Der Pronold macht den Gabriel

Zeug gibt‘s: Kein Herz für Hunde       -  _

Sankt Martin“ titelte jüngst der „Spiegel“ über den designierten SPD-Kanzlerkandidaten Schulz für die Bundestagswahl im Herbst. Der pusht die Sozis gerade von einem Umfragehoch zum nächsten, und weil der Gabriel-Verzicht die SPD so wundersam und schlagartig aus dem Jammertal zu führen scheint, dachte sich die Bayern-SPD: Super, das machen wir genau so. Der Herr Vorsitzende Pronold schmeißt hin, und seine Generalsekretärin Frau Kohnen soll ihm nachfolgen – beim nächsten Landesparteitag. Der ist am 20. und 21. Mai in Schweinfurt – jener einst klassischen Arbeiterstadt, die heute noch mehr Arbeitsplätze hat als Einwohner, und trotzdem seit Jahren schwarz regiert wird.

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Vielleicht geht die Wahrscheinlichkeitsrechnung ja so: Wenn allein die Ersetzung des nun mal herzlich unbeliebten Herrn Gabriel durch den Herrn Europapolitiker Schulz einen derartigen demoskopischen Höhenflug auslöst – warum soll das mit dem Herrn Pronold und der Frau Kohnen auf Bayernebene nicht auch funktionieren? Wenn sich Schulz-Effekt plus Kohnen-Überraschung auch noch summierten – profitiert die Bayern-SPD dann nicht sogar doppelt vom unerwarteten Überraschungstrend zur altehrwürdigen Sozialdemokratie? Falls der Herr Seehofer darob etwas nervös werden sollte, lässt er es sich bisher zumindest nicht anmerken.

Hättest Mainfurt, / hättest Weinfurt heißen können, / weil du führest Wein, / aber Schweinfurt, / Schweinfurt sollt es sein“. Die pure Verzweiflung über den Namen seiner Heimatstadt spricht aus dem Reim des Dichters Friedrich Rückert. „Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein“. Dieser Zweizeiler im Format einer Bauernregel ist neueren Datums. Er stammt vom Bundesumweltministerium und sorgt gerade für Furore im Bauernstand, der die spaßig gemeinte Anzeigenkampagne, die zum Nachdenken anregen soll, nicht so lustig findet. In Schweinfurt selbst gibt's längst keinen Saustall mehr, der zu klein sein könnte, aber Schweine-Figuren als Werbeträger in artgerechter Haltung. Sie stehen im Freien, auf zwei Beinen.

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Endlich scheint es dem Herrn CSU-Stadtrat Rüdiger Köhler zu gelingen, die städtische Baumschutzverordnung zu kippen, der zufolge Baumrodungen ab einer bestimmten Stammdicke auch im Privatgarten eine Genehmigung brauchen. Vor Jahren hat er das schon einmal erfolglos probiert. Jetzt, als die Verordnung aktualisiert werden soll, will er sie ganz abschaffen, und die schwarze Front steht scheinbar hinter ihm. Im Umweltausschuss wetterte der Linke Sinan Öztürk dagegen mit dem Satz, dass Köhlers Vorstoß „mit einer Wiederholung nicht richtiger wird“ – im Gegensatz zum Antrag vom „Herbert“, dem SPD-Kollegen Wiener.

Der hatte angekündigt, einen weiteren Antrag für ein zweites Solarkraftwerk zu stellen. Zweimal hatte die CSU schon abgelehnt.

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So geht es hin und her zwischen Schwarzen und Roten, auf Bundes-, Landes- und städtischer Ebene, dieweil man derzeit vor Gericht lernen kann, wie bedenkenlos sich die „Pumperszene“ (Bodybuilder) Unmengen Anabolika und Hormone einverleibt, damit ihr Body so aussieht, wie ihn die meisten Leute nicht einmal besonders schön finden. Die 1000 Ampullen Testosteron Enantat, die der Dopingdealer in einem einzigen Paket aus Litauen bekommen hatte, hätten für therapeutische Zwecke 70 Jahre gereicht.

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