Rütschenhausen

Die Freundschaft wieder aufgefrischt

Rütschenhausen trifft Ritschenhausen: Am 1. Mai bekam Rütschenhausen Besuch von vier Feuerwehrkollegen aus dem thüringischem Ritschenhausen. Als Zeichen der Freundschaft überreichten die Gäste einen Spezialitätenkorb, darüber freuen sich (v.l.) der örtliche Vereinsvorstand Daniel Amthor, Kommandant Rainer Wischer, Ritschenhausens Ortsbrandmeister sowie amtierender Bürgermeister Felix Winkler mit seinem Anhang sowie zweiter Vorstand Sandro Reusch. Foto: Dominik Zeißner

Keine 80 Kilometer trennt das unterfränkische Rütschenhausen, das mit 170 Einwohnern der kleinste Ortsteil der Großgemeinde Wasserlosen ist und das thüringische Ritschenhausen, welches etwa 350 Einwohner aufweisen kann und im Landkreis Schmalkalden-Meiningen liegt. Etwa ein Jahr vor der historischen deutschen Wende, reisten damals einige Feuerwehrkameraden aus Unterfranken ins benachbarte Bundesland, um mit den dortigen Floriansjüngern eine Freundschaft anzuvisieren. Allen voran der damalige Vorstand der Rütschenhäuser Feuerwehr, Willibald Simon, war ein eifriger Begründer und Initiator dieser Partnerschaft seitens der Westdeutschen.

Stasi hatte alles im Blick

Unter damals noch schwierigen Bedingungen des ehemals kommunistisch geprägten Landes, vor allem die "Stasi" hatte dieses Unterfangen mit Argusaugen im Blick, machten die Rütschenhäuser einen Ausflug in die Ostzone um auf ihre Freunde zu treffen. Nach langem Suchen, wer denn bei der ostdeutschen Feuerwehr das Sagen hatte, wurden sie sprichwörtlich von "Pontius zu Pilatus" geschickt. Niemand wollte so recht Auskunft geben. Als sie endlich den richtigen Ansprechpartner gefunden hatten, standen diesem sogar nahezu die Tränen in den Augen, als er von der Idee einer Partnerschaft hörte.

In den darauffolgenden Jahren gab es immer wieder gegenseitige Besuche, meist zu offiziellen Anlässen, wie etwa einem Feuerwehrfest. Die Freundschaft wurde damals sehr intensiv gepflegt. Weil aber Ende der 90er-Jahre ein sehr aktiver Mitbegründer aus Thüringen verstarb, kam die Verbindung immer mehr in Vergessenheit. So datierte der letzte Besuch der Thüringer auch  aus dem Jahr 2006, also mehr als ein Jahrzehnt. Seitdem war mehr oder weniger Funkstille. Nun kommt aber wieder Aufwind in die eingeschlafene Partnerschaft, denn mit dem 28-jährigen Felix Winkel, der in Ritschenhausen mittlerweile Ortsbrandmeister ist - in Bayern vergleichbar mit dem Kommandanten - und zugleich auch momentan amtierender Bürgermeister der thüringische Kommune, kommt wieder Bewegung in die Sache, die vor rund 30 Jahre ihren Anfang nahm. So statteten gleich vier Thüringer am vergangenen Maifeiertag den Kameraden aus Rütschenhausen einen Besuch zum Maibaumfest ab. Mit im Gepäck hatten sie einen Spezialitätenkorb aus ihrer Region.

Herzlich Willkommen

Beim Rütschenhäuser Kommandanten Rainer Wischer stießen die Gäste auf offen Ohren, als sie sich für den Feiertag telefonisch ankündigten, denn Wischer sieht den Austausch als gelungen an und freute sich über den Besuch am 1. Mai. Beim anschließenden Maibaumfest wurde viel erzählt und gelacht. Seitens der Unterfranken war man sich einig, dass man nicht erst wieder über ein Jahrzehnt ins Land ziehen lassen, bis man den Gegenbesuch antritt. Denn mit der A71 ist es gerade zu ein "Katzensprung", bis man Ritschenhausen, welches im fränkisch geprägten Süden Thüringens liegt, erreicht hat. Bis ins Jahr 1994 gab es eine weitere Verbindung in den benachbarten Freistaat. Bis dato gehörte Meiningen nämlich noch zur Diözese Würzburg.

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