HOPPACHSHOF

Der Krieg hat sie zusammengebracht

Feiern das seltene Fest der Gnadenhochzeit: Margarete und Lothar Niklaus. Foto: Rita Steger-Frühwacht

Das seltene Fest der Gnadenhochzeit feiern an diesem Freitag, 27. November, Margarete und Lothar Niklaus in Hoppachshof. Mitten im Krieg haben sie sich kennengelernt, als Lothar Niklaus als Soldat zu einem Arbeitseinsatz bei der Firma Telefunken in Berlin weilte.

Die Hochzeitsglocken läuteten dann wenige Monate nach Kriegsende im Heimatdorf des Bäutigams, in Hoppachshof. „Zur standesamtlichen Trauung sind wir zu Fuß nach Hesselbach gegangen“, erinnert sich Margarete Niklaus.

Der Ehemann, Jahrgang 1923, wuchs in einem bäuerlichen Anwesen mit vier Geschwistern auf. Schon von Kindesbeinen an musste er in der Landwirtschaft mithelfen. Nach der Schulzeit absolvierte er eine Werkzeugmacherlehre in Schweinfurt. Dann kam die Einberufung zum Militärdienst.

Im Kriegsjahr 1942 wurde Niklaus in einer Spezialeinheit für den Nachrichtendienst eingesetzt. „Ich hatte sehr großes Glück“, meint er rückblickend, denn in Griechenland wurde er bei einem Einsatz schwer verwundet, so dass ein Bein amputiert werden musste. Das Kriegsende erlebte er dann zuhause.

Margarete Niklaus lebte bis zu ihrer Flucht vor der russischen Armee in Prittisch, im Kreis Schwerin an der Warthe. Dort arbeitete sie als kaufmännische Angestellte. Nach Hoppachshof kam sie mit ihrer Mutter und dem jüngsten Bruder noch während des Krieges, im Januar 1945. Später kamen auch ihre Eltern und Geschwister nach.

Lothar Niklaus fand nach dem Krieg wieder Arbeit in seinem Lehrbetrieb der SKF Schweinfurt, wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1983 beschäftigt war. Hier engagierte er sich für die Belange seiner Mitarbeiter als Vertreter der Schwerbehinderten und als Betriebsratsmitglied. Ab 1974 gehörte er dem Aufsichtsrat an.

Niklaus begleitete in seiner aktiven Zeit zahlreiche kommunale Ehrenämter und engagierte sich in der Kirchenverwaltung. In Hoppachshof gründete er den Bürgerverein, dessen Vorsitz er 23 Jahre innehatte. Interessiert ist er an der Erforschung der Ortsgeschichte, über die er mehrere Artikel im Schweinfurter Tagblatt und im Gemeindeblatt veröffentlicht hat. Seine Leistungen wurden mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande gewürdigt.

Drei Kinder wurden dem Ehepaar geschenkt. Schwer traf sie der Tod einer Tochter 1985. So gratulieren zum Festtag die beiden Kinder mit Ehepartnern, sieben Enkeln und zwei Urenkeln.

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