THEATER

Der größte deutsche Medienskandal

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Im April 1983 erklärte das Magazin „stern“, dass sich Adolf Hitlers geheime Tagebücher in seinem Besitz befänden. Wenige Tage später begann die Veröffentlichung von Tagebuchauszügen (Auflage: 2,4 Millionen!). Es dauerte nur zwei Wochen, bis eine BKA-Untersuchung bescheinigte, dass es sich bei den Büchern um Fälschungen handelte. Insgesamt 9,34 Millionen D-Mark hatte der „stern“ bis dahin für die Beschaffung der insgesamt 62 Bände an den Fälscher Konrad Kujau bezahlt.

Helmut Dietl verfilmte die Geschichte des bislang größten deutschen Medienskandals 1992 unter dem Titel „Schtonk!“. Diese so groteske wie geniale Komödie findet nun den Weg auf die Bühne, jeweils um 19.30 Uhr am Freitag, 22. Mai (Schauspielmiete BLAU und freier Verkauf) und am Samstag, 23. Mai (Schauspielmiete ROT und freier Verkauf) in der Inszenierung von Harald Weiler für das Euro-Studio Landgraf Titisee-Neustadt.

Auf der Bühne stehen Luc Feit (Reporter), Carsten Klemm (Fälscher), Julia Weden, Anouk Wagener, Alina Hidic, Matthias Hörnke, Wolfgang Grindemann, Holger Teßmann, Kai Möller und Gregor Eckert.

Wolfgang Höbel findet „in der schamfreien Gewissenlosigkeit, mit der hier Fake News produziert werden, die Aktualität des Stücks“, und urteilt in Spiegel Online im Februar 2018: „Man wird 'Schtonk!' in naher Zukunft sicher öfter auf deutschen Theaterbühnen zu sehen bekommen.“

Am 16. Januar 2018 wurde das von der Trump-Beraterin Kellyanne Conway geprägte Unwort des Jahres 2017 bekannt gegeben: „Alternative Fakten = der verschleiernde und irreführende Ausdruck für den Versuch, Falschbehauptungen (...) salonfähig zu machen“ (Definition aus der Jury-Begründung). Nicht-Belegbares als Tatsache zu behaupten, trifft auch auf den ebenfalls nominierten Begriff „Fake News“ zu. Nicht einmal einen Monat nach der Bekanntgabe des Unworts fand die Uraufführung der Theateradaption des Films „Schtonk!“ statt.

Die gefälschten Hitler-Tagebücher um die es darin geht, sind ein Paradebeispiel dafür, wie die Sensationsgier nach einer Megastory jede journalistische Sorgfalt aushebelt.

Karten: Infos über den eventuellen Start des Freiverkaufs bei Zustandekommen der Vorstellungen auf www.theater-schweinfurt.de

Rückblick

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  3. Neue Theaterspielzeit
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