SCHONUNGEN

Der Mofa-Club geht baden

Ab ins Wasser: Im Main legten die Mofarocker der Slowrider ihre Schwimmprüfung ab. Foto: Ursula Lux

Nein, das wollten sie nicht auf sich sitzen lassen, die Slowriders. Als Kollege Holger Laschka den frisch gegründeten Mofa-Club vor zwei Jahren im Schweinfurter Tagblatt vorstellte, mokierte er sich über ein Seepferdchen, das einer der Slowrider auf seiner Mofakutte hatte. Ein Seepferdchen dürfe man nur tragen, wenn man es auch gemacht hat, meinte Laschka.

Na, wenn's weiter nichts ist, dachten sich die Mofarocker, das kriegen wir hin. Schwimmen können sie ja alle, nur das Seepferdchen hat einzig der Goldrider abgelegt und das schon vor rund 65 Jahren. Jetzt aber konnte er von seinem jugendlichen Elan profitieren, ersparte ihm die damalige Prüfung doch den Sprung ins kalte Nass.

Eigentlich gibt es das Frühschwimmerabzeichen Seepferdchen ja nur für unter 18-Jährige, für Erwachsene ist nur ein Schwimmzeugnis geplant, aber bei so viel Enthusiasmus drückte Erwin Reuter, Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe, ein Auge zu. Ins Wasser springen und 25 Meter schwimmen, das musste allerdings sein. Und weil die Mofarocker alle schon knapp über 18 sind, wählten sie sich für ihre Schwimmprüfung ein besonderes Wasser aus: Sie sprangen in den Main.

Der Fluss meinte es gut mit ihnen und stellte ihre Wettertauglichkeit auf keine allzu harte Probe: Geschätzte Wassertemperatur 18 Grad Celsius. Nur der Einstieg bei der Panzerrampe war recht rutschig, so dass gleich der erste Schwimmer frühzeitig auf Tauchstation ging.

Aber Reuter passt auf, nicht nur darauf, dass keiner ertrinkt – „das ist eher unwahrscheinlich“ – sondern auch darauf, dass erst einmal gegen den Strom geschwommen wird. Auch einige Zuschauer hatten sich eingefunden und ihren Spaß mit den badenden Mofarockern. Eine Zuschauerin unkt: „Das macht ihr doch bloß, weil eure Kinder jetzt bald das Seepferdchen ablegen und ihr es zuerst haben wollt.“

Die Slowrider dagegen bewiesen, dass sie nicht nur auf der Straße im Konvoi dahinfahren, sondern auch im Wasser in Formation schwimmen können. Mit Kutte natürlich, schließlich will man an Wasser ebenso wie an Land als Slowrider erkennbar bleiben. Goldrider Gerhard steht am Ufer und lobt seine schwimmenden Vereinskollegen: „Das ist ein Gesundbrunnen.“

Derweil schwimmen seine Clubkameraden in die Zielgerade, jetzt schnell noch das Banner hochhalten und dann gratuliert Reuter und überreicht den Schwimmpass – mitsamt dem heißbegehrten Seepferdchen.

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