Schweinfurt

Der kleine Lord: Hoffnung auf Gerechtigkeit

Die Geschichte ist vielen aus dem Fernsehen bekannt. Jetzt brachte das a.gon-Theater aus München die Weihnachtsbotschaft nach Schweinfurt.
Kostüme aus dem Amerika anno 1872 und das Bühnenbild bereicherten die Aufführung "Der kleine Lord." Foto: A. Gon

Mit einer rundum gelungenen, liebevoll gestalteten Musical-Fassung "Der kleine Lord" überraschte und begeisterte das Münchner a.gon Theater das Publikum im ausverkauften Haus.

Übrigens: Den prämierten 1980er- Film mit Ricky Schroeder und Sir Alec Guinnes werden sich zur Weihnachtszeit bestimmt wieder Millionen Menschen im Fernsehen anschauen. Der zugrunde liegende Roman "Little Lord Fauntleroy" der englischen Schriftstellerin Frances Hodgson Burnett bietet aber auch neben einer vergnüglichen Handlung "ein kleiner Junge knackt die harte Schale seines aristokratischen Großvaters" auch die Botschaft der Hoffnung und des Glaubens an das Gute. Und dies berührt uns wohl alle: Tragen wir nicht alle den Traum von einem friedvollen und zufriedenen Miteinander von Arm und Reich, Alt und Jung tief in uns?

Beginnen wir diesmal mit den Kostümen aus dem Amerika anno 1872 und dem Bühnenbild, beides wunderschön entworfen von Monika Maria Cleres. Interessant der Umbau im Halblicht bei offenem Vorhang vom Marktplatz zum prächtigen Schloss-Saal. Zur Handlung. Cedric Errol, dessen verstorbener Vater Engländer war, lebt mit seiner Mutter in Amerika. Großartig Isabel Kott, die den kleinen aufgeweckten Jungen mit kindlicher Neugier, entwaffnender Ehrlichkeit und ausgeprägtem Sinn für Gerechtigkeit spielt. Tanja Maria Froidl ist seine Mutter, wunderschön ihre beiden Nachtlied "Siehst du den Abendstern".

Cedric soll Erbe des Adelstitels werden

Auf einem Marktplatz in New York trifft der kleine Cedric seine Freunde: Die Krämerin "Ma" (Renate Köhler, auch Tante Henriette), die Blumenverkäuferin Rose (Kamilla Adamik, toll als "Rote Polly), den Obsthändler Mr. Hobbs (David Lindermeier, auch Pächter Higgins), und den Schuhputzer Dick (Michael Müller, auch Rechtsanwalt). Natürlich darf auch Jake, ein Freund des Hochprozentigen, nicht fehlen (Christian Schiesser, auch Butler Tom). Eines Tages taucht der Gesandte von Cedrics englischem Großvater, Graf Dorincourt, auf und macht Cedrics Mutter das Angebot, zusammen mit ihrem Sohn nach England zu ziehen. Cedric soll als einziger Erbe des Adelstitels auf dem Familienschloss auf spätere Aufgaben vorbereitet werden.

Den Großvater spielt Pavel Fieber überzeugend als zurückgezogenen und verbitterten alten Mann. Er empfängt Cedric kühl und reserviert, zumal er damals gegen die Ehe seines Sohnes mit einer Bürgerlichen war. Doch Cedric gelingt es schnell, das verhärtete Herz des Lords zu erweichen. Ja, noch mehr: Der alte Mann blüht sichtlich auf, übernimmt endlich Verantwortung für seine armen Pächter und spricht sich auch mit seiner Schwiegertochter aus. Und der kleine Lord schlägt zu Weihnachten ein großes Versöhnungsfest vor, zu dem er seine Freunde aus Amerika einladen möchte. Sein Großvater gibt gern seine Zustimmung.

Da der "Kleine Lord" ein Musical ist, gibt es natürlich jede Menge Songs, die von einer kleinen Band begleitet werden. Besonders schmissig oder besinnlich etwa "Wir nehmen die Welt, wie sie ist", "Ja, wir bleiben Freunde", "Dieser Junge hat ein Herz aus Gold" oder das vorsichtige Duett "Ob ich's wagen darf", als Cedrics Mutter und der Herr Advokat ihr Herz füreinander entdecken. Mehr Glück geht nun wirklich nicht in einem Theaterstück kurz vor Weihnachten. Herzlicher langer Beifall für die Gäste aus München.

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