

Nach einem Jahr Stadtkirche und sechs Jahren Citypastoral, nach zahlreichen Schweinfurt-Runden mit der Wagenkirche, vielen Mehr-Weg-Gottesdiensten oder Segenszeiten galt es, Abschied zu nehmen. Ein Abschied, der Schmitt vor allem bei seinem Dank an Kuschel sichtlich an die Nieren ging. Ganz im Stil der Wagenkirche fragt der Pastoralreferent seinen Mitstreiter: „Sag mal, Heiko, hast du eigentlich einen Plan?“ „Es geht nicht darum, was wir für Pläne haben, sondern was Gottes Plan mit uns ist“, antwortet Kuschel und umreißt damit den Einsatz der beiden Seelsorger, der, so Schmitt, „herausfordernd und tief erfüllend“ war. Beide betonten, nie vorher eine so gute und innige Zusammenarbeit erlebt zu haben. „Großartig, dass wir so vorbehaltlos miteinander arbeiten und leben konnten“, so dankte Schmitt seinem „Freund und Weggefährten“.

Im Predigtgespräch mit Dekan Rainer Fries erinnerte sich Schmitt, dass die hitzigsten Diskussionen im Stadtdekanat um Bauvorhaben und Geld geführt wurden, selten um die Seelsorge. Ein Glück, dass die Wagenkirche die kleinste Immobilie des Stadtdekanats ist und dadurch auch sehr beweglich. Man sei eben in vielen Bereichen noch einem Kirchenbild aus früheren Zeiten verhaftet, bedauerte Fries und dankte Schmitt für seine „spontane, kreative und innovative Mitarbeit.“

Einen weiteren Dialog führte der Cityseelsorger mit seinem designierten Nachfolger Ulrich Göbel. Der 45-Jährige stammt aus Eßleben, ist verheiratet und hat zwei Söhne. Seine Zeit als Pastoralassistent verbrachte Göbel in Kirchlauter, anschließend kam er als Pastoralreferent in die Pfarrei St. Elisabeth in Bad Kissingen. Nach einem Sabbatjahr ist die Cityseelsorge für ihn nun eine neue Herausforderung. Erste Erfahrungen in Schweinfurt zeigten ihm eine lebendige Stadt auf den Straßen und Plätzen, während die Kirchen ihm eher als „dichte Bunker“ erschienen. Er will vor allem mit den Menschen in Kontakt kommen.

Dem Dank von Kuschel und Fries für den scheidenden Pastoralreferenten Günter Schmitt schloss sich auch der Dekanatsratsvorsitzende Werner May an.

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