REGION STEIGERWALD

Die Aufhebung des Schutzgebiets war rechtens

Der Bund Naturschutz in Bayern (BN) hat den Rechtsstreit um den „Hohen Buchenen Wald“ verloren. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschied, dass dem Gebiet im Ebracher Forst der Status als geschützter Landschaftsbestandteil rechtmäßig aberkannt worden ist. Foto: Norbert Vollmann

Der Bund Naturschutz in Bayern (BN) hat den Rechtsstreit um ein geschütztes Gebiet im Steigerwald verloren. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschied am Donnerstag, dass dem „Hohen Buchener Wald“ im Ebracher Forst der Status als geschützter Landschaftsbestandteil rechtmäßig aberkannt wurde.

Das Landratsamt Bamberg hatte im Jahr 2014 eine Schutzverordnung für das 775 Hektar große Waldgebiet erlassen. Die Regierung von Oberfranken hob die Verordnung ein Jahr später auf. Dagegen klagte der BN.

Schon der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hatte die Klage als unbegründet angesehen. Das Bundesgericht bestätigte nun diese Einschätzung und wies die Revision des Bundes Naturschutz zurück.

Unwirksame Einstufung

Die Einstufung des Waldstücks als so genannter geschützter Landschaftsbestandteil durch das Landratsamt Bamberg sei unwirksam gewesen, begründete der Vorsitzende Richter des 4. Senats in Leipzig. Denn der „Hohe Buchener Wald“ habe nicht als geschützter Landschaftsbestandteil ausgewiesen werden können, weil er sich optisch nicht ausreichend von seiner Umgebung abgrenzen lasse. Deswegen sei die Aufhebung der Verordnung durch die Regierung von Oberfranken nicht zu beanstanden.

„Längst nicht alle Fragen geklärt“

Aus Sicht der Anwältin des Bundes Naturschutz sind mit dem Urteil aber längst nicht alle Fragen geklärt. Die Naturschützer hatten stets verhindern wollen, dass der Staatsforst in dem Waldgebiet Bäume abholzt.

Der „Hohe Buchene Wald“ genieße nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union weiter einen besonderen Schutz, sagte die BN-Anwältin. „Wir sind der Ansicht, dass, bevor der Staatsforst mit dem Holzen anfangen kann, eine Natura-2000-Verträglichkeitsprüfung gemacht werden muss.“ Der Streit um den Steigerwald gehe daher sicherlich weiter, sagte sie.

Aus Sicht des Vereins „Unser Steigerwald“ begrüßt 2. Vorsitzender Oskar Ebert (Untersteinbach) das Leipziger Urteil. „Es zeigt, dass wir mit unserer Rechtsauffassung richtig Gelegen haben, kommentiert Ebert.

Eberts Genugtuung

Ihn persönlich habe die Entscheidung des damaligen Bamberger Landrats, nach eigenem Gutdünken eine so große Waldfläche als Schutzgebiet auszuweisen, mehr belastet als die ganze Nationalparkdiskussion. Weil sich Gegner dieser Willküraktion gewehrt hatten, seien sie als „Halunken“ beschimpft worden.

Dass die Nationalpark-Diskussion jetzt zu Ende geht, glaubt Ebert allerdings nicht. „Dafür hat der Bund viel zu viel investiert“, sagt der Nationalpark-Gegner, bietet aber erneut an, gemeinsam über die Zukunft des Steigerwalds zu sprechen.

BN-Landesvorsitzender Hubert Weiger wird in einer Pressemitteilung des BN zitiert: „Wir appellieren jetzt dringend an die Bayerische Staatsregierung, ein wirksames Naturschutzgebiet für den Hohen Buchenen Wald im Steigerwald zu schaffen. Nur ein nutzungsfreies Schutzgebiet in entsprechender Größe und Qualität ermöglicht es, eine von den Menschen der Region gewünschte Weltnaturerbe-Bewerbung auf den Weg zu bringen. Nur so lassen sich die anhaltenden Auseinandersetzungen um den fehlenden Schutz der alten dicken Buchen im Steigerwald befrieden.“

Eberts Prophezeiung

Und was Ebert prophezeit hat, tritt ein. Der BN werde auch nach dem Ende der gerichtlichen Auseinandersetzung weiter für einen Nationalpark Steigerwald kämpfen.

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