Dingolshausen

Der Wassermangel macht zu schaffen

Der Anglerverein Dingolshausen erläuterte in der Gemeinderatsitzung, dass die derzeitige Situation an den Badseen in Bischwind einer Verlängerung des auslaufenden Pachtvertrages entgegensteht.  Foto: Marion Heger

Mit dem Natur- und Artenschutz befasste sich der Gemeinderat Dingolshausen in Verbindung mit anstehenden Neuverpachtungen. Zu diesem Zweck war Jonas Benner von der Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Schweinfurt in der jüngsten Sitzung anwesend, der die Gemeinde als Nachfolger von Jürgen Kiefer im Bereich des Naturschutzes betreut. Das Gremium hatte die Bewirtschaftung der Badseen in Bischwind zu beaten.

Bürgermeister Lothar Zachmann erläuterte einführend die Pachtsituation mit dem Anglerverein.  Es laufen noch in diesem Jahr mehrere Pachtverträge zwischen der Gemeinde und dem 72 Mitglieder zählenden Verein aus.

Die Vorstandschaft der Angler war bei der Sitzung anwesend.  Kassier Gerd Ringelmann stellte heraus, dass nur ein Teil der Mitglieder aktive Angler sind und man sich deshalb nicht als Angelsportverein sehe. Vielmehr stehe auch der Natur- und Gewässerschutz auf der Agenda des Vereines und dies werde auch mit verschiedenen Aktionen und Projekten umgesetzt. Die hierfür erforderlichen Ausgaben werden über Vereinsbeiträge und Erträge aus Veranstaltungen gedeckt.

Allerdings bereite die Gewässer- und Umweltpflege immer mehr Probleme aufgrund von Wassermangel und Aktivitäten von Biber und Bisamratten. Der aktuelle Zustand der Badseen lasse eine Neuanpachtung durch den Verein nicht zu. Aufgrund des Wassermangels und der geringen Wassertiefe habe es bereits mehrfach Fischsterben gegeben.

Der Verein stellte aber auch mögliche Lösungsansätze vor. So könnte man einen Damm durchbrechen und die hinteren Seen nur noch als Wasserspeicher für den vorderen See nutzen, der dann noch zur Fischzucht dienen könnte. Der Zulauf müsste neu gestaltet und ein neuer Mönch gesetzt werden. Außerdem wäre eine regelmäßige Trockenlegung ratsam.

Jonas Benner erklärte, dass aus Naturschutzsicht nichts dagegen spricht und dass es sich um ein erhaltenswertes Gebiet handelt. Das dortige Biotop "Moorwiese" werde bereits jetzt im Zuge von Kleinstmaßnahmen gepflegt. Deshalb sieht er auch die Möglichkeit einer Förderung für die naturnahe Wasserflächennutzung und nannte  hierzu sogar zwei Möglichkeiten: Zum einen kann der Pächter (also in diesem Fall der Anglerverein) einen Förderantrag im Rahmen eines Vertragsnaturschutzprogramms (VNP) beim Amt für Landwirtschaft und Forsten stellen. Hierbei müsste dann beispielsweise auch die Besatzdichte mit der Fischereifachberatung abgestimmt und eine extensive Teichnutzung angestrebt werden. Und für den vorderen Bereich, der stark verlandet ist, könnte eine Förderung über die Landschafts- und Naturparkpflegerichtlinien erfolgen.  Hier wäre die Gemeinde als Eigentümer der Antragssteller, eine Förderung mit bis zu 70 Prozent der Kosten wäre möglich.

Ein weiteres Thema in diesem Zusammenhang war schließlich noch die Neuordnung der Pachtsituation. Bisher wurde die gesamte Flurnummer an den Anglerverein verpachtet, der somit auch die Flächen im Umgriff des Sees pflegen musste. Diese Flächen könnten unter  Einhaltung der ökologischen Auflagen auch anderweitig verpachtet und landwirtschaftlich genutzt werden. Hierfür gibt es auch Interessenten, die ebenfalls bei der Sitzung anwesend waren. Die Nutzung der Flächen wäre allerdings eingeschränkt. So müssten Mähzeiten beachtet werden und die gemeindlichen Obstbäume in diesem Bereich würden nicht mit verpachtet werden. Deren Ertrag soll nämlich weiterhin beim so genannten "Obststrich" versteigert werden.

Am Ende erklärte Bürgermeister Zachmann, dass man seitens der Gemeinde eine Kooperation mit mehreren Partnern anstrebe, wobei das oberste Ziel eine ökologische Aufwertung sein sollte. Gleichzeitig könnten alle Beteiligten profitieren. Durch die ausführliche Diskussion und Anwesenheit der Beteiligten konnte sich das Gremiumg ein umfassendes Bild von der Situation machen.

Die weitere Beratung beziehungsweise Beschlussfassung erfolgte dann im nichtöffentlichen Teil der Sitzung.

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