Euerbach

Der Weg ist endlich frei für das Dorfgemeinschaftshaus

Seit etwa zehn Jahren läuft die Diskussion um das 500.000-Euro-Projekt. Jetzt hat der Gemeinderat Nägel mit Köpfen gemacht.
Neben dem Alten Rathaus an der Euerbacher Hauptstraße mit seiner Gemeindebücherei wird anstelle des abgerissenen Nebenhauses nun ein Neubau erstellt. Der darunter liegende Gewölbekeller bleibt beim Bau des Dorfgemeinschaftshauses erhalten. Im Hintergrund ist die Dorfscheune zu sehen. Foto: Silvia Eidel

Seit etwa zehn Jahren läuft die Diskussion um ein Dorfgemeinschaftshaus in Verbindung mit dem alten Rathaus. Aus finanziellen Gründen wurde es immer wieder verworfen, jetzt aber hat der Gemeinderat Euerbach Nägel mit Köpfen gemacht: weil die Gemeinde über das bayerische Förderprogramm "Innen statt Außen" an die 80 Prozent Zuschuss erwartet. 

Zur Priorität einer Innen- vor einer Außenentwicklung bekennt sich Euerbach seit vielen Jahren, spätestens seit der "Oerlenbacher Erklärung" der Interkommunalen Allianz Oberes Werntal. Als eine der wenigen Mitgliedsgemeinden hat Euerbach auch kein neues Wohnbaugebiet ausgewiesen. Aufgrund dieser Voraussetzungen will die Gemeinde am neuen Förderprogramm partizipieren, das für Maßnahmen der Innenbereichsplanung 20 Prozent zusätzlich zu einer 60-prozentigen Förderung des Amts für Ländliche Entwicklung in Aussicht stellt.

Das baufällige Nebenhaus des Alten Rathauses, das Böhm-Schuster- oder auch Watson-Haus genannt, wurde vor einigen Jahren abgerissen. Die Lücke im Ortsbild wieder sinnvoll zu füllen, war stets das Anliegen der Gemeinde, so Bürgermeister Arthur Arnold in der Gemeinderatssitzung.

Weil die ehrenamtlich betriebene Gemeindebücherei im Alten Rathaus mehr Platz braucht, weil der Brandschutz im Dachgeschoss mangels zweitem Rettungsweg seit langem ein Problem darstellt, weil die Nachbarschaftshilfe Räume für Treffen sucht, soll nun ein Neubau erstellt werden.

Hölzerner Pfeiler von 1537 soll wieder zur Geltung kommen

In Gesprächen mit diesen Organisationen, mit dem Arbeitskreis "Unser Dorf hat Zukunft", mit dem Trachtenverein - der im Erdgeschoss des Alten Rathauses Utensilien aufbewahrt - sowie den Nachbarn wurde das Vorhaben akzeptiert, sagte Arnold. Architekt Joachim Schmitz (Schweinfurt) stellte dem Gemeinderat die aktuelle Entwurfsplanung vor.

Demnach sollen im Erdgeschoss des Alten Rathauses die Raumtrennungen zum Trachtenverein, zur Technikkabine und zu den Toiletten verschwinden und der mittig platzierte, massive hölzerne Pfeiler aus der Bauzeit 1537 in dem offenen Raum wieder zur Geltung kommen. Ein breiter Mauerdurchbruch zum Neubau daneben soll für mehr Platz für den Treffpunkt sorgen.

Von Seiten der Dorfscheune her ist ein neuer barrierefreier Zugang zum Neubau geplant. Dahinter sind Windfang und zwei WCs vorgesehen, im offenen Treffpunkt eine Teeküche und der Arbeitsplatz des Büchereiteams. Verglast soll die Fuge zwischen Alt- und Neubau sichtbar dargestellt werden, durchgehend bis zur Straßenseite.

Gläserner Durchgang zum Dachgeschoss des Neubaus

Im Obergeschoss des Alten Rathauses soll ein gläserner Durchgang zum Dachgeschoss des Neubaus gebaut werden. Dort erhält der Heimat- und Trachtenverein seinen Raum. Eine Treppe führt von dort als zweiter Rettungsweg hinunter in den Hof Richtung Dorfscheune.

Auf etwa 500.000 Euro schätzte Schmitz die Kosten für dieses Vorhaben. 450.000 Euro davon seien mit 80 Prozent förderfähig. Angesichts dieser Möglichkeit stelle sich die Frage, ob nicht auch im Altbau, sprich dem Alten Rathaus, nötige Baumaßnahmen erledigt werden könnten, etwa die Fenster zu erneuern.

Zustimmung kam von Simone Seufert, die diesen Weg weiterverfolgen möchte, ebenso von Bernd Schraut, der auch für die Fassade eine neue Farbe wünschte. Auch zweiter Bürgermeister Ewald Schirmer meinte, die "einmalige Chance" auf keinen Fall liegen lassen zu dürfen. Auf Nachfrage von Thomas Arnold erläuterte der Bürgermeister, dass man zwar in Ruhe weiterplanen könne, aber dass man das Projekt auch im kommenden Haushalt abbilden müsse.

Hier äußerte Gemeinderätin Margit Büttner Bedenken, zumal in derselben Sitzung mit der Grundschulerweiterung und dem Krippenkindergarten bereits zwei große Bauprojekte vom Gemeinderat gebilligt worden waren. Einverstanden mit dem Projekt zeigte sich zwar Gerhard Müller, der allerdings kritisierte, dass er als Seniorenbeauftragter wie auch der übrige Gemeinderat nicht früher in die konkrete Planung eingebunden worden war.

Gegen die Stimme von Margit Büttner erkannte das Ratsgremium schließlich die vorgestellte Planung an.

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