Schweinfurt

Die Bamberger und Beethovens Neunte: Glanzvolles Finale

Ein mitreißender Abend im Theater: Dirigentin Nathalie Stutzmann, Orchester und Solisten sorgen für Gänsehautmomente. 
Nathalie Stutzmann (Archivfoto) gab in Schweinfurt mit den Bambergern Beethovens Neunte.   Foto: Brice Toul

Einen wahrhaft triumphalen musikalischen Jahresabschluss bescherten die Bamberger Symphoniker - Bayerische Staatsphilharmonie dem Schweinfurter Konzertpublikum im Theater: Unter der Leitung der französischen Dirigentin Nathalie Stutzmann erklang, passend zum Auftakt des Beethovenjahres, die "Symphonie Nr. 9 d-Moll op. 125" mit dem berühmten Schlusschor über Schillers Ode "An die Freude".

Der Bühnenhintergrund erstrahlte in festlichem Blau; davor hatten die Damen und Herren des Symphonischen Chors Bamberg Platz genommen. Sie müssen in diesem glanzvollen Spätwerk des Komponisten ebenso wie die Gesangssolisten lange auf ihren Einsatz im Schlussteil warten. Doch ganz bestimmt waren auch für sie die ersten drei Sätze dieser Aufführung ebenso überwältigend und tief gehend wie für das Publikum im ausverkauften Saal.

Nathalie Stutzmann, Dirigentin ebenso wie Sängerin, gelang die perfekte Verschmelzung poetischer und gefühlvoller Momente mit markanten, hoch eruptiven Passagen. So viel Kraft und feinfühlige Eleganz, so starke Werkverinnerlichung und Gestaltungssouveränität gingen von ihr aus!

Die "Bamberger" musizierten wie von unsichtbaren Energiestrahlen geführt, gebündelt im Fixpunkt des Dirigentenpults, von hinten befeuert von einem Paukisten, der diesen Abend nicht nur sichtlich genoss, sondern ihn auch zu seinem eigenen klanglichen Fest voll sanft vibrierenden Schwingens und Tupfens, aber auch krachender Explosivität machte – perfekt die Harmonie zwischen ihm und Stutzmann.

Ganz besonderer Geist herrscht im Orchester

Zu überschäumendem Musizieren lud die Dirigentin im zweiten Satz, glänzend und geschmeidig hier die Bläsersoli! Den Taktstock aus der Hand gelegt, konnte Stutzmann sich hingebungsvoll der Ausformung von melancholischem Schmelz und umschatteter Atmosphäre im Adagio molto e cantabile widmen. Und auch hier war gut zu hören, dass in diesem Orchester ein ganz besonderer Geist herrscht, ein gemeinsames Schwingen, ein aufeinander Hören, eine vollkommene gestalterische Einheit und Harmonie.  

Dann das Finale: Vier exzellente Solisten waren nun zu hören. Zauberhaft die helle Sopranstimme von Siobhán Stagg, kraftvoll und intensiv in der Altlage die Mezzospranistin Jennifer Johnston, heroisch und überzeugend empfahl sich Tenor Robin Tritschler, klar konturiert die Bassstimme von Leon Kosavic. Strahlend, prachtvoll und hell setzte sich der Symphonische Chor Bamberg (Einstudierung: Tarmo Vaask) in Szene, mit vortrefflicher Diktion, wendig und ausdrucksstark.

Das Finale fasste den gesamten Abend zusammen, es riss mit, ergriff und berührte. Ein voraus genommenes Silvesterfeuerwerk, farbig und mit Gänsehautmomenten! Der Leidenschaft, der Magie und dem Bann dieser Aufführung konnte sich niemand entziehen – es gab stehenden Beifall.

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