OBERSCHWARZACH

Der Winterzauber als Lichterzauber

Das Verblasen des Wildes als Ehrerweisung an das Wild war Bestandteil des Jagdabschlusses des Forstbetriebs Ebrach und des Gemeinsamen Bürgerwaldes Gerolzhofen-Dingolshausen. Foto: Gudrun Theuerer

Eine bessere Kulisse als das Echter-Schloss von Oberschwarzach kann man sich für manche Veranstaltung kaum vorstellen. Das denken wohl auch die Verantwortlichen der Jagdgesellschaften des Forstbetriebs Ebrach und des gemeinsamen Bürgerwaldes Gerolzhofen-Dingolshausen. Denn sie kamen auch in diesem Jahr nach Oberschwarzach, um im Rahmen des Winterzaubers ihren Jagdabschluss im Schlosshof zu begehen.

Der Winterzauber selbst wurde bereits zum vierten Mal vom Förderverein Schloss Oberschwarzach veranstaltet. Nach der Begrüßung durch Vorstandsmitglied Dietmar Herold verbliesen im Beisein zahlreicher Zuschauer die Jagdhornbläser aus Gerolzhofen die symbolische Strecke aus Wildschwein und Reh.

Das ist ein Ritual, das als Ehrerweisung für das erlegte Wild betrachtet wird, erläuterte Ulrich Mergner, der Leiter des Forstbetriebs Ebrach und einer der beiden Jagdleiter. Bereits am Vormittag hatten sich die beiden Jagdgesellschaften an der Waldesruh beziehungsweise der Go-Cart-Bahn getroffen, um in ihrem jeweiligen Gebiet eine Drückjagd durchzuführen.

140 Jäger bei Drückjagden

Insgesamt 140 Jäger waren dabei im Einsatz. Sie warteten auf ihren Hochständen, während die Treiber und Hundeführer das Wild bewegten. Am Ende der Jagd waren es 32 Rehe, 33 Wildschweine und ein Fuchs, die erlegt werden konnten, berichtete der zweite Jagdleiter, Volker Conrad, Revierförster des Bürgerwaldes.

In seiner Ansprache ging Ulrich Mergner auch auf den Sinn der Jagd ein. So verbeißt das Rehwild besonders heimische Baumarten wie Tanne, Ahorn und Esche, die wichtig und typisch für die hiesigen Wälder sind, erklärte er. Da natürliche Feinde wie Luchs und Wolf fehlen, müsse der Rehbestand durch die Jagd überschaubar gehalten werden.

Wildschweine dagegen sind vor allem ein Problem für die Landwirtschaft, so Mergner. Sie laufen sehr weite Strecken und richten auf Feldern außerhalb des Waldes zahlreiche Schäden an. Auch hier diene die Jagd, die tierschutzgerecht durchgeführt werde, der Regulierung des Bestandes, so Mergner.

Und einen weiteren Aspekt fügte er hinzu: Nämlich, dass es sich beim Wildfleisch auch um hochwertiges Fleisch handele, da es von einem Tier stammt, dass unter guten und gesunden Bedingungen heranwachsen konnte.

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Winterzauber

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Stockbrot am Lagerfeuer

Davon konnten sich die Besucher des Winterzaubers dann auch vor Ort überzeugen. Als kulinarische Köstlichkeiten standen unter anderem Wildbratwurst und Wildgulasch auf der Speisekarte.

Passend zu den winterlichen Temperaturen hatten die Mitglieder des Fördervereins Schloss Oberschwarzach beim Winterzauber auch warme Getränke im Angebot. Neben dem fränkischen Glühwein in Weiß und in Rot gab es Apfel-Amaretto und Kinderpunsch. Für den Nachtisch standen leckere Kuchen für die Gäste bereit. Während sich die Erwachsenen an den Holzöfen wärmten, konnten die Kinder am Lagerfeuer Stockbrot backen.

Mit Einbruch der Dämmerung wurde aus dem Winterzauber im Schlosshof endgültig ein Lichterzauber. Kerzen auf Fenstersimsen und Tischen, Lichterketten und stimmungsvoll beleuchte Bäume sorgten zusammen mit dem Lagerfeuer für eine stimmungsvolle Atmosphäre.

Weihnachtlich wurde es schließlich, als die Musiker Matthias Vogt, Andreas Hillenbrand, Michael Ständecke, Jürgen Lurz und Marco Wolf der Heimatkapelle Michelau aus dem Treppenturm des Schlosses heraus für die Gäste Weihnachtslieder spielten und auf die Adventszeit einstimmten.

 
Dank vieler Lichter war die Atmosphäre stimmungsvoll beim Winterzauber im Innenhof des Echter-Schlosses von Oberschwarza... Foto: Gudrun Theuerer
Weihnachtliche Weisen spielten Musiker der Heimatkapelle Michelau vom Treppenturm des Schlosses aus. Foto: Gudrun Theuerer

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