Schweinfurt

Diakonie ist froh, dass Schweinfurter Tafel wieder offen ist

Bis Ende April wird während der Coronakrise der Schweinfurter Tafelladen zwei Mal wöchentlich geöffnet. Die Diakonie ist mit einer Flüchtlingsgruppe als Helfer dabei.
Der Tafelladen in der Brombergstraße in Schweinfurt ist mit einem neuen Schutzkonzept in Zeiten der Coronakrise bis Ende April zwei Mal pro Woche geöffnet.
Der Tafelladen in der Brombergstraße in Schweinfurt ist mit einem neuen Schutzkonzept in Zeiten der Coronakrise bis Ende April zwei Mal pro Woche geöffnet. Foto: Oliver Schikora

Seit Mittwoch bis Ende April ist der Tafelladen in der Brombergstraße auch während der Coronakrise zwei Mal wöchentlich für Bedürftige geöffnet. Tafel-Vorsitzender Ernst Gehling hatte ihn am 20 März aus Schutz für die meist älteren Mitarbeiter vorübergehend schließen müssen, mit einem neuen Schutzkonzept war es jetzt aber möglich, doch zeitweise zu öffnen. Es wurden großflächig Schutzfolien angebracht, die Helfer tragen Gesichtsmasken, es wird auf die nötigen Sicherheitsabstände drinnen wie draußen geachtet.

Über die Wiederöffnung sind auch die Mitarbeiter der sozialen Dienste der Diakonie froh, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Es seien viele Anfragen zur Tafel bei der Diakonie eingegangen, auch Angebote zu helfen. Die Diakonie ist mit einer Gruppe junger Flüchtlinge mit dabei, die Migrationsberater Steven Henze betreut. Diakonievorstand Jochen Keßler-Rosa freut sich über das Engagement, zumal die jungen Flüchtlinge von sich aus ihre Hilfe angeboten hatten.

“Die jungen Flüchtlinge sind dankbar dafür, dass Sie hier in Deutschland aufgenommen wurden und möchten sich jetzt auch für die andere ehrenamtlich einsetzen", erklärt Steven Henze. Seit Anfang der Woche seien sie schon unterwegs, um unter anderem Lebensmittel einzusammeln und zu sortieren. Dazu kommen Helfer aus dem Tafel-Team, auch von den Freien Turnern Schweinfurt und andere Freiwillige aus Facebook-Gruppen.

„Viele Menschen werden in den nächsten Wochen Probleme haben mit ihren Haushaltskassen auszukommen“, so Uwe Kraus, Leiter Sozialdienst bei der Diakonie, da Minijobs in der Coronakrise gekündigt worden seien und somit nötige Zusatzverdienste wegfielen. Das führe zu mehr Bedürftigkeit, der die Tafel zumindest ein Stück weit begegnen kann. Die Verbindung Diakonie und Schweinfurter Tafel besteht seit der Gründung und wird gestützt durch die Verwaltungsleistungen des Diakonischen Werkes für den Schweinfurter Tafel e.V. sowie regelmäßigen fachlichen Austausch.

Die Tafel Schweinfurt e.V. versucht, bedürftigen Menschen den Alltag mit Lebensmittelspenden zu erleichtern. In Schweinfurt werden wöchentlich rund 750 Kinder und über 1100 Erwachsene "bedient". Insgesamt sind aktuell knapp 4500 Personen berechtigt, für einen symbolischen Einkaufspreis von drei Euro Waren über die Tafel zu beziehen. Um bei der Tafel einzukaufen, braucht man einen Tafelschein, den Diakonie oder Caritas ausgeben. Er ist an Einkommensgrenzen gebunden, die sich an der Armutsgefährdungsquote der EU orientieren.

160 Helferinnen und Helfer hat die Tafel in Schweinfurt – alle ehrenamtlich, jeder engagiert sich so, wie er kann. Der mildtätige, allein spendenfinanzierte Verein wird im fünfköpfigen Team mit dem Vorsitzenden Ernst Gehling geführt.

Die Tafel arbeitet nach einem Farbsystem, nach dem Bedürftige kommen können. Gelb und Blau sowie Rot und Schwarz werden im Wechsel zusammengefasst. Geöffnet ist am 4., 8., 9., 15., 18., 22., 25., 29. und 30. April, jeweils von 14 bis 16 Uhr.

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